Offshore-Förderung im Kaspischen Meer

MOL beteiligt sich an größtem aserbaidschanischem Ölfeld

07.11.2019 MOL hat eine Beteiligung an dem nach eigenen Angaben größten aserbaidschanischen Ölfeld und einer damit verbundenen Pipeline erworben. Das ungarische Öl- und Gasunternehmen zahlt dem US-Energiekonzern Chevron dafür ca. 1,6 Mrd. US-Dollar.

Nach Abschluss der Transaktion, der für das zweite Quartal 2020 erwartet wird, hält MOL 9.57 % der Anteile am Ölfeld Azeri-Chirag-Gunashli (ACG). Dieses beinhaltet sechs Offshore-Plattformen im Kaspischen Meer und hat eine eine Fläche von 400 km². Unter der Führung des Ölkonzerns BP wurden hier 2018 im Schnitt 584.000 Barrel/d produziert. MOL wird künftig drittgrößter Partner sein, zu den weiteren Anteilseignern gehören Exxon, Equinor und Socar.

Das Ölfeld ACG liegt im Kaspischen Meer. (Bild: MOL)

Das Ölfeld umfasst mehrere Offshore-Plattformen im Kaspischen Meer. (Bild: MOL)

MOL erwartet durch die Beteiligung seine Nettoproduktion in den kommenden Jahren um rund 20.000 Barrel/d steigern zu können. Nach Einschätzung des Unternehmens arbeitet das Ölfeld ACG sehr günstig, sodass die Produktion auch bei einem deutlich niedrigeren Ölpreis als derzeit noch profitabel wäre.

Beteiligung an Pipeline stellt Export sicher

Neben dem Ölfeld hat das Unternehmen von Chevron außerdem 8,9 % der Anteile an der Pipeline Baku-Tiflis-Ceyhan (BTC) erworben. Diese ist 1.768 km lang und der Haupttransportweg zum Export des im ACG-Feld produzierten Öls. Sie führt von der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku an der Küste des Kaspischen Meeres zum türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan.

Neben den Up- und Midstream-Aktivitäten will MOL bis 2030 auch insgesamt 4,5 Mrd. Euro in neue Wertschöpfungsketten für die Petrochemie investieren. Ein Beispiel ist der 2018 begonnene Bau einer Polyol-Großanlage in Ungarn, den Thyssenkrupp umsetzt. (jg)

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