Mehrstromfluidmischer mit ausfahrbaren Rotoren

Reinigungszeit reduziert

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20.08.2010 Mehrstromfluidmischer haben sich in Chemie- und Pharmaprozessen längst bewährt. Kurze Mischzeiten bei geringem Energieeintrag gehören zu den wesentlichen Merkmalen dieser Bauart. Nun wurde die Maschine so weiterentwickelt, dass sich die einseitig gelagerten Rotoren zur Reinigung ausfahren lassen. Dadurch sind Chargenwechsel schneller möglich und die Reinigungseigenschaften deutlich verbessert.

Entscheider-Facts Für Betreiber

  • Mehrstrom-Fluidmischer sind Horizontalmischer, die sich durch einen geringen spezifischen Energiebedarf und kurze Mischzeiten auszeichnen.
  • Bei der neuen Cantilever-Konstruktion sind die Mischerwellen nur einseitig gelagert, wodurch die Maschine einfach und schnell gereinigt werden kann.
  • In der Bauart GMS ECD können die Rotoren zu Reinigungszwecken ausgefahren werden.

Der Multiflux Mehrstrom-Fluidmischer GMS hat sich in verfahrenstechnischen Prozessen wie der Herstellung von Pflanzenschutzmitteln, Dünger und Pulverlacken sowie Waschmitteln, Bauchemikalien, aber auch in Lebensmittel- und Pharmaprozessen bewährt. Das Mischprinzip zeichnet sich durch seine kurze Mischzeit bei niedrigem Energieeintrag aus. Der Mischer kombiniert eine horizontale Mischkammer mit gegenseitig kämmenden Doppelrotoren und einem mechanisch erzeugten Fließbett. Die gegenläufig kämmend rotierenden, horizontalen Mischwerkzeuge erzeugen eine Wirbelschicht, in der der Partikelaustausch (eigentlicher Mischvorgang) sehr zuverlässig und schonend erfolgt. Der Produktstrom überstreicht die gesamte Mischkammer. Die ineinandergreifenden Gutströme im Schwebebereich und die unterschiedliche Teilung der Ströme sorgen für eine rasche und hoch intensive Verteilung der Komponenten einer Charge in 30 bis 60 Sekunden.

Mit der Ausführung GMS C wurde die Konstruktion geändert: Das Kürzel „C“ steht für cantilevered, der englischen Bezeichnung für einseitig gelagert. Mit der neuen einseitigen Aufnahme der Mischrotoren wird der Zugang und die Reinigung des Mischers deutlich erleichtert.
Die gesamte Antriebs- und Lagereinheit wurde mittels „Finite Elemente Modell“ gestaltet um die Rotorenaufnahme und Lagerung zu versteifen. Die Baureihe der Maschine deckt Nutzvolumen von 140 bis 2000 l ab und ist für Ex-Zonen 21 innen und außen erhältlich. Das Wandspiel zwischen Mischpaddel und Gehäusewand kann je nach Produkt gewählt werden, die Paddel sind wie gewohnt kämmend angeordnet.
Schließlich wurde die Konstruktion leistungs- und antriebstechnisch so ausgelegt, dass die Zuverlässigkeit und Prozesssicherheit auf Dauer sichergestellt ist und der Mischer energieeffizient funktioniert.
Zum Hygienekonzept der Maschine, die neben Chemie- und Pharmaanwendungen einen Einsatzschwerpunkt in der Lebensmittelindustrie hat, gehören hohlraumfrei gestaltete Bauteile, die leicht zugänglich und demontierbar sind. Damit werden Schmutznester vermieden, in denen sich Bakterien bilden können. Der Mischer ist mit zwei großzügigen, seitlichen Reinigungsöffnungen ausgestattet. Die Stirnseite kann vollständig geöffnet werden, wodurch Inspektions- und Reinigungszeiten sinken.
Die Version GMS ECD steht für die „high-end“-Ausführung. „E“ steht für extractable, das „D“ für drive site. Die gesamte Antriebseinheit mit den Mischrotoren ist auf einem hohlraumfreien Schienensystem mit Spezialrollen gelagert. Es lässt sich leichtgängig in eine Reinigungsposition verschieben und gibt dadurch den Zugang zu allen Teilen inklusive Lagerung und Dichtungen frei.
Die produktberührten Teile und Baugruppen sind in rostfreiem Stahl ausgeführt, die Oberflächen sind poliert, keine Ecken und Kanten, sondern Radien und Rundungen dominieren die Verarbeitung. Damit lassen sich die Mischer sowohl nass wie auch trocken reinigen. Der Mischer kann aber auch für CIP-Reinigung ausgerüstet werden. Die beiden großen Auslaufklappen erleichtern den Abfluss der Reinigungsflüssigkeit und den Trocknungsprozess. Auch hier bietet die einseitige Lagerung der Mischwerkzeuge große Vorteile.

Zu den verfahrenstechnischen Eigenschaften des Mischers zählt die homogene Vermischung auch von Mikrokomponenten unter 0,05 % des gesamten Mischvolumens. Außerdem können mit demselben Mischsystem sehr unterschiedliche Partikel, Agglomerate und Fasern gemischt werden. Zudem können in die Fluidbettzone Flüssigkeiten ohne Klumpenbildung eingedüst werden. Durch die kompakte Ausführung der Mischer ist der Platzbedarf vergleichsweise niedrig.

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Heftausgabe: August 2010

Über den Autor

Markus H. Gericke ,
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