Kosten für CO2-Abtrennung unter 15 Euro pro Tonne senken
| von Fabian Liebl
Mit 10 Mio. Euro unterstützt die EU ein Konsortium aus 16 Partnern, das eine energieeffiziente Technik zur Abtrennung von Kohlendioxid aus den Abgasen von Kraftwerken und energieintensiven Betrieben entwickeln will (Bild: Claudia Otte-Fotolia)

Mit 10 Mio. Euro unterstützt die EU ein Konsortium aus 16 Partnern, das eine energieeffiziente Technik zur Abtrennung von Kohlendioxid aus den Abgasen von Kraftwerken und energieintensiven Betrieben entwickeln will (Bild: Claudia Otte-Fotolia)

Zu den Konsortialpartnern gehören führende Unternehmen und Forschungsgruppen mit hoher Kompetenz in den Bereichen Membranen, Polymere und Reaktionstechnik. Die wichtigsten Industriepartner sind Total (Frankreich), Johnson Matthey (UK), Polymem (Frankreich) und Hygear (Niederlande). Die Dechema (Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie) in Frankfurt ist ebenfalls an dem Projekt beteiligt.

Wie die Dechema meldet, soll dieses Vierjahresprojekt auf der Grundlage von metallorganischen Gerüstverbindungen und Polymeren Hochleistungsmembranen für die kontinuierliche CO2-Abtrennung entwickeln. Diese Abtrennung kann sowohl vor als auch nach der Verbrennung stattfinden. Das Projekt im 7. EU-Rahmenprogramm läuft seit Januar 2014; das Auftakttreffen fand am 3. und 4. Februar in Delft statt.

Der globale Energieverbrauch wird Prognosen zufolge von 2008 bis 2035 um 53 % ansteigen. Dabei soll sich der Kohlendioxid-Ausstoß aus der Energieerzeugung von 30,2 Mrd.t im Jahr 2008 auf 43,2 Mrd. t im Jahr 2035 erhöhen. Die Gründe liegen in einem unverminderten starken Wirtschaftswachstum sowie der intensiven Nutzung fossiler Rohstoffe. Kohlendioxid aus punktförmigen Quellen wie fossilen Kraftwerken und anderen energieintensiven Anlagen mit Hilfe von CO2-Abscheidung zu reduzieren, könnte ein wesentlicher Ansatz im Kampf gegen die globale Erwärmung sein.

Das Konsortium aus führenden Unternehmen und Forschungseinrichtungen will innovative Membrankonzepte für die kontinuierliche CO2-Abtrennung nutzen. Da diese Technik auf einen Gas-Flüssig-Phasenwechsel verzichtet, werden Energieverluste vermieden und der CO2-Fußabdruck reduziert. Damit wird eine bisher nicht erreichte Energieeffizienz greifbar. Darüber hinaus sind Membraneinheiten für die Gasabtrennung sicherer und umweltfreundlicher als andere Techniken, etwa die Abtrennung mittels Amin-Gaswäschern.

Die hochselektiven Membranen ermöglichen die Abtrennung von CO2 für weniger als 15 Euro pro t CO2 (ungefähr 10 bis 15 Euro/MWh) und unterbieten damit deutlich die Zielwerte des europäischen SET-Plans (Strategic Energy Technologies), der eine Abtrennung von 90 % des CO2 für weniger als 25 Euro/MWh fordert.

(dw)

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