Beton aus Kohlendioxid

Preis für Ideen zur CO2-Nutzung

21.03.2019 Beton, Treibstoff oder Chemikalien aus CO2 herstellen – für diese Ideen haben drei Unternehmen aus Kanada, Norwegen und Deutschland einen vom Werkstoffhersteller Covestro gesponsorten Innovationspreis erhalten.

Gestiftet vom Nova-Forschungsinstitut und gesponsert von Covestro, ging der Innovationspreis zuur CO2-Nutzung an drei Unternehmen: Auf Platz eins Andrew Schmidt von Carbicrete aus Kanada (Mitte), gefolgt von Gunnar Holen (Nordic Blue Crude, Norwegen, 2. von rechts) und Dr. Frank Kensy (b.fab, Dormund). Übergeben wurde die Auszeichnung von nova-Geschäftsführer Michael Carus (ganz links) und Covestro-Vorstandschef Dr. Markus Steilemann (ganz rechts). (Bild: Covestro)

Gestiftet vom Nova-Forschungsinstitut und gesponsert von Covestro, ging der Innovationspreis zuur CO2-Nutzung an drei Unternehmen: Auf Platz eins Andrew Schmidt von Carbicrete aus Kanada (Mitte), gefolgt von Gunnar Holen (Nordic Blue Crude, Norwegen, 2. von rechts) und Dr. Frank Kensy (b.fab, Dormund). Übergeben wurde die Auszeichnung von nova-Geschäftsführer Michael Carus (ganz links) und Covestro-Vorstandschef Dr. Markus Steilemann (ganz rechts). (Bild: Covestro)

Im Vorfeld hatte es 20 Einreichungen für den Preis „Best CO2 Utilisation 2019“ gegeben, den das Nova-Institut erstmals vergibt. Dabei spielt das Recycling von Kohlendioxid eine zentrale Rolle. Jede Idee hat den Anspruch, langfristig industriell umgesetzt werden zu können. Dies zeige, welche Bedeutung das Thema inzwischen habe und wie aktiv zahlreiche Unternehmen auf diesem Gebiet bereits seien, so Michael Carus, Geschäftsführer des Nova-Instituts. Die Preisverleihung durch das Nova-Institut fand am 20.03.2019 auf einer Konferenz zur CO2-Nutzung mit rund 200 Teilnehmern in Köln statt. Fünf nominierte Unternehmen stellten dort ihre Lösungen in Kurzvorträgen vor, die Sieger wurden anschließend vom Publikum gewählt.

CO2 als wertvoller Rohstoff

Der erste Preis ging an das Unternehmen Carbicrete aus Kanada. Es hat ein Verfahren entwickelt, um Beton ohne Zement herzustellen. Dieser wird durch gemahlene Stahlschlacke ersetzt und die Mischung anschließend durch CO2 anstelle von Wärme und Dampf ausgehärtet. Das neue Produkt ist kostengünstiger, hochwertiger und nachhaltiger als Beton auf Zementbasis.

Auf den zweiten Platz kam die norwegische Firma Nordic Blue Crude, der es gelungen ist, aus CO2, Wasser und erneuerbarer Energie synthetisches Rohöl zu produzieren. Dieses kann als Diesel oder Kerosin verwendet und zu Benzin veredelt werden. Auf Rang drei folgte die Gesellschaft b.fab aus Dortmund, mit einem Verfahren, um CO2, Wasser und erneuerbare Energie effizient in wertschöpfende Chemikalien wie Milchsäure umzuwandeln.

„CO2 wird zunehmend mit anderen Augen gesehen, nämlich als wertvoller Rohstoff“, betonte der Covestro-Vorstandsvorsitzende Dr. Markus Steilemann, der die drei Preisträger kürte. „Damit gelingt es der Chemieindustrie, ihre Produktion nachhaltiger zu machen, fossile Ressourcen wie Erdöl zu ersetzen und die Kreislaufwirtschaft voranzutreiben.“ Covestro forscht selbst intensiv an der praktischen Verwendung von Kohlendioxid als Rohstoff. Das Unternehmen hat mit wissenschaftlichen Partnern eine Technologie entwickelt, um CO2 in der Kunststoffproduktion zu nutzen und stellt damit bereits chemische Komponenten (Polyole) für Schaumstoff und für Bindemittel her, die in Matratzen und Sportböden Verwendung finden. Zahlreiche weitere Anwendungen sind in der Entwicklung. (ak)

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