VDMA-Exportbericht

Maschinenbau: Keine Wachstumsimpulse durch Außenhandel

22.11.2019 Die Abkühlung der Weltwirtschaft – insbesondere in der Industrie – auch bedingt durch zunehmenden Protektionismus und Handelskonflikte, hinterlässt Bremsspuren in den deutschen Maschinenexporten. Veränderungen verzeichnet der VDMA besonders bei bisherigen Stammkunden.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres legten die Maschinenauslieferungen nach Angaben des Statistischen Bundesamts lediglich um nominal 0,6 % oder 0,82 Milliarden Euro auf 134,6 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr zu. Im ersten Quartal hatten die Ausfuhren (nach korrigierten Zahlen) noch ein Plus von 3,9 % erreicht. Im zweiten und dritten Quartal 2019 verbuchten die Maschinenbauer dagegen ein Exportminus von 0,8 bzw. 1,1 %. „Eine Trendumkehr ist vorerst nicht in Sicht. Die Maschinenbauunternehmen verzeichnen seit Monaten Orderrückgänge gleichermaßen im In- und Ausland“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. „Insofern wird es schwer werden, das nominale Exportplus für das Gesamtjahr 2019 zu halten.“

USA und China schwächeln

Zwischen Januar und September stiegen die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten, der Nummer Eins der Zielländer für deutsche Maschinenexporteure, um 6,2 % auf 15,02 Milliarden Euro. Damit haben die USA einen Anteil von 11,2 % an den gesamten deutschen Maschinenausfuhren. Im dritten Quartal 2019 konnten die Maschinenexporte in die USA zwar mit einem Plus von 3,2 % weiter zulegen. Doch im Vergleich zu ersten Jahreshälfte 2019 (plus 7,8 %) ließ das Tempo spürbar nach.

Einen Vorzeichenwechsel gab es bei den Maschinenexporte nach China: Von Januar bis September schrumpften die Maschinenauslieferungen um 0,7 % auf 14,1 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal lag noch ein kleines Exportplus von 0,1 % vor. China, zweitwichtigster Einzelmarkt für deutsche Maschinenexporteure, hat einen Anteil von 10,5 % an den gesamten Maschinenausfuhren. „Die deutschen Maschinenexporte in die Volksrepublik können sich der schwächeren Umsatzentwicklung des Maschinenbaus am Standort China nicht entziehen“, sagte Wiechers.

Frankreich als Wachstumsmotor Europas

Frankreich, die Nummer Drei im Exportranking, dagegen gab mit einem Exportwachstum in den ersten neun Monaten von 6,9 % auf 9,38 Milliarden Euro den Maschinenausfuhren in die europäischen Kundenländer wichtige Impulse. „Die seit Beginn dieses Jahres sich verbessernde Investitionsneigung insbesondere der französischen Unternehmen zeigt sich unmittelbar in den deutschen Maschinenexporten dorthin“, sagte Wiechers.

„Die Wirtschaft in Frankreich wächst stärker als im Euroraum, vor allem aber auch im Vergleich zu Deutschland. Die Steuer- und Arbeitsrechts-Reform von Präsident Macron zeigt Früchte“, so Wiechers. Das Gegenteil sieht man in Großbritannien. Das politische Gezerre um die Modalitäten des Brexits belasteten das Exportgeschäft mit dem Vereinigten Königreich ab dem zweiten Quartal 2019 deutlich. Deutsche Maschinenbauexporteure mussten von Januar bis September einen Exportrückgang von 4,8 % auf 5,66 Milliarden Euro verzeichnen. Im ersten Quartal verbuchte die Branche noch ein Plus von 8,8 % im Export mit dem Vereinigten Königreich.

Spuren hinterließ die Politik ebenfalls im Maschinenexport nach Italien. Die Ausfuhren schrumpften in den ersten neun Monaten des Jahres um 5,4 % auf 6,03 Milliarden Euro. Die Exporte in die EU-Länder insgesamt legten in den ersten neun Monaten um 1,1 % auf 64,6 Milliarden Euro zu. Unverändert schwierig blieb dabei das Geschäft mit der Türkei (minus 7,7 % auf 2,36 Milliarden Euro). Das Geschäft mit Russland schrumpfte in den ersten neun Monaten um 3,6 % auf 4,03 Milliarden Euro. Allerdings verzeichneten die Maschinenexporte nach Russland im dritten Quartal ein Plus von 7,0 %. Weiterhin positiv entwickelten sich die Ausfuhren nach Japan (plus 10,5 % auf 2,19 Milliarden Euro). (ak)

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