Spart Zeit und Papier

Mobilität für die Instandhaltung

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08.10.2012 Im Rahmen innovativer Konzepte kommen mobile Endgeräte (PDA), wie in fast allen Lebensbereichen, auch in der Instandhaltung verstärkt zum Einsatz. Mit der Software Enginius kann der Instandhalter direkt vor Ort alle relevanten Informationen für die Inspektion, Wartung oder Instandsetzung seiner Anlagen auf dem mobilen Endgerät abrufen und Rückmeldungen über den Zustand der Anlagen, durchgeführte Tätigkeiten und benötigte Materialien geben.

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Entscheider-Facts Für Anwender

  • Mit der Software Enginius kann der Instandhalter direkt vor Ort alle relevanten Informationen für die Inspektion, Wartung oder Instandsetzung seiner Anlagen auf dem mobilen Endgerät (PDA) abrufen und Rückmeldungen über den Zustand der Anlagen, durchgeführte Tätigkeiten und benötigte Materialien geben.
  • Dadurch verringert sich der Aufwand für eine lückenlose Dokumentation, für die im Rahmen gesetzlicher und innerbetrieblicher Anforderungen immer mehr Arbeitszeit aufgewendet werden muss. Sie ermöglicht durch intelligente Zusatzfunktionen zudem auch eine signifikante Verbesserung der Instandhaltungsabläufe.
  • Die Software vereinfacht aber nicht nur die Dateneingabe, sondern verbessert durch weitere Funktionen auch deren Qualität.

Durch die Software verringert sich der Aufwand für eine lückenlose Dokumentation, für die im Rahmen gesetzlicher und innerbetrieblicher Anforderungen immer mehr Arbeitszeit aufgewendet werden muss. Sie ermöglicht durch intelligente Zusatzfunktionen zudem auch eine signifikante Verbesserung der Instandhaltungsabläufe.
„Das Wichtigste ist für mich, dass wir von Anfang bis Ende mit einem papierlosen Prozess arbeiten können, der uns erlaubt, schnell auf fehlerfreie Daten zum Zustand unserer Anlagen zuzugreifen. Als zertifizierter Betrieb müssen wir solche Daten nachweisen. Die Software Enginius hat nicht nur geholfen, die bis dahin verwendeten Karteikästen überflüssig zu machen, sondern auch die Qualität der Instandhaltung erheblich verbessert“, fasst Michael Kirk, Leiter Technik, seine Erfahrung mit Mobile Maintenance zusammen. Als technischer Leiter einer Produktionsstätte für Tiefkühlpizza von Dr. Oetker in Wittenburg gehörte er im Jahre 2007 zu den ersten, die den Sprung ins digitale Zeitalter im Bereich Maintenance wagten. „Als Vorreiter bei der Einführung von Mobile Maintenance hatten wir es nicht immer einfach und begleiteten die Entwicklung der Software mit, aber heute wollen wir die Vorteile nicht mehr missen“, ist sich Kirk sicher.

Mobile Maintenance erleichtert
die Arbeit

Triebfeder für die Einführung einer Lösung zur Mobile Maintenance ist oft der Wunsch, den Mitarbeitern die Arbeit zu erleichtern, indem die Redundanz bei der ehemaligen papiergebundenen Erfassung und der manuellen Eintragung in das SAP-System vermieden wird. Die mobile Lösung Enginius fungiert dabei als mobile Schnittstelle zum SAP-System. Mit einem mobilen Handgerät ausgestattet, erhalten die ausführenden Fachkräfte ihre Arbeitsaufträge digital. Vor Ort können sie ihre Mess-, Zustands- und Tätigkeitsdaten mittels eines einfachen Workflows eingeben. Die Daten werden durch eine Middleware direkt mit dem SAP-System synchronisiert. Dadurch ergibt sich eine Zeit- und damit auch Kostenersparnis bei der Auftragsvergabe und der Dokumentation der Ergebnisse.
Die Software vereinfacht aber nicht nur die Dateneingabe, sondern verbessert durch Zusatzfunktionen auch deren Qualität. So führte zum Beispiel der Betrieb in Wittenburg ein System zur Autoidentifikation der einzelnen Betriebsmodule ein. Da es sich um einen Nassbetrieb handelt, wurden voll verschweißte Funkchips (RFID-Technik) verwendet, die mit Hilfe eines Bluetooth-Stiftes gelesen werden. Das Gerät erkennt, an welchen der ungefähr 1.800 technischen Plätze es sich befindet, und zeigt alle für den Mitarbeiter relevanten Daten an. Er erfährt, was zu überprüfen ist, wie eventuelle Schadensbilder aussehen oder welche Messdaten erhoben werden müssen. Bei Zählerständen führt das System auch einen Plausibilitätscheck durch, so dass Fehleingaben sofort erkannt werden.

