Sieb trifft Schnecke

Schonende Siebung mit Wendeltrommel-Siebmaschinen

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28.11.2018 Die Präzision einer Zentrifugalsiebmaschine und die produktschonende Arbeitsweise einer Förderschnecke – diese Eigenschaften vereint das Wendeltrommelsieb JEL WTS in einer Maschine. Anders als bei Zentrifugalsiebmaschinen wird das zu siebende Produkt nicht durch das Siebgewebe der Siebtrommel geschleudert, sondern nach dem Prinzip einer Förderschnecke langsam durch die Maschine geleitet.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Bei bruchempfindlichen Produkten und kleineren Mengen eignet sich ein Wendeltrommelsieb, das bei produktschonender Arbeitsweise eine hohe Trennschärfe und minimalen Produktionsausschuss erzielt.
  • Die vorgestellte Wendeltrommel-Siebmaschine eignet sich für alle Siebaufgaben von der Schutzsiebung, über die Fein- und Grobabtrennung bis hin zur Klassiersiebung und ist zudem einfach zu reinigen und zu warten.

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Die Wendel im Inneren des Siebkorbs fördert das zu siebende Produkt schonend über das Siebgewebe. Bilder: J. Engelsmann

Durch diese spezielle Siebbewegung ist das Wendeltrommelsieb des Herstellers J. Engelsmann besonders geeignet für die Siebung von bruchempfindlichen Schüttgütern. Auch gecoatete Produkte können gesiebt werden, ohne dass deren empfindliche Beschichtung beschädigt wird.

Signifikant unterschiedliche Siebfunktion

Das Wendeltrommelsieb ist ähnlich aufgebaut wie eine Zentrifugalsiebmaschine und besteht aus einem Maschinengestell und dem darauf aufgebauten Siebgehäuse. Das Herzstück der Maschine ist die zylindrische Siebtrommel, auch Siebkorb genannt, die sich im Inneren des Gehäuses befindet. Die Siebtrommel ist in einzelne Segmente unterteilt, die je nach gewünschtem Kornspektrum mit unterschiedlichen Maschenweiten bespannt sind. Unter den einzelnen Segmenten befinden sich die Maschinenausläufe für die jeweiligen Fraktionen. Dieser Bereich ist zusätzlich in Kammern aufgeteilt, sodass sich die verschiedenen Fraktionen nicht untereinander vermischen können.

Obwohl der Aufbau eines Wendeltrommelsiebs dem einer Zentrifugalsiebmaschine sehr ähnelt, unterscheidet sich die Art der Siebung signifikant voneinander. Der Grund dafür befindet sich im Inneren des Siebkorbs: Anstelle von Schlägerleisten ist der Siebkorb bei Wendeltrommelsieben mit einer Schneckenwendel ausgestattet. Mittels dieser Schneckenwendel wird das Produkt sehr schonend durch die Maschine bewegt und ausgesiebt. Das Wendeltrommelsieb ist für alle Siebaufgaben geeignet, von der Schutzsiebung über die Fein- und Grobabtrennung bis hin zur Klassiersiebung von maximal fünf Fraktionen.

Wird der Siebvorgang gestartet, beginnen Siebkorb und die innenliegende Schnecke sich langsam um die eigene Achse zu drehen. Wenn das Produkt nun seitlich in die Maschine eingeleitet wird, fällt es zunächst auf das Siebgewebe am Boden des Siebkorbs. Durch die langsame Rotation wird das auf dem Gewebe liegende Produkt so weit mit nach oben bewegt, bis es durch die Schwerkraft über das Siebgewebe wieder nach unten gleitet. Durch die Drehung der Schneckenwendel wird das Material gleichzeitig in horizontaler Richtung durch die einzelnen Siebtrommeln geleitet.

Bild 2

Die einzelnen Trommelsegmente werden mit unterschiedlichen Maschenweiten bespannt, je nach Anzahl der Fraktionen und gewünschter Korngröße (im Bild: drei Fraktionen).

Während dieses gesamten Siebprozesses verliert das Produkt nie den Kontakt zum Siebgewebe. Dadurch ist der Siebvorgang besonders schonend, denn das Siebgut springt nicht auf und ab – ein Effekt der bei Vibrationssieben auftreten kann und bei empfindlichen Produkten oft zur Kornzerstörung führt.

Ein weiterer positiver Effekt ist die hohe Verweilzeit des Produkts auf dem Siebgewebe. Dadurch lässt sich mit Wendeltrommelsieben eine sehr trennscharfe Klassierung erzielen. Bei Zentrifugalsieben bewegt sich die Siebtrommel selbst nicht, lediglich die Schlägerleisten im Inneren der Trommel rotieren sehr schnell um die eigene Achse und schleudern das Produkt gegen das Siebgewebe. Für gecoatete oder generell bruchempfindliche Produkte ist dieses Siebverfahren daher eher ungeeignet.

Einfache Abreinigung und Wartung

Um das Siebgewebe von Steckkorn zu befreien, lassen sich auch bei Wendeltrommelsiebmaschinen Abreinigungssysteme einbauen. Gute Ergebnisse erzielt beispielsweise eine Bürstenabreinigung. Bei dieser Art der Abreinigung befindet sich unmittelbar über dem Siebkorb eine sich drehende Welle mit Bürsten, die von außen spiralförmig über das Siebgewebe streifen. So bleiben die Gewebemaschen frei von Steckkorn, und das Sieb erreicht seine maximale Durchsatzleistung. Durch verstellbare Drehzahl und Neigung lässt sich das Siebergebnis regulieren und an das zu siebende Produkt anpassen.

Auch die Bedienung des Wendeltrommelsiebs ist unkompliziert. Eine große Makrolonglasscheibe auf Bedienhöhe ermöglicht nicht nur die Inspektion der Siebmaschine während des Betriebs, sondern dient auch als Wartungsklappe für einen direkten Zugang zum Siebkorb. Um diesen komplett zu entnehmen, muss lediglich eine Flügelmutter an der Spitze der Welle gelöst werden. Der Korb ist einfach aus dem Maschinengehäuse herauszunehmen, etwa um ihn mit neuem Siebgewebe zu bespannen. Die wartungsarme Bauweise der Maschine mit nur wenigen Verschleißteilen vermeidet Ausfallzeiten weitgehend.

Heftausgabe: Dezember/2018

Über den Autor

Christian Wernicke, Leiter Marketing und Vertrieb, J. Engelsmann
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