Automatisierungssysteme im freien Fall

PCD Preisindex für Chemieanlagen

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22.06.2020 Chemieanlagen haben sich im ersten Quartal 2020 kaum verteuert. Doch betrachtet man die einzelnen Gewerke eines Anlagenprojekts, dann driftet die Entwicklung stark auseinander: Fast sechs Prozent liegen beispielsweise zwischen Automatisierungssystemen und Wärmeübertragern.

Entscheider-Facts

  • Preise für Chemieanlagen stagnieren.
  • Wärmeübertrager zeigen in Q1 das größte Plus.
  • Automatisierungssysteme zeigen starken Preisverfall.

Freifall Turm

Bild: Marco2811 – stock.adobe.com

Mit einem Minus von 3,5 % war der Preisverfall bei Automatisierungssystemen in den Monaten Januar bis März 2020 besonders gravierend. Aber auch Rohrleitungsmaterial wurde deutlich günstiger: Dort steht ein Minus von 2,5 % zu Buche. Doch weil der Gesamtindex um 0,5 % gestiegen ist, muss es im Index auch Gewerke mit einem deutlichen Plus geben. Dazu gehören beispielsweise Wärmeübertrager, die im letzten Betrachtungszeitraum um 2,2 % teurer geworden sind.

Elektroinstallation teurer, Leitsysteme deutlich preiswerter

Wie bereits im Beitrag zum Jahr 2020 berichtet, hat sich der Preistrend bei Armaturen und Rohrleitungen weiter fortgesetzt: Dem deutlichen Minus bei Rohrleitungen steht für Armaturen ein Plus von 1,3 % gegenüber. Dämmung und Beschichtung haben sich im Durchschnitt ebenfalls um 1,3 % verteuert, bei den Maschinen und Apparaten ragen – neben Wärmeübertragern – vor allem Kälteanlagen als Package-Units hervor: Diese wurden im vergangenen Quartal um 1,9 % teurer. Ebenfalls überdurchschnittlich haben sich die Preise für Bauleistungen entwickelt, diese kletterten zwischen Januar und März um 1,0 %. Montageleistungen haben sich ebenfalls verteuert – im Schnitt um 1,4 %. Der Blick aufs Detail lohnt sich auch hier: Während Gerüste lediglich um 0,4 % teurer wurden, legten Montageleistungen zur Installation von Elektrizitätsverteilungseinrichtungen um 2,1 % zu.

Preisentwicklung PCD-Index

Preisentwicklung der im PCD-Index zusammengefassten Gewerke des Chemie-anlagenbaus und Gesamtindex PCD. Bild: CHEMIE TECHNIK

Der Preisindex für Chemieanlagen in Deutschland (PCD) wird vierteljährlich aktualisiert. Er dient als Trendbarometer für Planer von Chemieanlagen sowie Betreiber, die die Kosten von Projekten näherungsweise abschätzen wollen. Im PCD werden nach einer vom Arbeitskreis Cost Engineering in der Dechema / Process Net entwickelten Methode die Gewerke Apparate und Maschinen, Rohrleitungen und Armaturen, MSR-Einrichtungen, Isolierung und Anstrich, elektrotechnische Ausrüstung sowie Bauteilkosten zu einem Index berechnet, dessen Basis das Jahr 2015 (=100) bildet. Aus der Gewichtung der Einzelgewerke resultiert ein Index für die Preisentwicklung von Chemieanlagen. Die detaillierten Daten senden wir Ihnen per E-Mail gegen Rechnung gerne zu. Anfragen an: susanne.berger@huethig.de.

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Heftausgabe: Juni-Juli 2020
Armin Scheuermann ist Chefredakteur der CHEMIE TECHNIK

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Armin Scheuermann ist Chefredakteur der CHEMIE TECHNIK
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