Händewaschen ist wichtig, aber Desinfektionsmittel sind durch die Corona-Krise überall knapp. (Bild: Vladyslav Bashutskyy – Fotolia)

Händewaschen ist wichtig, aber Desinfektionsmittel sind durch die Corona-Krise überall knapp. (Bild: Vladyslav Bashutskyy – Fotolia)

| von Ansgar Kretschmer

Der für die Herstellung des Desinfektionsmittels benötigte Alkohol, insgesamt 11.000 Liter Isopropanol, wurde Anfang der Woche mit Spezialfahrzeugen vom Wacker-Produktionsstandort Nünchritz zum Chemiepark Gendorf transportiert. Dort geschah die Abmischung der Lösung zu gebrauchsfertigen Desinfektionsmitteln. Die Desinfektionslösung wird über ein Verteilzentrum der bayerischen Staatsregierung in den betroffenen Regionen an Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen verteilt.

Corona-Krise in der deutschen Industrie – die Meldungen in Bildern

Arbeitsdirektor und Vorstandmitglied Dr. Christian Hartel machte deutlich, dass eine schnelle und unbürokratische Hilfe für Wacker selbstverständlich sei: „Wir haben unsere Vorräte an Ethanol und Isopropanol über den Verband der Chemischen Industrie auf Bundesebene zurückgemeldet, um in einer konzertierten bundesweiten Aktion Engpässe bei Desinfektionsmitteln entgegen zu wirken“, sagte Hartel, der auch Vorsitzender der bayerischen Chemieverbände ist. In dieser schwierigen Situation sei es wichtig, dass alle zusammenstehen, betonte er. „Mit dieser Spende wollen wir unseren Beitrag dazu leisten, die Versorgung von Krankenhäusern und Pflegestätten in Bayern mit dringend gebrauchtem Desinfektionsmittel kurzfristig zu verbessern.“

„Alle haben an einem Strang gezogen“

Dr. Bernhard Langhammer, Geschäftsleiter des Chemiepark-Betreibers Infraserv Gendorf: „Die schnelle Hilfeleistung durch die kurzfristige Lieferung von Isopropanol und die Herstellung dringend benötigter Desinfektionsmittel erfolgte im erfolgreichen Schulterschluss und Verbund der Unternehmen des Bayerischen Chemiedreiecks. Alle Beteiligten haben in der aktuellen Krisensituation an einem Strang gezogen zum Wohle und für den Gesundheitsschutz der Hilfs- und Pflegekräfte und der Bevölkerung.“

Im bayerischen Chemiedreieck werden auch in der aktuell besonders herausfordernden Situation wichtige Versorgungsgüter, insbesondere Mineralölprodukte für Mobilität und Wärme sowie Grundstoffe für die Pharmazie, Medizin und Medizintechnik und für Produkte des Alltags, hergestellt. Wesentlich dafür ist die eingespielte Verbundstruktur der Chemieunternehmen in der Region. Die Herstellung von Kraftstoffen für Transportfahrzeuge durch die im bayerischen Chemiedreieck ansässige OMV bedingt beispielsweise eine entsprechende Abnahme von Ethylen durch Wacker und den Chemiepark Gendorf. Einen Beitrag zur Versorgungssicherheit und zu einer funktionierenden Infrastruktur leisten die Unternehmen des südostbayerischen Chemiedreiecks auch mit ihren Gas- und Dampfkraftwerken sowie der Übernahme und Klärung von Abwässern der umliegenden Städte und Gemeinden. (ak)

Der Eintrag "freemium_overlay_form_cte" existiert leider nicht.