Clariant CEO -Ernesto-Occhiello

...sein Nachfolger wird Ernesto Occhiello, bislang Chef der Spezialchemie-Sparte von Sabic. . (Bilder: Clariant)

| von Armin Scheuermann ist Chefredakteur der CHEMIE TECHNIK

Es klingt nach einem Fall von „Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte“: Nach dem geplatzten Merger zwischen Clariant und dem amerikanischen Chemiehersteller Huntsman hat sich nun der saudische Chemiekonzern Sabic einen großen Anteil an der Schweizer Clariant gesichert: Mit 25 % Anteilen an dem Unternehmen aus Muttenz sieht sich Sabic als „Ankeraktionär“. Doch ein stiller Teilhaber ist der Anteilseigner aus dem Mittleren Osten nicht. Auf die offizielle Genehmigung für den Einstieg folgte wenige Tage später der Paukenschlag: Clariant bekommt einen neuen CEO, und den Schweizern wird ein Umbau des Portfolios auferlegt.

Sabic-Manager wird neuer CEO

Ernesto Occhiello, bislang Chef der Spezialchemie-Sparte von Sabic wird den langjährigen Clariant-Chef Hariolf Kottmann beerben. Kottmann, der in den vergangenen zehn Jahren die Geschäfte von Clariant führte, soll ab 16. Oktober dem Verwaltungsrat des Spezialchemiekonzerns vorstehen. Sabic will künftig vier Vertreter des künftig auf zwölf Mitglieder erweiterten Verwaltungsrats stellen.

Clariant gab gleichzeitig bekannt, dass man sich mit dem Spezialchemie-Geschäft von Sabic zu einem Joint Venture für „High Performance Materials“ zusammenschließen will, das eine Umsatzgröße von 2,7 Mrd. Euro haben wird. Zu den Produkten des Joint Ventures gehören Thermoplaste für Elektronik, Healthcare, Luftfahrt, Automobil- und Roboterindustrie. Clariant will seine Bereiche Additive und High Value Masterbatches in das Joint Venture einbringen und will die Mehrheit an der gemeinsamen Unternehmung behalten. Die Transaktion soll bereits bis Mitte 2019 durchgeführt und bis Ende 2019 abgeschlossen werden.

Geschäft mit Standard-Kunststoffen und Pigmenten wird verkauft

Das verbleibende Geschäft mit Kunststoffen (Standard-Masterbatches, Medizin-Kunststoffe) und Pigmenten soll bis 2020 verkauft werden. „Obwohl die Profitabilität dieser Geschäfte in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert werden konnte, erfüllen die zu verkaufenden Aktivitäten nicht die von der Gruppe aufgestellten Kriterien: Diese sehen die Differenzierung durch Innovationen in Bereichen mit hohem Wachstum und hoher Profitabilität vor“, heißt es dazu in der Presseerklärung des Unternehmens.

Von der Zusammenarbeit mit Sabic verspricht sich der Schweizer Hersteller drei Jahre lang jährliche Synergien von 88 Mio. Euro. Außerdem soll das neue Portfolio einen Wachstumsschub bringen: Ab 2021 soll der Umsatz auf 8 Mrd. Euro (2017: 5,7 Mrd. Euro) steigen und eine Marge von 20 % erzielt werden – 5 % mehr als im vergangenen Geschäftsjahr. Ob mit der neuen Aufstellung und dem Anker Ruhe einkehren wird, bleibt abzuwarten. Denn Sabic selbst wird seit einigen Monaten als Übernahmekandidat gehandelt (siehe Textkasten).

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Der Ankeraktionär

Saudi Basic Industries, Sabic

Sabic (Saudi Basic Industries Corporation) ist ein saudisches Chemieunternehmen mit einem Jahresumsatz von 33,8 Mrd. Euro. Die Nummer Vier der weltgrößten Chemieunternehmen gehört zu 70 % dem saudischen Staatsfonds Public Investment Fund und ist das größte börsennotierte Unternehmen im Mittleren Osten. Die vier Geschäftsbereiche von Sabic sind Petrochemicals, Specialties, Agri-Nutrients und Metals. Im Juli wurden Gerüchte laut, dass der Energiekonzern Saudi Aramco eine strategische Beteiligung an Sabic plant. Damit würde der Chemiekonzern mit der weltweit größten Rohstoffbasis entstehen.

 

 


 

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