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Vibrationssiebmaschinen

Rechteck- oder Rundsieb: Vibrationssiebmaschinen im Check

13.05.2019 Rund oder eckig – eine berechtigte Frage wenn es um die Anschaffung einer Vibrationssiebmaschine geht. Welche Anforderungen werden an eine Siebmaschine gestellt und welchen Einfluss hat dabei die Form des Siebes?

Vibrationsmaschine Rundsieb vs. Rechtecksieb
(Foto: J. Engelsmann AG)

Rundsieb vs. Rechtecksieb: Welche Bauform ist wann besser geeignet?

Auch wenn die Trennschärfe und Durchsatzleistung von Rechteck- und Rundsieben vergleichbar sind und nicht durch die Bauform beeinflusst werden, sind es vor allem Aspekte wie die Bedienung, das Einsatzspektrum, die Anlagenintegration und Hygiene, in denen sich die Siebe mehr oder weniger voneinander unterscheiden.

Handling

Die Bedienung der Siebmaschine ist nach dem Siebergebnis eine der wichtigsten Kriterien, an denen die Qualität einer Sieblösung festgemacht wird. Das Handling sollte gerade bei regelmäßigen Arbeitsschritten wie Inspektions- und Wartungsvorgängen oder dem Wechsel des Siebeinlegers möglichst schnell, intuitiv und idealerweise auch werkzeuglos erfolgen.

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Praktisch: mit dem Schubladensystem der JEL Konti kann der Siebeinleger in nur 30 Sekunden gewechselt werden. (Foto: J. Engelsmann AG)

Hier ist zwar in erster Linie das Know-how und die Kreativität des Siebherstellers gefragt, am Beispiel des Siebeinlegerwechsels wird jedoch deutlich, dass es ausgehend von der Bauform unterschiedliche Lösungsansätze gibt. In den meisten Fällen wird sowohl bei runden als auch bei rechteckigen Vibrationssieben der Siebeinleger, nachdem der Maschinendeckel entfernt wurde, nach oben aus der Maschine entnommen.

Die Engelsmann AG hat das Thema Siebeinlegerwechsel bei seiner rechteckigen Vibrationssiebmaschine JEL Konti anders gelöst: mit einem Schubladensystem. Bei dieser Variante wird der Siebeinleger nicht nach oben aus dem Sieb herausgehoben, sondern wie eine Schublade stirnseitig herausgezogen. Davor muss lediglich ein kleiner Deckel, der sich ebenfalls an der Stirnseite des Siebs befindet, entfernt werden.

Der große Vorteil: die Siebmaschine muss für den Wechsel des Einlegers nicht von der Produktzu- bzw. abführung getrennt werden, wie es bei einem gängigen Rundsieb der Fall ist. Der gesamte Vorgang dauert daher nicht länger als 30 Sekunden. Müssen die Siebeinleger also regelmäßig inspiziert oder gewechselt werden, bietet sich  der Einsatz von Sieben an, bei denen der Siebeinlegerwechsel nach dem Schubladensystem erfolgt.

Weitere Informationen

Mehr Infos zur JEL Konti bzw. dem Schubladensystem finden Sie hier: https://www.engelsmann.de/produkte/siebmaschinen/vibrationssieb-jel-konti.

Flexibilität

Gesamt freigestellt mit blauem Hintergrund

Bei Rundsiebmaschinen werden die Siebdecks übereinander gestapelt, somit kann die Siebfläche bei gleichbleibendem Footprint erhöht werden. (Foto: J. Engelsmann AG)

Verschiedene Einstellmöglichkeiten zur Anpassung an unterschiedliche Produkteigenschaften gibt es in der Regel sowohl bei Rund- als auch bei Rechtecksieben. Von der Siebneigung über die Schwingamplitude bis hin zum variablen Einstellwinkel der Motoren bieten beide Siebformen genug Möglichkeiten, um auf wechselnde Produkteigenschaften wie beispielsweise eine schlechtere Fließfähigkeit des Produkts, reagieren zu können.

Wenn es jedoch darum geht nachträglich die Siebfläche oder die Anzahl abzutrennender Fraktionen zu erhöhen bzw. zu reduzieren, haben es Betreiber von Rundsiebmaschinen meist leichter. Der Grund dafür liegt im unterschiedlichen Aufbau der beiden Siebmaschinentypen. Während Rechtecksiebe meist aus einem geschweißten Siebtrog bestehen, haben Rundsiebe in der Regel einen Maschinenfuß, auf den die einzelnen Siebdecks aufgebaut werden.

Im Gegensatz zum fest stehenden Siebtrog, können die runden Decks unabhängig voneinander entfernt oder wieder aufgebaut werden. Betreiber von Rundsiebmaschinen können somit auch nachträglich die Siebfläche sowie die Anzahl der abzutrennenden Fraktionen einfach anpassen. Für Lohnhersteller oder Anlagenbetreiber die häufig mit wechselnden Aufgabenstellungen und Durchsatzleistungen konfrontiert werden, ist ein Rundsieb daher besonders attraktiv.

Hygiene

Runde Formen sind generell hygienischer als eckige. Aber ist ein Rundsieb deswegen automatisch besser geeignet wenn es um hygienesensible Anwendungen wie beispielsweise in der Food- und Pharmabranche geht?

Runde Formen haben von Natur aus den Vorteil, dass sie keine Ecken oder Kanten aufweisen, in denen sich Produktreste festsetzen könnten. Die Toträume in den spitzen Ecken sind nur schwer bei der Reinigung zu erreichen, sodass Produktrückstände verderben und die Siebmaschine oder das Endprodukt kontaminieren könnten.

