Road-to-bio-Projekt

Anteil biobasierter Produkte bis 2030 auf 25 % steigern

17.05.2019 Das EU-Projekt Roadtobio hat nach zweijähriger Arbeit einen Weg aufzeigt, wie die chemische Industrie in Europa den Anteil biobasierter Produkte auf 25 % bis 2030 steigern kann.

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Diese neun Produktgruppen hat Roadtobio analysiert und aufgezeigt, wie der Anteil an biobasierten Produkten in diesen Produktgruppen erhöht werden kann. (Bild: Roadtobio)

Anhand der Analyse von neun Produktgruppen und allgemeinen Betrachtungen des biobasierten Chemiemarktes benennt die Roadmap Chancen, Herausforderungen und notwendige Maßnahmen für Industrie, Politik und Zivilgesellschaft, um Produkte aus fossilen Rohstoffen verstärkt durch biobasierte Produkte zu ersetzen. Die Roadmap ist das Ergebnis der Zusammenarbeit von vier Partner: Der Dechema in Frankfurt/Main, der niederländischen BTG Biomass Technology Group, der britischen E4tech und dem Nova-Institut für politische und ökologische Innovation in Hürth.

Die Ergebnisse sind in drei öffentlich zugänglichen Abschlusspublikationen zusammengefasst:

  • Das Strategiedokument bietet detaillierte Hintergrundinformationen zu Treibern für biobasiertes Wachstum und stellt Chancen und Hürden für die Steigerung der biobasierten Marktanteile anhand von neun Produktgruppen dar. Auch Barrieren, die biobasierte Produkte generell betreffen, sind dargestellt und mit Handlungsempfehlungen zu ihrer Überwindung versehen.
  • In einem kompakten Aktionsplan sind Maßnahmen zur Umsetzung der Roadmap zusammengefasst
  • Zusätzlich wurde ein Engagement Guide entwickelt. Er gibt Hinweise für Kommunikationsmaßnahmen, um biobasierte Chemikalien bekannter zu machen, und stellt die Ergebnisse der Roadmap kompakt und übersichtlich vor. Anhand von Beispielen ist dargestellt, wie Vorteile biobasierter Produkte besser dargestellt und so deren Wahrnehmung in der Gesellschaft verbessert werden kann.

Ziel der Roadmap ist es, den Weg zu einem höheren Anteil biobasierter Chemikalien in der europäischen Chemieindustrie zu ebnen, zur Senkung der CO2-Emissionen und höherer Energieeffizienz beizutragen und eine starke Wettbewerbsposition für die kommenden Jahrzehnte aufzubauen.

Die Roadmap bildet damit eine evidenzbasierte Grundlage für die chemische Industrie, auf der weitere wirtschaftliche und politische Maßnahmen umgesetzt werden können. Auf Basis von Marktanalysen und Interviews identifizierte das Projektkonsortium die wichtigsten Treiber und leitete daraus Chancen und Hürden für biobasierte Basischemikalien ebenso wie für Spezialprodukte ab. Die Analyse erfolgte anhand von neun Produktgruppen:

  • Kunststoffe/Polymere,
  • Lösemittel,
  • Kunstfasern,
  • Klebstoffe,
  • Kosmetika,
  • Farben und Lacke,
  • Schmiermittel und
  • Agrochemikalien.

Daraus folgen Empfehlungen für kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen, die den jeweils relevanten Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zugeordnet wurden.

Darüber hinaus wurden Faktoren identifiziert, die die Entwicklung basierter Chemikalien und die Beteiligung der chemischen Industrie generell beeinflussen. Die dazu empfohlenen Handlungsstränge betreffen beispielsweise den besseren Zugang zu Rohstoffen, den Abbau regulatorischer und gesellschaftlicher Hürden und die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.

Dabei wurden Interessengruppen aus der chemischen Industrie, politische Entscheidungsträgern und Nichtregierungsorganisationen in die Entwicklung einbezogen: Während er gesamten Projektlaufzeit konnten sie in Umfragen, Interviews, Webinare und Workshops ihre Standpunkte einbringen. So wird sichergestellt, dass die Vorschläge realitätsnah und relevant sind.

Link zur Roadmap: http://www.roadtobio.eu

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