Gruppenfoto bei der Übergabe des Förderbescheides für den Energiepark Bad Lauchstädt

Den Bescheid für die Förderung als „Reallabor der Energiewende“ erhielten die Projektpartner im Beisein des sachsen-anhaltinischen Ministerpräsidenten Dr. Reiner Haseloff. (Bild: BMWi)

Ziel des Projekts ist es, im südlichen Sachsen-Anhalt die gesamte Wertschöpfungskette für Grünen Wasserstoff abzubilden. Dabei wird erneuerbarer Strom aus einem neu zu errichtendem Windpark mittels einer Großelektrolyse-Anlage mit einer Leistung von rund 30 MW in klimafreundlichen Wasserstoff umgewandelt und über eine umzuwidmende 20 km lange Gasleitung der chemischen Industrie im benachbarten Leuna zugeführt. Zudem sollen die entscheidenden Vorarbeiten getätigt werden, um den produzierten grünen Wasserstoff in einer eigens dafür ausgestatteten, knapp 180 m hohen Salzkaverne ab 2026 zwischenspeichern zu können. Das Vorhaben hat ein Gesamt-Investitionsvolumen von rund 140 Mio. Euro.

Wasserstoff als „Schlüsselelement für die Energiewende“

Den Bescheid für die Förderung als „Reallabor der Energiewende“ erhielten die Projektpartner nun im Beisein des sachsen-anhaltinischen Ministerpräsidenten Dr. Reiner Haseloff. „Wasserstoff ist nicht nur ein Schlüsselelement für die Energiewende. Er kann auch ein wertvoller Baustein für den Aufbau einer nachhaltigen Chemieindustrie sein und damit den Erhalt von Wertschöpfung und qualifizierten Arbeitsplätzen in der mitteldeutschen Strukturwandelregion sichern“, so Andreas Feicht, Staatssekretär im zuständigen Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), der den Bescheid überreichte.

Nachdem das BMWi das Projekt im Rahmen des zweistufigen Antragsverfahrens bereits 2019 als förderwürdiges Reallabor deklarierte, haben die Verantwortlichen des beteiligten Unternehmenskonsortiums die Pläne in der Zwischenzeit konkretisiert und weiter vorangetrieben. „Wir sind sehr glücklich, nun den langersehnten Bescheid in den Händen zu halten und uns endlich an die eigentliche Arbeit machen zu können. Mit diesem Vorzeigeprojekt wollen wir gemeinsam demonstrieren, dass die industrielle Nutzung von Grünem Wasserstoff absolut möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist“, sagte Cornelia Müller-Pagel, Leiterin des Projektes im Konsortium und Leiterin der Abteilung "Grüne Gase" beim Gashandelskonzern VNG . „Mit unserem Projekt wollen wir dazu beitragen, Grünen Wasserstoff als bahnbrechende Zukunftstechnologie weiter zu erforschen und zur Marktreife zu bringen. Gleichzeitig ist es unser Ziel, wichtige Impulse für die Region zu setzen und Mitteldeutschland zu einer technologisch starken und zukunftsorientierten Wasserstoffregion zu entwickeln“, so Müller-Pagel weiter.

Vom Chemie- zum Energiepark

„In den neunziger Jahren haben wir in Sachsen-Anhalt sehr erfolgreich das Chemieparkmodell entwickelt. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir auch mit dem Energiepark Bad Lauchstädt Vorreiter sind und das Modell zu einer Erfolgsgeschichte wird“, betonte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff.

Die Entwicklung und der Aufbau des Energieparks sind grundsätzlich in zwei Phasen geplant, die unabhängig voneinander bearbeitet und umgesetzt werden: Ab diesem Herbst sollen mit der bewilligten Förderung als "Reallabor der Energiewende" zunächst die Wasserstofferzeugung und der Wasserstofftransport sowie zentrale Komponenten der Wasserstoffspeicherung weiterentwickelt und erprobt werden. Zu letzteren zählen beispielsweise eine effiziente Gasreinigung sowie die Sicherheitstechnik. In einer sich perspektivisch anschließenden zweiten Phase, die nicht Bestandteil des jetzigen Forschungsvorhabens ist, wird ab 2026 angestrebt, die für die Wasserstoffspeicherung vorgesehene Kaverne fertigzustellen und in die Wertschöpfungskette einzubinden.

Der Energiepark Bad Lauchstädt soll so zu einer Dekarbonisierung der in der Region stark vertretenen chemischen Industrie beitragen. Über weitere ostdeutsche Wasserstoffprojekte kann der Energiepark künftig auch in die entstehende europäische Wasserstoffinfrastruktur eingebunden werden. Mit dem nun eingegangenen Fördermittelbescheid soll das Projekt unmittelbar seine Arbeit aufnehmen. Hinter dem Energiepark Bad Lauchstädt steht ein Unternehmenskonsortium aus Terrawatt, Uniper, VNG Gasspeicher, Ontras Gastransport, DBI - Gastechnologisches Institut sowie VNG.

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