Staubfrei eingeschlossen

Sichere Entstaubungstechnik für Zwischenprodukte nach REACH

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24.05.2018 Die Umsetzung der REACH-Verordnung bedeutete in den vergangenen Jahren erheblichen Organisationsaufwand in der Datensammlung und Dokumentation, aber auch der toxikologischen Beurteilung von Chemikalien. Um dieser Flut an Erhebungen und logisch anschließenden arbeitshygienischen Beurteilungen entgegenzutreten, begegnet man zumindest den Zwischenprodukten innerhalb des Produktionsverbundes eines Standortes mit vereinfachten Beurteilungen, sofern diese in strikt eingeschlossenen Systemen gehandhabt werden.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Zwischenprodukte nehmen nach der REACH-Verordnung eine Schlüsselrolle im standortbezogenen Produktionsverbund der Prozessindustrien ein: Sofern sie im Produktionsverbund in strikt eingeschlossenen Systemen gehandhabt werden, sind die Anforderungen an ihre Beurteilung geringer.
  • Eine strikt eingeschlossene Filtration gelingt mit explosionsdruckfesten Filtersystemen, deren Staubsammlung und Filterwechsel unter angemessenen Einschlussbedingungen erfolgt.

Bild1-ECR.Filtersystem

Das ECR Filtersystem dient zum Entstauben höherer Prozessluftströme. Bilder: TRM Filter, Dr. Thomas Schwalbe

Die Filtration von Prozessstäuben stellt nach der Zu- und Abfuhr von Produktionsstoffen oft den drittgrößten Massestrom über die Prozessgrenzen dar. Eine strikt eingeschlossene Filtration gelingt mit explosionsdruckfesten Filtersystemen, deren Staubsammlung und Filterwechsel unter angemessenen Einschlussbedingungen (Containment) erfolgt. Strikter Einschluss wird etwa in den Richtlinien der ECHA (European Chemicals Agency) unter Verweis auf weitere Quellen anhand einer dreifach gestuften Strategie dargestellt. Relevant ändert sich mit dem strikten Einschluss die Notwendigkeit, diese Stoffe in Isolatoren „offen“ (Strategie 3) oder „geschlossen“ (Strategie 4) handhaben zu müssen.

Leckagefrei und Ex-druckfest

Der slowenische Spezialist für Entstaubungssysteme TRM Filter begegnet den Anforderungen des strikten Einschlusses der Entstaubungsfiltersysteme mit den Produktlinien ECH für die dezentralisierte Entstaubung meist einzelner Prozessmaschinen im Feststoffhandling und ECR für die Entstaubung höherer Prozessluftströme. Beide Produktlinien lassen sich über ihre gesamte Prozesslebensdauer gestuft im strikten Einschluss aufrüsten. Sie erreichen in allen Handhabungsschritten quantitativ hinsichtlich der Restleckage vermessene Einschlussziele und bieten damit Gestaltungssicherheit der Entstaubungsfunktion auch bei fortschreitender arbeitshygienischer Beurteilungsqualität der entstaubten Prozesse und Prozessstoffe.

Die quantitative Vermessung der Restleckage der gestuften Ausführungsvarianten erfolgte mit Hilfe von Messmethoden der pharmazeutischen Industrie, der sogenannten APCPPE (Assessing the Particulate Containment Performance of Pharmaceutical Equipment), in diesem Zusammenhang besser bekannt unter dem Namen des Vorläufers SMEPAC (Standardized Measurement of Particulate Airborne Concentration). Die Messergebnisse sind auf die Bewertungsverfahren auch der Prozessindustrien unter REACH übertragbar. Das Verfahren vermisst Leckage und Oberflächenkontamination von Geräten unter Zuhilfenahme exakt beschriebener und analytisch validierter Ersatzstoffe, wie beispielsweise Laktose. Weiterhin sind beide Entstaubungs­filtersysteme ausweislich rigoroser Tests bei der Forschungsanstalt für angewandte Systemsicherheit und Arbeitsmedizin (FSA) explosionsdruckfest gestaltet. Somit verhindern sie auch im Falle von Explosionen strikt eine Umgebungskontamination.

Sicherheit zum Aufrüsten

In der Basiskonfiguration Enduro bestehen die Systeme aus einer abreinigbaren Primärfilterstufe und einer Sekundärfilterstufe H13. Die von der Primärfilterstufe abgereinigten Stäube werden in einem Staubsammelgefäß aufgenommen. Die Systeme können optional mit integrierten Gebläsen ausgerüstet werden. Sie sind als pulverbeschichte Stahlsysteme oder als Edelstahlsysteme erhältlich.

Entsprechend der Strategieempfehlungen der ECHA zum strikten Einschluss in Isolatoren mit offener Handhabung (Strategie 3) empfiehlt der Filterhersteller die Konfiguration Novento. In dieser Konfiguration sind alle Handhabungen des Entstaubungsfiltersystemes mit einfachen Ausführungen von Schutzfolientechnologien geschützt. Die Staubsammlung erfolgt in einem Sammelbehältnis, dessen Einlagebeutel mit einem Deckel zum Abtransport verschlossen wird. Der gelegentliche Austausch beider Filterelemente gelingt mit der Bag-in-/Bag-out-Technik. Dabei beläuft sich die Lebensdauer des abreinigbaren Primärfilters je nach Staublast auf bis zu drei Jahre. Der strikte Einschluss in Isolatoren mit geschlossener Handhabung (Strategie 4) gelingt in der Konfiguration Practico. In dieser Konfiguration sind alle Handhabungen des Entstaubungsfiltersystems mit einfachen Ausführungen von Schutzfolientechnologien geschlossen und geschützt. Die Staubsammlung erfolgt im Safe-Bag, der ohne Öffnung beidseits verschlossen abgetrennt wird.

Containment ohne Ende

Bei Vorliegen konkreter, verschärfender Gründe innerhalb der Strategie 4 des strikten Einschlusses in Isolatoren mit geschlossener Handhabung bietet die Konfiguration Optimo weiter erhöhten Schutz. Die Sammlung abgereinigten Staubes erfolgt hier in beidseitig verschlossene Kompartimente einer Endlosfolie. Der Staubbelag auf den Filterelementen kann vor deren Austausch immobilisiert werden.

Die Entstaubungsfiltersysteme bieten umfassenden Schutz im strikten Einschluss von Stoffen in allen Handhabungen des bestimmungsgemäßen Betriebes. Darüber hinaus bleiben die Systeme selbst im Falle von Explosionen gegen die Umgebung geschlossen, eine Umgebungskontamination ist ausgeschlossen. Die Systeme können über ihre volle betriebliche Lebensdauer in den beschriebenen Schutzstufen aufgerüstet werden. Sie bieten damit Entscheidungssicherheit für die Investition in Entstaubungstechnik vor dem Hintergrund einer sich entwickelnden toxikologischen Prozessrisikobetrachtung.

Achema 2018 Halle 1.1– E13

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Heftausgabe: Juni/2018
Dr. Thomas  Schwalbe, TRM Filter

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Dr. Thomas Schwalbe, TRM Filter
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