Weniger Abrieb mit kontrollierter Feuchtigkeit

Pneumatisches Förderverfahren minimiert Staubentwicklung und steigert Energieeffizienz

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01.06.2018 Beim pneumatischen Fördern von Kunststoffgranulaten stellt Abrieb und damit die Entwicklung von Staub oder Fäden oft ein erhebliches Problem dar. Dagegen hat Coperion das Förderverfahren Fluidlift Ecoblue entwickelt.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Abrieb und damit verbundene Staubentwicklung sind zusätzliche Kostenfaktoren beim pneumatischen Fördern von Kunststoffgranulaten.
  • Das vorgestellte Förderverfahren nutzt kontrolliert erhöhte Feuchtigkeit im Fördergas, um Abrieb zu vermindern.
  • Die verminderte Entstehung von Staubnestern sowie der geringere Druckverlust in der Förderanlage senken den Wartungs- und Energieaufwand.

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Konventionelle Förderung (links) und Fluidlift Ecoblue (rechts): Das Förderverfahren vermindert Abrieb und dessen Ablagerungen in der Anlage. Bilder: Coperion, Weingarten

Es vermindert den Abrieb gegenüber herkömmlichen Verfahren deutlich, was die Produktqualität verbessert und das Abfallaufkommen reduziert. Darüber hinaus ermöglicht es Kunststoff-Herstellern und -Compoundeuren aufgrund eines geringeren Energieverbrauchs Kostensenkungen oder entsprechende Durchsatzsteigerungen. Unter Industriebedingungen reduzierte das pneumatische Förderverfahren die Entstehung von Staub und Fäden um 50 % bis 98 %. Zugleich verringerten sich der Druckverlust in der Förderanlage und damit der erforderliche Energieeinsatz um 17 % bis 35 %. Das Ver­fahren eignet sich für Neuanlagen ebenso wie zum Nachrüsten bestehender Systeme.

Der Schlüssel zum erheblich verringerten Abrieb und Druckverlust ist eine kontrollierte Erhöhung der relativen Feuchtigkeit des Fördergases. Um dabei das Endprodukt nicht zu beeinträchtigen, standen bei der Entwicklung des Förderverfahrens die Minimierung der zusätzlich eingebrachten Feuchtigkeit sowie deren sichere Abführung im Mittelpunkt umfangreicher Untersuchungen. Im Ergebnis lässt sich das Granulat mit sehr niedriger

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Übersicht über die Förderanlage mit allen Ausrüstungselementen für Fluidlift Ecoblue.

Geschwindigkeit fördern, und die Reibung zwischen den Körnern selbst sowie auch an der Rohrwand ist wesentlich geringer als bei bisherigen Auslegungen. Letztendlich sichert dieses Verfahren ein trockenes, fast staubfreies Endprodukt, ohne dass umfangreiche Zusatzmaßnahmen erforderlich sind.

Durchsatzsteigerung und rasche Amortisation

Grundsätzlich bietet das pneumatische Förderverfahren mit erhöhter Feuchtigkeit überall dort eine vorteilhafte Alternative, wo abriebsensible Produkte gefördert werden und das Auftreten von Abrieb unerwünscht ist oder sogar Probleme bei der Weiterverarbeitung der erzeugten Granulate verursacht. Somit reicht der Einsatzbereich von Massenkunststoffen bis zu anwendungsspezifischen Hochleistungs-Compounds. Als besonders vorteilhaft erweist sich das Verfahren bei der Handhabung von Produkten für technologisch hochstehende Anwendungen wie Folien, hochreine Granulate oder optische Teile.

„Fluidlift Ecoblue bekämpft wirkungsvoll das Problem herkömmlicher pneumatischer Förderungen, in denen unterschiedliche, aber meist große Abriebmengen in Form von Staub oder Fäden entstehen. Gegebenenfalls bilden sich dann Beläge an der Innenseite der Rohrleitungen sowie Staubschichten und Staubnester in den Empfangsbehältern und Silos, die sich spontan lösen und zu Verstopfungen oder Beeinträchtigungen führen können“, erläutert Christian Soretz, Leiter Produktmanagement Materials Handling bei Coperion. „Abrieb in jeder Form muss daher mit teils erheblichem Personal- und Zeitaufwand entfernt werden, und er mindert außerdem die Produktionsmenge. Wo eine zusätzliche Sichtung des Materials vor der Verarbeitung erforderlich ist, steigen die Produktionskosten weiter.“ Diesen verantwortlichen Abrieb minimiert das Verfahren und verhindert so weitgehend die Entstehung von Belägen oder Staubnestern. „Das hilft dem Granulathersteller, gleichbleibend hohe Qualitäten zu liefern und attraktive Margen zu erreichen. Die möglichen Kosteneinsparungen und die erreichbare Durchsatzsteigerung sorgen dabei für eine rasche Amortisation der Investition.“

Achema Halle 5.0 – D34

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Heftausgabe: Juni/2018

Über den Autor

Ansgar Kretschmer, Redaktion
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