Wirtschaftsminister Altmaier

Den Auftakt zum Zukunftsdialog Chemie und Pharma machte Wirtschaftsminister Altmaier bereits im November 2020. (Bild: BMWi/Andreas Mertens)

| von Jona Göbelbecker

Das internationale Wettbewerbsumfeld der Unternehmen Chemieindustrie hat sich in den letzten Jahren erheblich gewandelt. „Um die Leistungskraft unserer Branche zu erhalten und zu fördern, müssen wir den Standort an diese Veränderungen anpassen“, betonte Christian Kullmann, Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI). Das Ergebnis des Zukunftsdialoges mit dem Bundeswirtschaftsministerium benenne daher in aller Klarheit die dafür wichtigsten Elemente. „Mehr Rückenwind für Innovationen, schnellere Genehmigungsverfahren und günstige Strompreise sind zentrale Bausteine des Maßnahmenkonzeptes.“

Sechs Handlungsfelder ausgemacht

Chemie und Pharma sind ein starker Motor für Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung in Deutschland. 2020 setzte die Branche über 186 Mrd. Euro um und beschäftigte rund 464.000 Mitarbeiter. Ein Bündel von Maßnahmen zu sechs Themenfeldern, die starken Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen haben, soll die Zukunft des drittgrößten Industriezweiges in Deutschland durch nachhaltige Rahmenbedingungen sichern.

Die gemeinsamen Handlungsempfehlungen erstrecken sich auf die Politikfelder Standortqualität, Green Deal und Transformation, Klimaschutz, Chemikalienstrategie, industrielle Gesundheitswirtschaft und Governance. Ein besonderes Anliegen ist es den Partnern, die Rahmenbedingungen für die pharmazeutische Industrie in Deutschland zu optimieren und Schwachstellen zu beseitigen, die im Zuge der Corona-Pandemie zutage getreten sind. Hierfür müssen, so der Bericht, die Wertschöpfungsketten durch Diversifizierung der Standorte gestärkt, Innovationen durch passgenaue Regulatorik und ein höheres finanzielles Engagement befördert und Produktionsstandorte in Deutschland und Europa ausgebaut, neu angesiedelt und erhalten werden.

Qualifizierte Mitarbeiter sind elementar

Für den Präsidenten des Arbeitgeberverbandes BAVC, Dr. Kai Beckmann, ist es elementar, dass es in Deutschland auch weiterhin gut qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ausreichender Anzahl gibt. „Die Vermittlung digitaler Kompetenzen, auch zur Analyse von Big Data und Künstlicher Intelligenz, gehört endlich auf die Stundenpläne! Zur Bewältigung des digitalen Wandels müssen die Schulen und Hochschulen dafür auch mit den erforderlichen Personal- und Sachmitteln ausgestattet werden. Für die duale Ausbildung heißt das ganz klar, dass die beruflichen Schulen auch gleichberechtigt im ‚Digitalpakt Schule‘ berücksichtigt werden sollten. Die Unternehmen in unserer Branche leisten bereits überdurchschnittlich viel Weiterbildung. Unsere branchenweite ‚Qualifizierungsoffensive Chemie‘, die die Chemie-Sozialpartner im Tarifabschluss 2019 verabredet haben, trägt mit dazu bei.“

„Vor unserer Branche und ihren Beschäftigten liegen herausfordernde Jahre“, glaubt auch der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Michael Vassiliadis. „Es gilt, die klimagerechte Transformation zu stemmen, Regulatorik und Standortsicherheit im Gleichgewicht zu halten und die heimische Pharmaproduktion zu stärken. Deshalb kommt es darauf an, dass in diesen Fragen die Chemie stimmt zwischen Politik, Industrie und Sozialpartnern. Unser gemeinsames Handlungskonzept bietet eine gute Grundlage dafür.“

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