| von Fabian Liebl

Die Eastman Chemical Company, Kingsport (USA), hat ihre seit 2000 bestehende Allianz mit der Lurgi GmbH, Frankfurt am Main (Deutschland), zur Lizenzvergabe der von Eastman patentierten Terephthalsäure-Technologie (EPTA) auf SK Chemicals Co. Ltd., Seoul (Korea), ausgeweitet. EPTA ist Eastmans Markenname für Terephthalsäure, das wichtigste Hauptzwischenprodukt für die Erzeugung von Polyethylenterephthalat (PET).


Mit der neuen Vereinbarung erhält Lurgi – neben dem exklusiven Recht zur weltweiten Lizenzvergabe der Eastman EPTA-Technologie – durch das Einbringen des technologischen Know-hows von SK Chemicals auf dem Gebiet der Erzeugung von Polymeren aus EPTA zusätzliche Chancen im Markt als Engineering-Partner.


Troika auf dem Weltmarkt


Damit werden die Stärken von drei Weltmarktunternehmen vereint. Eastman produziert heute über Voridian, einem Unternehmen von Eastman, mehr als 450000 t/a EPTA. Seit 1958 produziert Eastman auch PET, und die Tochterfirma Voridian bietet die derzeit breiteste Produktpalette für Behälter an. Eastman, der weltgrößte Produzent von PET, hat eine Jahreskapazität von 1,5 Mio. t.


SK Chemicals stellt seit 1978 PET-Harz her und seit 1989 auch PTA unter ihrer eigenen Marke (SK PTA) mit einer Lizenz von Eastman. Das Unternehmen hat die Technologie durch kontinuierliche F&E-Anstrengungen weiter entwickelt. Derzeit produziert es 420000 t PTA und 300000 t PET pro Jahr. SK beliefert so unterschiedliche Segmente wie Industrien zur Produktion von Verpackungsharzen, der Petrochemie und Spezialchemie, für die Life Sciences- und Acetat-Industrie.


Nutzen für alle Beteiligten – aber unterschiedlicher Fokus


Nach Einschätzung von  T. A. Smith, Group Vice President Polymers bei Voridian wird die Nachfrage nach Terephthalsäure weiterhin steigen, insbesondere in Asien. Mit dieser Allianz zeige man, dass das Verfahren das derzeit kostengünstigste zur Produktion von Terephthalsäure sei und gleichzeitig bessere Eigenschaften für die Herstellung von Fasern und Behältern aufweise.


Für Lurgi bietet sich durch die Allianz die Möglichkeit, sich als ein Ingenieurdienstleistungsunternehmen mit Gesamtlösungen für potenzielle Kunden zu positionieren. Denn mit der Technologielizenz auf der Grundlage des Eastman-Verfahrens könne man, so Andreas Schilcher, Generalbevollmächtigter der Lurgi, neben dem Engineering, der Projektabwicklung, Beschaffung und dem Bau von EPTA-Anlagen auch Wirtschaftlichkeits- und Konzeptstudien, die Produktbeförderung, Finanzierung und den After-Sales-Service erbringen.


Für den koreanischen Partner steht die Standortfrage im Vordergrund. Angesichts einer ständig fortschreitenden Globalisierung biete die Partnerschaft zwischen drei Großunternehmen auf drei verschiedenen Kontinenten – Asien, Amerika und Europa – strategische und logistische Vorteile in der käuferbestimmten PTA-Industrie, besonders in Asien, betont J.H. Hong, Präsident von SK Chemikals.

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