Namur-Hauptsitzung: Wago stellt offenen Ansatz für modulare Automation vor

Das diesjährige Anwendertreffen der Namur steht unter dem Motto „Dezentrale Intelligenz“. Namur-Vorstand Dr. Thomas Tauchnitz beschrieb anschaulich den Engineeringaufwand, der bislang erforderlich ist, um Anlagenmodule in die Gesamtautomatisierung einzubinden. Seine Kernfrage lautet: „Wie können die Systeme die freie Wahl zwischen zentral und dezentral unterstützen?“

Um dies zu erreichen hat Wago gemeinsam mit der TU Dresden und der Hochschule Hamburg eine Beschreibungssystematik (Modul Type Package, MTP) entwickelt. Das Gesamtkonzept Dima steht dabei für die Dezentrale Intelligenz Modularer Anlagen. Ulrich Hempen, Leiter Market Management bei Wago, beschrieb im Sponsorenvortrag den Trend zur Individualisierung von Produkten, die zu schwankenden Absatzmengen führen wird. Und da auch Chemieprodukte dann einen immer kürzeren Produktlebenszyklus haben werden, müssen diese schneller zur Marktreife gebracht werden. „Globlalisierung und Individualisierung sind keine Modeerscheinung, sondern ein unumkehrbarer Trend“, ist Hempen überzeugt.

Beim „Dima“ (Dezentrale Intelligenz für Modulare Anlagen) genannten Ansatz werden Leitebene und Modulebene über eine neutrale Schnittstelle getrennt. Die Eigenschaften des automatisierten Moduls werden in einem MTP genannten Module Type Package in einem definierten und offenen Format beschrieben. Dabei ist MTP kein standardisierter Dienstekatalog, sondern die Moduleigenschaften werden von dessen Hersteller festgelegt. Module können dabei Teilanlagen, Apparate oder Ausrüstungsgruppen sein. Der Dima-Ansatz unterstützt daneben Dienste wie Prozeduren, Operationen und Funktionen der Anlagenmodule.

Die Vorgehensweise ist dabei wie folgt: Hat der Modulhersteller die Eigenschaften des Moduls in der Module Type Package beschrieben, werden diese Informationen von einem Engineering-Tool in die proprietären Formate der jeweiligen Scada-, HMI- oder MES-Werkzeuge übrersetzt und von dort als proprietäre Informationen in das Standard-Engineeringsystem des Leitsystems geladen. Standardisierte Interfaces am übergeordneten Automatisierungssystem sind dabei nicht notwendig. Der Ansatz wird vom neuen Engineering-Werkzeug e!cockpit unterstützt, das Wago auf der Messe SPS/IPC/Drives vorstellen will.

Die Tiefe der Integration ist bei Dima wählbar. Der Ansatz unterstützt sowohl die White Box-Automation, als auch die Black-Box-Automation. Am Beispiel der Bedienung und Beobachtung wird das deutlich: Bei der White-Box-Automation wünscht sich der Anwender einen tiefen Einblick in die Automatisierung und will auch manuell auf einzelne Funktionen und Komponenten zugreifen können. Beim Black-Box-Ansatz bleiben Detailinformationen des verfahrenstechnischen Moduls, zum Beispiel einer Zentrifuge, ausgeblendet.

„Wir stellen die Dima-Technologie dem Markt frei zur Verfügung“, erklärt Wago-Geschäftsführer Sven Hohorst. Dabei soll das System einerseits mit dem herstellereigenen Engineeringsystem eCockpit, aber auch mit anderen Engineeringsystemen genutzt werden können.

Ein ausführlicher Nachbericht zur Namur-Hauptsitzung ist hier ab Montag verfügbar.

(as)

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