| von Marcus Lange, Technischer Leiter und
Unter Druck stehende Leitungen müssen vor der Instandsetzung sicher abgesperrt und entlüftet werden. Das Safebloc vereinfacht diesen Vorgang

Unter Druck stehende Leitungen müssen vor der Instandsetzung sicher abgesperrt und entlüftet werden. Das Safebloc vereinfacht diesen Vorgang

Achtung heißer Dampf! Wenn Dampf oder gefährliche Flüssigkeiten aus Leitungen oder Kesseln austreten und Menschen damit verletzt werden, ist das ein Szenario, das jeder Betreiber vermeiden möchte. Zwar gilt es bei der Instandhaltung eine Reihe von Vorschriften einzuhalten, doch eine Tücke steckt im Aufbau der Absperrvorrichtung. In der Regel besteht sie aus mehreren Ventilen, die nacheinander zu betätigen sind, um sich nicht zu verletzen. Einfacher und sicherer ist eine Armatur, die Absperrventile und Entspannungsanschluss in einem Gerät kombiniert.

Arbeitssicherheit geht vor

Um Mitarbeiter zu schützen und Unfälle zu vermeiden, nimmt die Arbeitssicherheit beim Betrieb von überwachungsbedürftigen Anlagen einen immer größeren Stellenwert ein. Zu diesen überwachungsbedürftigen Anlagen zählen nach der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) neben Dampfkessel und Druckbehälteranlagen insbesondere auch unter Druck stehende Leitungen, welche gefährliche oder heiße Medien führen. Wartungsarbeiten an solchen Anlagen sind immer mit erhöhten Risiken und Gefahren für die Mitarbeiter verbunden. Nicht umsonst setzen daher einschlägige Vorschriften geeignete Schutzmaßnahmen voraus. So zum Beispiel fordert die Unfallverhütungsvorschrift „Wärmekraftwerke und Heizwerke“ (BGV C14) im §3 (2), dass für die Bedienung und Instandhaltung von Anlagen und Anlagenteilen Einrichtungen vorhanden sein müssen, die eine sichere Durchführung dieser Arbeiten gewährleisten. Dieser Vorgabe wird man in der Praxis dadurch gerecht, dass folgende prinzipielle Schritte vor Arbeiten an drucktragenden Anlagenteilen durchgeführt werden:

  • allseitig absperren,
  • sichern der Absperrarmaturen,
  • entleeren und belüften der Anlagen,
  • sichern der Armaturen gegen unbefugtes Betätigen,
  • evtl. ausreichend spülen und
  • Entleerung und Drucklosigkeit oder Konzentration feststellen.

Sicher absperren

Im einfachsten und damit für den Mitarbeiter gefährlichsten Fall, wird der zu wartende Anlagenteil mit einfachen Absperrventilen abgeriegelt und die Entspannung der Anlage durch Lösen einer Flanschverbindung hergestellt. Dass diese Vorgehensweise gefährlich ist, dürfte unumstritten sein. Geht man einen Schritt weiter, werden zwei Absperrventile über ein T-Stück verbunden, wobei ein drittes Absperrventil den noch freien Anschluss am T-Stück abschiebt.

Während des normalen Betriebes der Anlage sind die Ventile 1 und 2 geöffnet und das Entspannungsventil 3 geschlossen. Vor Wartungsarbeiten werden zuerst die Ventile 1 und 2 geschlossen und danach das Entspannungsventil 3 geöffnet. Hierbei ist natürlich sicherzustellen, dass die dem Ventil 3 nachfolgende Entspannungsleitung an einen sicheren Ort geführt wird. Nun wird Ventil 2 geöffnet, und das unter Druck stehende Medium kann sich über das Ventil 3 entspannen. Ist Drucklosigkeit erreicht, wird Ventil 3 geschlossen und die doppelt gesicherte Anlage kann nun gefahrlos in Stand gesetzt werden.

Absperren und Entspannen in einem

Die konventionelle Anordnung erfordert entsprechenden Installationsaufwand und birgt durch die vielen Verbindungen wiederum entsprechendes Gefahrenpotenzial. Sicher und platzsparender löst diese Aufgabe das Doppel-Absperrventil Safebloc. In dieser Armatur werden die zwei zuvor beschriebenen Absperrventile und ein Entspannungsanschluss in einem Ventil vereint. Das Ventil sichert eine doppelte Absperrung und kontrolliertes Entspannen von unter Druck stehenden Anlagenteilen, ohne dass heiße oder gefährliche Medien undefiniert abgelassen werden. Das Design ermöglicht, dass das Safebloc die gleiche Baulänge (EN 558, Reihe 1) wie ein übliches Absperrventil aufweist. Bestehende Anlagen können problemlos nachgerüstet werden, ohne hierfür zusätzlichen Aufwand für Rohrleitungsänderungen zu verursachen. Die Absperrvorrichtung wird aus Stahlguss in Druckstufe PN 40 und Ansi 300 in DN 15 bis DN 100 gefertigt und besitzt einen Doppelfaltenbalg aus Edelstahl. Somit kann sie für Fluide der Gruppe 1 und 2 nach DGRL 97/23/EG eingesetzt werden, was einen weitläufigen Anwendungsbereich ermöglicht. Der Hersteller bietet unterschiedliche Ausführungen für die Anschlüsse an.

Der Eintrag "freemium_overlay_form_cte" existiert leider nicht.