Der Cefic-Report für das dritte Quartal 2020 zeigt, dass dich der Erholungstrend in der europäischen Chemieindustrie abschwächt. (Bild: Cefic)

Der Cefic-Report für das dritte Quartal 2020 zeigt, dass dich der Erholungstrend in der europäischen Chemieindustrie abschwächt. (Bild: Cefic)

| von Ansgar Kretschmer

Nach dem Covid-19-Ausbruch in Europa fiel die Chemieproduktion in der EU27 von Januar bis September 2020 um 4,4 % im Vergleich zum Vorjahresniveau. Die Produktion ging im zweiten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8,7 % zurück, stieg aber im dritten Quartal mit 6,1 % wieder signifikant an. "Während wir nach dem Covid-19-Ausbruch im Mai ermutigende Zeichen einer Erholung gesehen hatten, deuten erste Anzeichen darauf hin, dass sich diese Erholung nun verlangsamt“, fasste Marco Mensink, Generaldirektor des Cefic, zusammen. „Die zweite Welle von Covid-19 ist anerkanntermaßen ernst zu nehmen und wird sich in den kommenden Monaten ebenfalls auf das Chemiegeschäft auswirken. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer raschen Verabschiedung und Umsetzung des EU-Konjunkturprogramms, das fest in der EU-Industrie-Strategie und der Green-Deal-Agenda verankert werden muss. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Mittel für den Aufschwung einen industriellen Wandel herbeiführen, der nachhaltig ist und im Laufe der Zeit zu einer widerstandsfähigen Wirtschaft beiträgt." Schlüsselparameter hierbei seien die Länge und Schwere der zweiten Welle.

Die jüngsten Daten des Cefic zeigen, dass die weltweite Chemieproduktion in den ersten drei Quartalen des Jahres 2020 im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Jahres 2019 um 1,8 % zurückgegangen ist. China ist nach wie vor die Haupttriebkraft, die zum globalen Wachstum beiträgt. Im September 2020 verzeichnete der chinesische Produktionsindex den fünften Anstieg in Folge, und das Produktionsniveau war das höchste seit jeher.

Die Produktion des verarbeitenden Gewerbes in der EU27 ist in den ersten drei Quartalen des Jahres 2020 im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Jahres 2019 um 10,6 % gesunken. Darunter ist die Automobilindustrie im Vergleich zu den anderen europäischen Sektoren am stärksten von der Krise betroffen: Die Automobilproduktion verlor mehr als 28 % des Vergleichsniveaus, gefolgt von den Basismetallen mit einem Rückgang von etwa 15,5 %. Die Sektoren Elektrogeräte und Chemie verzeichneten im gleichen Zeitraum einen Rückgang von etwa 4,5 %. Schließlich ist der Nahrungsmittel- und Getränkesektor im Vergleich zu den anderen Sektoren mit einem Rückgang von 2,6 % am wenigsten von der Krise betroffen. Die Produktion lag um 4,4 % unter dem Niveau des Vorjahres.

Umsatz 31,5 Milliarden Euro unter Vorjahr

Unter den größten europäischen Ländern sind Frankreich und Italien im Vergleich zu den anderen europäischen Ländern am stärksten von der Krise betroffen. Ihre Produktionen lagen um mindestens 10 % unter dem Vorjahresniveau, gefolgt von Spanien, Belgien und Portugal mit einem Rückgang von etwa 4,0 %.

Die Erzeugerpreise der EU27 lagen 5,0 % unter dem Niveau der ersten neun Monate des Jahres 2019. Der Gesamtumsatz im Chemiegeschäft verzeichnete in den ersten acht Monaten des Jahres 2020 einen Wert von 318,2 Mrd. Euro, 9,0 % unter Vorjahr. Die schwache Binnennachfrage in Europa und die schlechteren Rahmenbedingungen für Handelsgeschäfte wirken sich negativ auf den Gesamtumsatz aus. Die Kapazitätsauslastung liegt immer noch 7,7 % unter dem Vorjahresniveau.

Produktion und Exporte sinken

Die weltweite Chemieproduktion ging in den ersten drei Quartalen des Jahres 2020 im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Jahres 2019 um 1,8 % zurück. In China lag die Produktion dagegen um 0,7 % über dem Niveau des Vorjahres. Die schwache Entwicklung wichtiger Abnehmerbranchen weltweit bremste das Wachstum der Chemie in allen Ländern. Japan (-10,4 %) und Indien (-9,4 %) waren davon am stärksten betroffen. Die USA und die EU27 meldeten ähnliche negative Veränderungen von etwa 4,5 %. Abgesehen von China lagen die Produktionsniveaus in allen produzierenden Ländern immer noch unter ihren langfristigen Durchschnittswerten und unter dem Vorkrisenniveau. China ist immer noch eine Ausnahme, und das Produktionsniveau dort war im September das höchste jeher.

Die Chemieexporte der EU27 außerhalb des EU27-Gebiets erreichten in den ersten acht Monaten des Jahres 2020 einen Wert von 111,7 Mrd. Euro, gegenüber 118,2 Mrd. Euro im gleichen Zeitraum 2019 (-5,5 %). Die Chemieexporte der EU27 in die USA stiegen im Bereich Petrochemikalien um 2,7 Mrd. Euro. Dem gegenüber steht ein deutlicher Rückgang der EU-Exporte in die USA bei Spezialchemikalien und Konsumchemikalien im selben Zeitraum. Die Ausfuhren von Chemieprodukten der EU27 nach China beliefen sich auf etwa 10 Mrd. Euro und lagen damit über dem Niveau von 2019 (+5,7 %). Alles in allem zeigten die Extra-EU27-Daten für Juni und Juli zwei aufeinander folgende Anstiege der EU27-Ausfuhren von chemischen Erzeugnissen in Drittländer, gefolgt von einem Rückgang um etwa 13 % im August.

Die Chemieimporte der EU27 von außerhalb des EU-Gebiets hatten in den ersten acht Monaten 2020 einen Wert von 86,4 Mrd. Euro, gegenüber 89,9 Mrd. Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres (-3,9 %). Die Chemieimporte der EU27 aus China beliefen sich auf 10,4 Mrd. Euro und lagen damit leicht über dem Niveau von 2019 (+2,8 %).

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