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| von Jona Göbelbecker

Alle Kennzahlen lagen aber deutlich unter Vorjahr. Im Vergleich zum Vorquartal stieg die Chemieproduktion inklusive Pharma von Juli bis September 2020 demnach um 1,9 %. Das reine Chemiegeschäft legte sogar um 4,9 % zu, da die Nachfrage aus der Industrie anzog. Die Kapazitätsauslastung der Anlagen stieg von 77,5 auf 81,6 %.

Auch Preise und Umsätze gestiegen

Der Branchenumsatz legte von Juli bis September 2020 legte gegenüber dem Vorquartal um 2,8 % auf 43,8 Mrd. Euro zu. Wachstumsimpulse kamen aus dem Inlandsgeschäft, das um 3,5 Prozent stieg. Die Verkäufe an Kunden im Ausland wuchsen um 2,5 %. Insbesondere das für die Branche wichtige Europageschäft entwickelte sich positiv.

Chemische Erzeugnisse waren im dritten Quartal 0,5 % teurer als im Vorquartal, aber 2,6 % günstiger als im Vorjahr. Niedrige Ölpreise und die insgesamt schwache Nachfrage verhinderten stärkere Preisanstiege.

Die Zahl der Arbeitsplätze in der chemisch-pharmazeutischen Industrie ist im dritten Quartal trotz der Corona-Pandemie noch stabil geblieben. Die Unternehmen beschäftigten zuletzt knapp 464.000 Mitarbeiter und sicherten die Arbeitsplätze, wo es nötig war, unter anderem mit Kurzarbeit.

Prognose wieder etwas eingetrübt

Die weltweite Wirtschaftskrise ist nach Einschätzung des Verbandes noch lange nicht überwunden. Mittlerweile hat sich die zweite große Infektionswelle aufgebaut. Viele europäische Länder und Deutschland haben die Maßnahmen zum Gesundheitsschutz massiv verstärkt.

Die Geschäftsaussichten der Chemieunternehmen haben sich daher zuletzt wieder eingetrübt. Der VCI geht für das Gesamtjahr 2020 weiterhin von einem Produktionsrückgang in der chemisch-pharmazeutischen Industrie von 3,0 % aus. Bei rückläufigen Preisen (-2,0 %) sinkt der Branchenumsatz um 6,0 % auf 186,4 Mrd. Euro.

VCI-Präsident Christian Kullmann sagt zur Lage der Branche: „Der Chemie steht nach der aktuellen Erholung ein schwieriges Schlussquartal bevor. Auch wenn der Auftrieb in der Industrie stark war, droht durch Corona ein neuer Dämpfer. Wirtschaft und Gesellschaft sind gefordert, durch wirksame Maßnahmen und richtiges Verhalten das Infektionsrisiko einzudämmen. Die Bundesregierung muss verhindern, dass es zu dauerhaften wirtschaftlichen Schäden kommt.“

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