Lanxess-Zentrale in Köln: Der Spezialchemie-Konzern hat den "Clean and Disinfect"-Bereich von Chemours übernommen. (Bild: Lanxess)

Lanxess-Zentrale in Köln: Der Spezialchemie-Konzern hat den "Clean and Disinfect"-Bereich von Chemours übernommen. (Bild: Lanxess)

| von Ansgar Kretschmer

Der übernommene Geschäftsbereich beinhaltet verschiedene Wirkstoffe und Spezialchemikalien, besonders für den Einsatz in Desinfektions- und Hygienelösungen. Den Kaufpreis von 210 Mio. Euro hat der Spezialchemie-Konzern aus vorhandenen liquiden Mitteln finanziert. Es handelt sich um den ersten Zukauf nach der Neuausrichtung des Unternehmens. Der Konzern hatte die Übernahmepläne Ende April 2016 bekanntgegeben.

„Die Akquisition ist der erste Meilenstein auf unserem Wachstumskurs und ein weiterer Schritt zum Ausbau unseres Geschäfts in Nordamerika“, sagte Lanxess-Vorstandsvorsitzender Matthias Zachert. „Die erfolgreiche Integration des neuen Geschäfts hat nun oberste Priorität, so dass wir schnell von unserem erweiterten Spezialchemikalien-Portfolio profitieren können.“  Das Unternehmen erwartet bereits im ersten Geschäftsjahr positive Auswirkungen des Zukaufs auf das Ergebnis je Aktie. Der akquirierte Geschäftsbereich wird demnach voraussichtlich einen jährlichen Ebitda-Beitrag von etwa 20 Millionen Euro liefern, der durch Synergie-Effekte bis zum Jahr 2020 schrittweise auf rund 30 Millionen Euro steigen wird.

Aus Chemours Clean and Disinfect wird Lanxess Material Protection Products

Das neue Geschäft wird in den Lanxess-Geschäftsbereich Material Protection Products eingegliedert. Diese erweitert damit nicht nur ihr Wirkstoff-Portfolio, sondern baut darüber hinaus ihre Wertschöpfungskette im Bereich Veterinärdesinfektion bis zum Endmarkt aus. Der akquirierte Geschäftsbereich mit drei Produktionsstandorten in Memphis und North Kingstown, USA, sowie Sudbury, Großbritannien erwirtschaftete 2015 einen Umsatz von rund 100 Millionen Euro, davon etwa die Hälfte in Nordamerika. Er besteht aus den drei Segmenten Desinfektionsmittel, Kaliummonopersulfat und Chlordioxid.

Der Geschäftsbereich Material Protection Products beschäftigt etwa 350 Mitarbeiter und hat Produktionsstandorte in Krefeld-Uerdingen und Dormagen, Pittsburgh (USA), Jhagadia (Indien), Changzhou (China) und Singapur. Er gehört zum Segment Performance Chemicals, das 2015 einen Umsatz von rund 2,1 Milliarden Euro erwirtschaftete. Mit antimikrobiellen Wirkstoffen und Konservierungsmitteln liefert der Bereich kundenspezifische Lösungen für diverse Industriezweige – neben der Desinfektionsindustrie auch für die Holzschutzindustrie, die Farben- und Lackindustrie sowie den Bausektor und die Getränkeindustrie. Hinzu kommen technischer Service, regulatorische Unterstützung sowie projektspezifische Forschung und Entwicklung.

Die Meldung des Unternehmens finden Sie hier. (ak)

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