Dies bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass Rechtecksiebe in hygienesensiblen Branchen nicht einsetzbar sind, denn mit nur wenigen Modifikationen kommen auch rechteckige Siebe problemlos mit hohen Hygieneanforderungen zurecht. Das beweist beispielsweise das Rechtecksieb JEL Konti der Firma Engelsmann. Um die Siebmaschine auch bei Anwendungen im Food- und Pharmabereich einsetzen zu können, konstruierten die Engelsmann-Ingenieure eine Hygienic Design – Variante, die dank erweiterter Radien und besonders glatter Oberflächen im Innenraum des Siebtrogs keine Toträume mehr aufweist.

Alle innenliegenden Teile sind bequem erreichbar und auch die Dichtungen können zu Reinigungszwecken werkzeugfrei entfernt werden. Eine gründliche Reinigung des Siebtrogs ist somit, trotz der rechteckigen Form, genauso einfach wie bei einem Rundsieb. Engelsmann orientierte sich bei der Weiterentwicklung des Siebs an Richtlinien wie GMP/GAMP, FDA, BfR und EU 1935/2004.

Integration in bestehende Anlagen

Müssen Siebmaschinen in bestehende Anlagen und Produktionsprozesse integriert werden, so kann je nach den  Platzverhältnissen vor Ort die längliche Form eines Rechtecksiebs oder aber der kompakte Aufbau eines Rundsiebs vorteilhafter sein.

Dank der übereinander stapelbaren Siebdecks kann ein Rundsieb größere Siebflächen abbilden, ohne dass dafür mehr Stellfläche benötigt wird. Ist die Einbauhöhe der Anlage jedoch begrenzt, kann ein Rundsieb schnell an seine Grenzen stoßen, da z.B. die Siebeinleger beim Wechsel nach oben herausgehoben werden müssen.

Dieser Platzbedarf muss bei der Integration des Siebes in die Anlagenumgebung berücksichtigt werden. Ähnlich verhält es sich auch beim Schubladensystem des Rechtecksiebes JEL Konti von Engelsmann: Hier wird der Siebeinleger zwar nicht nach oben, jedoch stirnseitig herausgezogen, d.h. auch hier muss je nach Größe des Einlegers entsprechend Platz für den Siebeinlegerwechsel eingeplant werden.

In Anlagensituationen, in denen zwischen der Produktaufgabe in das Sieb und dem Abwurf der gesiebten Fraktionen eine räumliche Distanz überbrückt werden muss, hat die längliche Form der Rechtecksiebe Vorteile, da der Anlagenbetreiber diese Distanz oft durch die passgenaue Integration eines Rechtecksiebes lösen kann, ohne zusätzliches Förderequipment wie Förderrinnen anschaffen zu müssen.

Die Ein- und Ausläufe von Rundsieben liegen in der Regel zu dicht beieinander, als dass diese ohne Hilfsmittel zur Überbrückung einer Förderstrecke eingesetzt werden könnten. In wie weit Rund- oder Rechtecksiebe die richtige Wahl sind, hängt also ganz von der Aufgabenstellung und den räumlichen Gegebenheiten ab.

Entscheidend für eine saubere Integration ist auch die Bereitschaft des Anbieters, die Siebmaschine auf die spezifischen Anforderungen vor Ort anzupassen. Die Ein- und Ausläufe der Siebmaschine sind beispielsweise die direkte Verbindung zwischen Sieb- und Produktionsprozess und müssen dementsprechend passgenau platziert werden.

Bei den klassischen Vibrationsrundsieben ist zumindest die Platzierung der Ausläufe sehr flexibel, da die einzelnen Siebdecks nicht fest mit dem Maschinenfuß verbunden sind, sondern frei gedreht werden können. Dadurch kann die Position der einzelnen Ausläufe theoretisch jederzeit durch Rotation der Siebdecks geändert werden. Weniger flexibel verhält es sich dagegen mit der Produktzuführung. Da der Einlaufstutzen bei Rundsieben mittig platziert wird, um eine optimale Verteilung des Produkts auf der Siebfläche zu gewährleisten, gibt es hier weniger Spielraum für individuelle Anpassungen.

Bei den gängigen Rechtecksieben am Markt sind die Ein- und Ausläufe meist fest am Siebtrog verschweißt, sodass die die Auslaufposition und –form nachträglich nur noch schwer verändert werden kann. Da die Positionierung von Ein- und Ausläufen in der Praxis nur extrem selten verändert werden muss, ist dies nur selten ein echter Nachteil.

Ausläufe von Sieben
(Foto: J. Engelsmann AG)

Ein großer Unterschied zwischen Rund- und Rechtecksieben ist die Positionierung der Ein- und Ausläufe.

Fazit

Rundsieb oder Rechtecksieb? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da beide Siebformen ihre speziellen Vorzüge haben und je nach Anwendungsfall besser oder schlechter geeignet sein können. Zum Teil sind es auch persönliche Präferenzen, die bei dieser Entscheidung eine Rolle spielen.

Die Siebmaschinenexperten der J. Engelsmann AG bieten daher ab sofort neben den eckigen Modellen auch runde Vibrationssiebe an, um möglichst viele Aufgabenstellungen und Vorlieben abdecken zu können.

Weitere Informationen

Mehr Informationen zur Einsatzvielfalt des neuen Vibrationsrundsiebes JEL VibRS finden Sie unter: https://www.engelsmann.de/produkte/siebmaschinen/rundsieb-jel-vibrs.

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