Feindliche Übernahme

Merck lässt im Kampf um Versum nicht locker

27.03.2019 Der Darmstädter Merck-Konzern will den Elektronikmaterialien-Hersteller Versum übernehmen. Dessen Management bevorzugt aber weiterhin einen Zusammenschluss mit dem Konkurrenten Entegris. Merck wirbt daher direkt um die Versum-Aktionäre und hat sein Angebot nun auf insgesamt 6 Mrd. Dollar erhöht.

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Die Produkte des Übernahmekandidaten Versum kommen unter anderem in der Halbleiter-Industrie zum Einsatz. (Bild: photocrew – Fotolia)

Im nunmehr zweiten offenen Brief an die Aktionäre zeigte sich Merck „fest entschlossen, die Übernahme von Versum abzuschließen“. Das nun vorliegende Übernahmeangebot sei ein eindeutiger Schritt in diese Richtung und liege 23,6 % über dem Wert des Entegris-Zusammenschlussangebots am 25. März 2019. Trotzdem hält die Führung von Versum offenbar an den Fusionsplänen fest, jedenfalls weigert sich der Vorstand nach Angaben von Merck, Gespräche über das Angebot aus Deutschland aufzunehmen.

Wichtig für Spezialchemie-Geschäft

Die Beharrlichkeit von Merck zeigt, wie bedeutend der Deal für das Unternehmen ist – insbesondere für die Spezialchemie-Sparte. Während sich die Geschäftsbereiche Healthcare und Labor gut entwickeln, schwächelt insbesondere das Geschäft mit Flüssigkristallen. Die Umsatzerlöse im Bereich Performance Materials gingen 2018 um 1,7 % zurück und auch die Aussichten für 2019 sind vor allem in China wenig erquicklich. Das vielseitige Portfolio von Versum für die Halbleiter- und Displayindustrie könnte das eigene Geschäft ergänzen und die Spezialchemie-Sparte von Merck deutlich aufwerten. (jg)

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