Kälteleitungen richtig befestigen

Thermisch entkoppelte Rohrbefestigungen in Chemieanlagen

Anzeige
DCF 1.0

Foamglas-Isolierung für spezielle Brandschutzanforderungen: Damit das brüchige Material nicht bricht, sind die Rohrschellen mit einer Gummieinlage ausgestattet.

Erhöhter Brandschutz bei Chemieanlagen

Für Bereiche mit speziellen Brandschutzanforderungen oder wenn eine hohe Resistenz im Chemiebereich gefordert ist, sind Sondervarianten mit Foamglas-Isolierschale erhältlich. Nach EN 13501-1 entspricht dieses nicht-brennbare Dämmmaterial der Euroklasse A1 (ehemals Baustoffklasse A1) und bietet gleichzeitig eine hohe Chemikalien- und Säurebeständigkeit.

Damit die Rohrschelle insgesamt größtmögliche Sicherheit im Brandfall bietet, darf das Augenmerk jedoch nicht nur auf der Isolierung liegen, sondern muss auch die Stahlschelle im Blick behalten. Sie sollte das RAL-Gütezeichen „Brandgeprüfte Rohrbefestigung“ tragen und die strengen Kriterien der RAL-Gütegemeinschaft Rohrbefestigung erfüllen. Planern und Verarbeitern, die bei den brandschutztechnischen Eigenschaften der Rohrträger auf Nummer Sicher gehen möchten, sei daher empfohlen, auf Produkte von Befestigungstechnik-Herstellern zu setzen, die ihre Schellen nach den Vorgaben der RAL-Gütegemeinschaft prüfen lassen und bei denen das „Gesamtpaket Kälteschelle“ stimmt. Oberflächenbehandlungen wie die TSP-5-Beschichtung von Mefa ermöglichen zusätzlich einen hohen Korrosionsschutz für tragende Teile wie Rohrschellen und Schienensysteme. Damit erfüllen sie alle Anforderungen bis zur höchsten Korrosivitätskategorie C5, selbst bei Chemieunfällen.

Auf Befestigungstechnik spezialisierte Hersteller statten speziell für den Kältetechnik-Bereich Gleitlager oder Gleitschlitten mit Kälteisolierschalen aus. Die Wahl der passenden Gleitelemente richtet sich dann nach der maximalen Längen­änderung der Leitung. In der Praxis sollten die Produkte immer etwas größer gewählt werden, da sie oft in Mittelstellung eingebaut werden und dann bei Betriebstemperatur nicht mehr der gesamte Schiebeweg zur Verfügung steht.
Zu berücksichtigen ist auch das Eigengewicht der Rohrleitung und der sich daraus ergebende Haftreibungswiderstand. Er muss bei Inbetriebnahme der Rohrleitung überwunden werden und erzeugt bei Rohrbewegungen eine zusätzliche axiale Kraft auf die Haltekonstruktion, sodass unter Umständen zusätzliche Längsaussteifungen der Konstruktion notwendig werden.

September 2016

Festpunkte tragen das Eigengewicht einer Steigleitung, bei kaltgehenden Leitungen benötigen sie zudem isolierende Eigenschaften.

Ohne Festpunkte geht es nicht

In den meisten Fällen gilt: keine gleitende Konstruktion ohne Festpunkte. Der Rohrleitung muss die Richtung vorgegeben werden, in die sie sich ausdehnen soll. Ein Fest- oder Fixpunkt fixiert die Leitung an einem Punkt und sorgt auf diese Weise für eine definierte Ausdehnung. Festpunkte können auch gesetzt werden, um gerade Strecken in kürzere Teilabschnitte zu unterteilen und so für eine Dehnungsbegrenzung zu sorgen.
Bei Steigleitungen nehmen Festpunkte das Eigengewicht der Rohrleitung auf, Rohrschellen übernehmen nur eine Führungsfunktion. Eine weitere Aufgabe von Festpunkten ist es, Schwingungen beziehungsweise Vibrationen der Leitung zu minimieren und Druckschläge auszugleichen. Festpunkte für kaltgehende Leitungen benötigen zudem isolierende Eigenschaften.

Speziell für die Montage von Kälteleitungen aus Stahl hat Mefa daher einen Kältefestpunkt im Programm. Er ist mit einer druckfesten PU-Schale ausgestattet und verbindet eine sehr gute Wärmedämmung mit einer hohen Lastaufnahme bis etwa 20 kN. In Kombination mit der passenden Festpunkt-Halterung leitet er Reaktionskräfte am Rohr sicher in den Bauuntergrund ein.

Fazit: Für eine sichere und zuverlässige Befestigung von Kälteleitungen, die Energieverluste und Tauwasserbildung im Bereich der Rohrhalterung wirkungsvoll verhindert, sollten Planer und Verarbeiter auf Qualitätsprodukte setzen. Hersteller von Befestigungstechnik haben Spezial-Rohrschellen, -Festpunkte und -Gleitelemente im Programm, die für den Einsatz in der Kältetechnik optimiert sind. Sie berücksichtigen sowohl den Brandschutz als auch Korrosionsanforderungen.

Zugleich bieten die Anwendungstechnik-Abteilungen der Hersteller ihren Kunden einen umfassenden Planungsservice speziell für den Kälte- und Klimabau sowie für den Industrie- und Chemieanlagenbau. Grundsätzlich ist es bei Großkältetechnik-Projekten im Industrie- und Chemieanlagenbereich empfehlenswert, den Hersteller in die Planung einzubeziehen. Auf Befestigungstechnik für den SHK-Bereich spezialisierte Anbieter übernehmen auf Kundenwunsch die komplette Planung der Installation. 1605ct917

Hier gelangen Sie zur Homepage des Anbieters. Mehr zum Thema Rohrbefestigungen finden Sie hier auf chemietechnik.de.

Heftausgabe: September 2016
Seite:

Über den Autor

Volker Weber, Produktmanager, Mefa Befestigungs- und Montagesysteme
Loader-Icon