Mischpumpwerk für Farben und Lacke

Mix in Ex

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16.04.2010 Das trockenlaufsichere Mischpumpwerk von Jessberger wird überall dort sinnvoll eingesetzt, wo in einem Arbeitsgang gemischt und gepumpt werden soll. Es eignet sich zum Mischen und Pumpen von sauberen, dünnflüssigen und leichtviskosen, aggressiven und nichtaggressiven, brennbaren und nichtbrennbaren Flüssigkeiten.

April 2010

Die Mischpumpe kann zum Fördern und Mischen von Flüssigkeiten auch im Ex-Bereich eingesetzt (Bild: Jessberger)

Die Pumpe wird in Fässern (1000 mm) und Behältern/Containern (1200 mm) und zum anschließenden Pumpen der Flüssigkeiten aus den Fässern/Behältern eingesetzt. Durch das Öffnen oder Verschließen der Mischöffnungen kann die Intensität der Mischwirkung beeinflusst werden. Im geschlossenen Zustand der Öffnungen im Außenrohr wird gefördert, im geöffneten Zustand wird gemischt und gefördert. Das Gerät besteht aus Edelstahl 1.4571 und kommt ohne Gleitringdichtung aus. Die Fass- und Behälterpumpe hat eine EG-Baumusterprüfbescheinigung gemäß der EG-Richtlinie 94/9 Anhang II Ziff. 6 und ist demnach für brennbare Flüssigkeiten und auch im explosionsgefährdeten Bereich zugelassen. In der Praxis werden z.B. Flexodruckfarben mit einer Viskosität von 140 mPas, die zum Absetzen neigen, in einem stehenden 200-Liter-Faß mit der Mischpumpe zunächst durchgemischt und anschließend in einen anderen Behälter gepumpt.

Durch den relativ kleinen Tauchrohr-Durchmesser von 50 mm ist das Mischpumpwerk dazu geeignet, in enghalsigen Fässern oder Behältnissen mit einem Spundloch G 2“ eingesetzt zu werden. Das Öffnen oder Schließen der Mischöffnungen erfolgt manuell über einen Hebel unterhalb des Handrades. Neben dem Hebel gibt es eine Beschriftung (mix, pump) mit einem Pfeil, der die Drehrichtung des Hebels für die gewünschte Funktion anzeigt. Im Mischbetrieb (mix) fördert die Pumpe mit reduzierter Leistung. Die Mischwirkung wird verbessert, wenn der Pumpenauslass während des Mischens verschlossen ist (z.B. geschlossene Zapfpistole, Absperrhahn, usw.). Jedes Mischpumpwerk wird mit einer Scheibe aus Edelstahl 1.4571 ausgeliefert, um den Pumpenauslass zu verschließen. Der Schlauchstecker wird mittels der Überwurfmutter entfernt und statt des Schlauchsteckers die Edelstahlscheibe mit PTFE-Dichtung eingelegt. Damit ist der Auslauf sicher und zuverlässig geschlossen, und die Mischleistung wird optimiert.

Innen: Zone 0, Motor in Zone 1

Das Mischrohr, das Pumpen-Außenrohr, das Innenrohr und die Antriebswelle sind aus rostfreiem Edelstahl, Werkstoff-Nr. 1.4571, hergestellt. Die Kupplung des Pumpwerks greift in die Motorkupplung des Pumpenantriebs und verbindet die Antriebswelle des Motors mit der Antriebswelle des Pumpwerks. Die Welle ist im oberen Pumpwerksbereich durch zwei Kugellager in Tandemanordnung gelagert. Die Kugellager werden mit einem Lippendichtring aus PTFE gegen eventuell auftretende Säuredämpfe geschützt.

Das Mischpumpwerk in vertikaler Position befindet sich bis maximal zur Unterkante Auslaufstutzen in der Flüssigkeit (Zone 0). Im Inneren eines Fasses oder Behältnisses herrscht generell die Zone 0. Die Trennstelle zwischen Zone 0 und Zone 1 wird durch das Fass-Spundloch bzw. die Oberkante des Behältnisses festgelegt. Der Pumpenantrieb, der sich in Zone 1 befindet, kann durch einen Ex-geschützten Elektromotor oder alternativ durch einen Druckluftmotor erfolgen.
Zum Fördern brennbarer Flüssigkeiten dürfen nur Pumpwerke der Gerätegruppe II, Kategorie 1/2 G verwendet werden. Diese erfüllen die Vorschriften für den Einsatz in Zone 0. Der Einsatz von explosionsgeschützten Motoren, gleich welcher Schutzart, in Zone 0 ist nicht zulässig. Ausnahmen können nur die örtlichen Überwachungsbehörden erteilen. Der Universalmotor JP-400 und insgesamt drei Druckluftmotore JP-AIR 1, JP-AIR 2 und JP-AIR 3 sind nach Atex zugelassen und erfüllen die Vorschriften für die Gerätegruppe II, Kategorie 2 G und sie können demnach in Zone 1 eingesetzt werden.
Im Wellenführungsrohr des Mischpumpwerks wird die Antriebswelle durch einen Führungsschlauch aus PTFE geführt, im unteren Pumpwerksbereich durch ein Edelkohlelager innerhalb des Pumpengehäuses zusätzlich gelagert. Im Pumpengehäuse aus Edelstahl befindet sich ein Leckeinsatz, der verhindert, dass die Förderflüssigkeit zwischen Welle und Wellenführungsrohr mit dem Förderdruck nach oben steigt.

Menge, Viskosität und Dichte einer Flüssigkeit bestimmen die Mischintensität und die Förderleistung der Pumpe. Als Förderelement stehen zwei Förderradausführungen zur Verfügung: Ein Axialrad aus ECTFE (Rotor) und ein Radialrad (Impeller) aus PVDF. Beide Förderelemente können auch in Edelstahl 1.4571 im Pumpwerk Verwendung finden. Der Rotor eignet sich für eine größere Fördermenge und eine geringere Förderhöhe. Der Impeller wird für eine größere Förderhöhe eingesetzt, allerdings mit einer geringeren Förderleistung im Vergleich zum Rotor. Für den Rotor bzw. den Impeller ist jeweils der dazu passende Pumpenfuß aus Edelstahl auszuwählen. Die größere Mischleistung wird zweifellos mit dem Rotor erreicht. Neben dem Pumpenwerkstoff Edelstahl 1.4571 ist das Mischpumpwerk auch in Polypropylen für aggressive und neutrale Flüssigkeiten erhältlich.

Heftausgabe: April 2010

Über den Autor

Dr. Kurt Jeßberger ,
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