Einführung benötigt Ressourcen
Bei Dr. Oetker hat man inzwischen auf die SAP-Version ECC 6.0 und Enginius 3.5 umgestellt. Die mobile Software läuft auf Psion-Ikôn-Geräten unter Windows Mobile 6.1. Seit der Migration auf die höhere Version lassen sich über die mobilen Endgeräte noch weitere Funktionen des Instandhaltungsprozesses vereinfachen. So kann der Mitarbeiter Folgeaufträge zur Beseitigung von Mängeln anlegen und die Materialentnahme dokumentieren. Dazu scannt er den Barcode eines Ersatzteils, gibt die Menge ein und kann die Materialentnahme auf eine Kostenstelle buchen.
Die Einführung der Mobile-Maintenance-Lösung benötigt Ressourcen sowohl in der Instandhaltungs- als auch der IT-Abteilung des Anwenders. Sie folgt einem strukturierten Projektplan. Zunächst werden in einem individuellen Workshop Kundenwünsche erfasst und Anforderungen festgelegt. Gleichzeitig wird ein Pilot-Bereich ausgewählt, in dem die unternehmensspezifischen Anforderungen an die Software geklärt werden und das Handling der Geräte ausprobiert wird. Im Tiefkühlwerk von Dr. Oetker war das der Bereich der Haustechnik mit fünf Mitarbeitern, die die Infrastruktur der Kälte-, Wasser- und Heizungsversorgung sicherstellen. Hier werden zum Beispiel mehrmals täglich Betriebsstundenzähler abgelesen, Ölstände kontrolliert und Anlagenteile inspiziert. Am Ende der Pilotphase wird ein Revisionsworkshop abgehalten, der die Erfahrungen auswertet. Darauf folgt der Roll-out über das ganze Werk.
Individuelle Beratung spielt beim Implementieren der mobilen Instandhaltung eine große Rolle. Schließlich gilt es, über Jahre eingeübte Abläufe zu verändern und in der digitalen Welt abzubilden. Jeder Betrieb hat dabei seine eigenen Anforderungen. „Ein guter Berater muss die Besonderheiten im IT-System des Kunden schnell verstehen und die jeweiligen Anpassungen der Schnittstellen zum mobilen System vornehmen können“, erzählt Arthur Renpening, Leiter des Dr. Oetker-Projektes, von der BIS Maintenance Südwest aus seiner langjährigen Erfahrung mit der Einführung von Enginius. „Außerdem müssen die Anwender vom Mehrwert des Systems überzeugt werden. Das gelingt am besten, indem man im Revisionsworkshop den Mitarbeitern gut zuhört und ihre Zweifel und Änderungswünsche ernst nimmt.“

Verbesserte Anpassungsmöglichkeiten
Im Laufe der Jahre wurden die Anpassungsmöglichkeiten des Systems an vielfältige Kundenwünsche ständig verbessert. „Bei der Einführung im Werk in Wittenburg hat das Pilotprojekt noch ein dreiviertel Jahr gedauert. Heute können wir das System innerhalb eines Monats an die Voraussetzungen des jeweiligen Betriebes anpassen“, berichtet Arthur Renpening. Auch die Zusammenarbeit mit der Arbeitnehmervertretung spielt eine wichtige Rolle für die Akzeptanz der Neueinführung. In vielen Betrieben wird das Erheben von mitarbeiterspezifischen
Daten im Rahmen einer Betriebsvereinbarung genau geregelt.
„Die Instandhaltung der kommenden Generation wird quer durch alle Branchen durch den Einsatz innovativer Techniken zur Unterstützung der traditionellen Leistungen geprägt sein“, ist sich Franz Braun, Geschäftsführer der BIS Maintenance Südwest, sicher. „Auf Basis von Enginius kann die BIS Group ihren Kunden künftig die Bündelung bisher unterschiedlicher IT-Lösungen bieten und sie damit auch auf diesem Gebiet dabei unterstützen, Kosteneinsparungen und Prozessoptimierungen zu realisieren. So können Mobile Maintenance, Condition Monitoring, statistische Berechnungen der Ausfallwahrscheinlichkeit sowie weitere Verfahren etwa zur Steigerung der Energieeffizienz in eine Komplettlösung integriert werden. Gemeinsam mit den Kunden aus der Prozess- und Konsumgüterindustrie können damit völlig neue Maintenance-Strategien entwickelt werden.“
Herzstück der mobilen Lösung ist die Frontend-Anwendung für die mobilen PDA, die in der neuesten Generation mit Hilfe einer dem Smartphone nachempfundenen Navigation (Touch Controls) gesteuert werden können. Die dabei zum Einsatz kommenden mobilen Endgeräte sind herstellerunabhängig und benötigen das Betriebssystem Windows Mobile.n

 

Heftausgabe: Oktober 2012
Oliver Wichmann, Leiter Mobile Maintenance BIS Maintenance Südwest

Über den Autor

Oliver Wichmann, Leiter Mobile Maintenance BIS Maintenance Südwest
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