Engineering hat goldenen Boden

PCD und CHEMIE -TECHNIK-Baupreisindex

01.06.2018 Ist im Chemieanlagenbau bereits eine Überhitzung in Sicht? Um diese Frage zu beantworten, muss noch ein Quartal abgewartet werden. Fakt ist allerdings, dass die Preise für Leistungen und Komponenten des Anlagenbaus zuletzt so dynamisch gestiegen sind, wie seit Jahren nicht mehr. Lediglich die moderaten Kostensteigerungen bei Maschinen und Apparaten wirken derzeit dämpfend.

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Der Processnet Chemieanlagen-Preisindex Deutschland (PCD) ist im ersten Quartal 2018 um einen ganzen Indexpunkt gestiegen – der größte Zuwachs im bisherigen Betrachtungszeitraum der vergangenen acht Jahre. Bemerkbar macht sich darin vor allem das Index-Schwergewicht „Ingenieurleistungen“, d. h. das Engineering, das mit 27,1 % den größten Anteil am Gesamtindex PCD bildet. Hier legte der Zähler um einen Indexpunkt zu. Wichtig zu wissen: Aufgrund der Systematik des Statistischen Bundesamts läuft der Zähler für Ingenieurleistungen immer ein Quartal hinterher – es bleibt also doppelt spannend, erste Zahlen für 2018 abzuwarten.

Trendwende bei Ingenieurleistungen

Über die besondere Dynamik bei den Gewerken Bau- und Prozessleittechnik hatten wir bereits in der März-Ausgabe der CHEMIE TECHNIK berichtet. Dieser Trend ist weiter intakt: Der Index für Bautechnik kletterte im ersten Quartal 2018 von 105,5 auf 107,1 Indexpunkte, die Prozessleittechnik legte um 0,9 Indexpunkte auf 101,6 Zähler zu.

Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Situation bei der Preisentwicklung für Chemieanlagen klar verändert: Konnte im vergangenen Jahr noch zwischen Gewerken mit einer hohen Preisdynamik und solchen mit rückläufigen Preisen unterschieden werden, sind nun auf breiter Front Kostensteigerungen zu verzeichnen. Bei Montageleistungen, deren Preiskurve im Vorjahr noch einer e-Funktion in der Sättigung glich, war in den Monaten Januar bis März 2018 eine regelrechte Preisexplosion zu verzeichnen – der Index kletterte um 1,5 Zähler, nach einer zuletzt stagnierenden Entwicklung. Auch die Preise für Maschinen und Apparate haben im Frühjahr deutlich angezogen – nach einem Rückgang im vierten Quartal 2017. Lediglich die elektrische Energieversorgung zeigte sich im ersten Quartal 2018 mit rückläufigen Preisen. Deutlich nach oben zeigt der Trend weiterhin bei den Gewerken Rohrleitungen sowie Dämmung und Beschichtung.

Dass ausgerechnet die personalintensiven Gewerke wie Montage und Ingenieurleistungen deutlich teurer geworden sind, ist ein deutliches Indiz für die aktuellen Projektaktivitäten. Die gute Gesamtkonjunktur sowie glänzende Zahlen der Chemiebranche befeuern den Wunsch nach Kapazitätserweiterungen und Neuanlagen.

Die Zukunft gehört dem PCD

Der Processnet Chemieanlagen-Preisindex Deutschland (PCD) wird in Zukunft den bisherigen CT-Preisindex für Chemieanlagen ersetzen. Die Redaktion wird den PCD künftig für ihre Abonnenten recherchieren und errechnen und weiterhin im vierteljährlichen Rhythmus aktualisieren. Die detaillierten Daten werden Abonnenten der CHEMIE TECHNIK sowie Abonnenten des Preisindex zur Verfügung gestellt. Anfragen nimmt susanne.berger@huethig.de entgegen.

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Heftausgabe: Juni/2018
Armin Scheuermann ist Chefredakteur der CHEMIE TECHNIK

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