Betankung eines Passagierflugzeugs

MIt synthetischem Kerosin soll der Klimagas-Ausstoß von Flugzeugen gesenkt werden. (Bild: industrieblick - stock.adobe.com)

Die Anlage soll auf dem Gelände des Industrieparks Höchst entstehen und bereits von 2023 an jährlich bis zu 3.500 Tonnen eines Vorprodukts für synthetisches Kerosin produzieren. Das Vorprodukt kann anschließend in einer Raffinerie zum überwiegenden Teil als Flugkraftstoff weiterverarbeitet werden. „Wir brauchen synthetische Kraftstoffe, um in allen Sektoren die Erreichung der Klimaziele zu ermöglichen. Mit unserem Vorprodukt wollen wir fünf Prozent des europäischen Rohölbedarfs bis 2035 decken – diese Pionieranlage ist erst der Anfang. Wir werden die Technologie global ausrollen und so die Produktionskapazitäten erhöhen“, sagte Ineratec-Geschäftsführer Philipp Engelkamp. Ineratec investiert rund 30 Mio. Euro in den Bau der neuen Anlage.

Wichtiger Treiber des Projekts sind neben dem hessischen Verkehrsministerium das Kompetenzzentrum für Klima- und Lärmschutz im Luftverkehr – kurz: CENA – , das Anfang 2020 vom Land Hessen gegründet wurde. „Innerhalb kurzer Zeit hat das CENA die wichtigsten Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft an einen Tisch gebracht, die technische Machbarkeit einer mittels Wasserstoffspeicherung erfolgenden Lastpufferung bei einem der Module der Pilotanlage für Power-to-Liquid prüfen lassen und Projektpartner für die Umsetzung eines entsprechenden Forschungsprojekts gefunden“, sagte der hessische Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir.

„Die in der geplanten Pionieranlage hergestellten Mengen sind im Vergleich zum Kraftstoffbedarf am Flughafen Frankfurt noch gering“, sagte Al-Wazir. „Es geht bei der Pilotanlage darum, synthetisches Kerosin in größerem Maßstab als bisher herzustellen, um Erfahrungen für die Massenproduktion zu gewinnen.

Weitere Projekte für Power-to-X

Bernhard Dietrich, Leiter des CENA: „Wir planen gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft ein Forschungsprojekt, das untersucht, wie diese Schwankungen bei der Stromversorgung aus erneuerbaren Energien bei der Produktion des synthetischen Kerosins abgepuffert werden können. Dafür wird ein Teil der geplanten Pilotanlage im Industriepark Höchst genutzt. So können wir diese für die spätere industrielle Hochskalierung zentrale Fragestellung praxisnah untersuchen.“ Hessen unterstützt das Projekt mit bis zu 1,9 Mio. Euro als Kofinanzierung zur Bundesförderung. Eine entsprechende Projektskizze des Projekts „Repose“ wurde zur Förderung beim Bundesministerium für Digitales und Verkehr empfohlen.

Ineratec hatte im Januar vermeldet, Investoren für ein Wachstumskapital von 20 Mio. Euro gewonnen zu haben. Bereits 2021 hatte das Karlsruher Start-up im niedersächsischen Emsland die nach eigenen Angaben bisher weltweit größte Pilotanlage zur Herstellung von nachhaltigem E-Kerosin eröffnet.

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