Monsanto-Erbe

Neue Schlappe für Bayer: 1,8 Mrd. Euro Schadensersatz durch Glyphosat-Urteil

14.05.2019 Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat in den USA auch den dritten größeren Glyphosat-Prozess verloren. Ein Geschworenengericht in Kalifornien verurteilte das Unternehmen in Leverkusen zu Schadensersatz in Höhe von 1,78 Mrd. Euro.

Die Kläger – ein 70 Jahre altes Ehepaar – hatten über viele Jahre das Monsanto-Produkt Roundup verwendet und sind an Lymphdrüsenkrebs erkrankt. Bayer sei „von der Entscheidung der Jury enttäuscht“, heißt es dazu in einer Stellungnahme des Unternehmens und will Rechtsmittel einlegen. „ Das Jury-Urteil steht in direktem Widerspruch zu der Einschätzung der US-Umweltschutzbehörde EPA, die erst vergangenen Monat im Rahmen der vorläufigen Zulassungsüberprüfung veröffentlicht wurde“, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Laut Bayer hätten „die Kläger der Jury gezielt ausgesuchte Ergebnisse aus einem Bruchteil der insgesamt verfügbaren Studien“ zu den Wirkungen des Herbizids präsentiert.

(as)

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Dem Bayer-Vorstand wurde auf der Hauptversammlung 2019 die Entlastung verweigert. Bild: Bayer Erstmals für DAX-Konzern

Bayer: Aktionäre verweigern Vorstand die Entlastung

29.04.2019 Es ist ein symbolischer Akt, der für den Vorstand eines Aktienkonzerns allerdings an Peinlichkeit kaum zu überbieten ist: Bayer-Anteilseigner die 55,5 % der Aktien halten, haben der Führungsmannschaft am Freitag die Entlastung verweigert. mehr

Landwirte in Brasilien können weiterhin Glyphosat einsetzen. (Bild: Bayer) Quartalszahlen

Monsanto treibt aus: Bayer steigert Umsatz und Ergebnis

25.04.2019 Allen Widrigkeiten zum Trotz hat Bayer ein starkes erstes Quartal hingelegt: Der Umsatz stieg, bereinigt um Währungseffekte, um 4,1 % auf rund 13 Mrd. Euro, auch beim Ergebnis legte der Konzern deutlich zu. Triebkraft war unter anderem die Agrarsparte mit dem Neuerwerb Monsanto. mehr

Oktober 2012 Gerichtsprozess in den USA

Bayer: Weiterer Rückschlag im Glyphosat-Streit

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November 2018: Bayer kündigt an, bis 2021 12.000 Stellen zu streichen. Bild: Bayer Monsanto-Übernahme zeigt Folgen

Bayer-Bilanz von Sondereffekten getrübt

27.02.2019 Auch der Chemie- und Pharmakonzern Bayer musste im vergangenen Jahr deutlich Federn lassen. Schuld sind allerdings Sonderbelastungen, beispielsweise aus der Monsanto-Übernahme. Der Gewinn (Ebitda) legte um mehr als ein Viertel auf 11,1 Mrd. Euro zu. mehr

Justitia hat entschieden: Solvay gewinnt zwei Patentstreitigkeiten Umstrittenes Bayer-Produkt

Gericht in Frankreich widerruft Zulassung für glyphosathaltiges Pflanzenschutzmittel

16.01.2019 Das Verwaltungsgericht in der französischen Stadt Lyon hat dem Bayer-Produkt Roundup Pro 360, einem Unkrautvernichter auf Basis des umstrittenen Wirkstoffs Glyphosat, entzogen. mehr

November 2018: Bayer kündigt an, bis 2021 12.000 Stellen zu streichen. Bild: Bayer Monsanto-Folgen, Merck-Fehlkauf, kriselnde Pharma-Forschung

Bayer will 12.000 Stellen streichen

30.11.2018 Der Pharma- und Agrochemiehersteller Bayer will bis 2021 weltweit 12.000 Stellen streichen. Vor allem im Pflanzenschutz-Segment, aber auch bei übergreifenden Konzernfunktionen soll der Rotstift angesetzt werden. Der kritisierte Monsanto-Deal soll Synergien liefern. mehr

Im Streit um die krebserregende Wirkung von Glyphosat hat Bayer vor Gericht eine schwere Neiderlage erlitten. (Bild: Bayer) Farmer Neels Neethling (left) and his employee Tol Kaptein inspecting the quality of the wheat growing on his 4,500 hectares of land at Malmesbury, South Africa. Transparenzinitiavtive

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22.11.2018 Bayer will in Kürze Zusammenfassungen der Sicherheitsstudien zu Glyphosat auf seiner Transparenzplattform im Internet veröffentlichen. Gerichtsurteile über das Krebsrisiko des von der Bayer-Tochter Monsanto produzierten Unkrautvernsichters hatten zuletzt Aufmerksamkeit erregt. mehr

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Glyphosat: US-Gericht senkt Strafe gegen Bayer

23.10.2018 Strafe reduziert, aber Urteil bestätigt: Im Streit um das Krebsrisiko durch glyphosat-haltige Unkrautvernichter der Bayer-Tochter Monsanto hat das zuständige US-Gericht einen neuen Prozess abgelehnt. Die um mehr als 200 Mio. US-Dollar gesenkte Strafzahlung ist dabei ein vergleichsweise schwacher Trost. mehr

Die umstrittenen Nikotinoide können Bienen schaden, ihr Einsatz ist deshalb in der EU und nun auch in Kanada eingeschränkt. (Bild: The physicist – Fotolia) Bayer-/Monsanto-Präparat

Studie sieht Bienensterben durch Glyphosat

27.09.2018 Noch mehr Ungemach für Bayer: Nachdem sich das Unternehmen bereits juristisch gegen das Glyphosat-Urteil eines kalifornischen Gerichts wehren muss, erhärten Wissenschaftler nun auch noch den Zusammenhang zwischen Glyphosat-Einsatz und dem globalen Bienensterben. mehr

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