Die Gefahr in den Schrank verweisen

Sicherheitsschränke für die Lagerung von Druckgasflaschen

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11.07.2018 Gase sind oftmals gefährlich, aber in weiten Teilen der Industrie unverzichtbar. Ihre dezentrale Lagerung in Sicherheitsschränken stellt eine flexible und kostengünstige Alternative zu zentralen Lösungen dar.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Die zentrale Lagerung von Druckgasflaschen ermöglicht zwar große Kapazitäten, ist jedoch häufig kostenintensiv und wenig flexibel.
  • Dezentrale Sicherheitsschränke haben ein vergleichbares Schutzniveau und können direkt vor Ort aufgestellt werden.
  • Neben geringeren Installations- und Instandhaltungskosten durch kürzere Leitungen bieten die Schränke auch eine flexible Handhabung und einfache Entlüftungslösungen.

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Gasflaschen stellen durch ihren Überdruck und den oftmals entzündlichen Inhalt in vielen Betrieben ein erhebliches Gefahrenpotenzial dar. Bilder: Asecos

Ein Beispiel für ein gefährliches Gas ist Acetylen, das bei Schweißvorgängen zum Einsatz kommt: Es ist extrem entzündbar und kann explosionsartig reagieren. Daher ist hier Vorsicht geboten. Die Bereitstellung und Entnahme von solchen Gasen erfolgt meist über entsprechende Druckgasflaschen, die sicher gelagert werden müssen. Denn sie stellen durch ihren Überdruck und Inhalt ein erhebliches Gefahrenpotenzial dar. Eine fachgerechte und gesetzeskonforme Lagerung stellt sicher, dass Mensch und Umwelt bestmöglich geschützt sind.

Für Mengen ab 2,5 l gelten in Deutschland die Vorgaben der Technischen Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 510 unter der Überschrift „Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern“. Demnach kommen für die Lagerung von Druckgasflaschen grundsätzlich zwei Lösungen in Frage: zentral in einem geeigneten Lagerraum bzw. einem Lager im Freien oder aber dezentral direkt in den Arbeitsräumen in Sicherheitsschränken. Letztere halten nach dem heutigen Stand der Technik einem Feuer mindestens 90 min stand und bieten ein vergleichbares Schutzniveau wie feste Lagerräume. Damit übertreffen die Schränke sogar die Vorschriften der TRGS 510, die 30 min fordert. Bauplaner, Sicherheitsbeauftrage und Nutzer können so individuell entscheiden, welche Lösung für ihre Gegebenheiten am besten geeignet ist. Oftmals stellt in der Praxis auch eine Kombination der beiden Systeme eine gute Lösung dar.

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Mit direkt am oder in unmittelbarer Nähe zum Arbeitsplatz aufgestellten Sicherheitsschränken hält der Anwender den Gasvorrat bequem im Blick.

Zentrale vs. dezentrale Lagerung

Mit einem zentralen Versorgungssystem lagern alle benötigten Druckgasbehälter an einem definierten Ort im Gebäude oder im Außenbereich. Ein fest installiertes Rohrleitungsnetz sorgt dann für die Gaszufuhr an die entsprechenden Verbraucherstellen im Arbeitsraum. Im Gegensatz dazu sind bei einer dezentralen Gasversorgung einzelne, kleine Versorgungseinheiten direkt am oder in unmittelbarer Nähe zum Arbeitsplatz aufgestellt. Beide Systeme haben ihre Vorzüge: Werden alle Vorräte an einem einzigen Ort gelagert, sind diese leichter zu überwachen und zu kontrollieren. Auch sind große Lagerkapazitäten möglich. Im Gegensatz dazu haben Sicherheitsschränke eine kleinere Kapazität, können jedoch direkt in Arbeitsplatznähe aufgestellt werden. So kann der Anwender den Gasvorrat bequem direkt vor Ort im Blick halten.

Darüber hinaus sind die Rohrleitungen zur Entnahmestelle sehr kurz. Das minimiert das Leckagerisiko und spart Kosten für die Installation sowie die Instandhaltung. Dies gilt vor allem beim Einsatz von korrosiven Gasen. Denn kurze Leitungswege bedeuten einen geringeren Verbrauch von Spülgasen, die als steter Strom durch einen Prozessraum fließen. So kommt zum Beispiel in der thermischen Diffusion oder Halbleiterproduktion Stickstoff als Spülgas zum Einsatz, um ungewollte Oxidbildung oder chemische Reaktionen zu vermeiden. Aber auch für Reinstgase wie Sauerstoff oder Helium sind kurze Wege vorteilhaft: Denn hier ist es besonders wichtig, dass die Gase möglichst ohne verunreinigende Fremdstoffe entnommen werden können. Reinstgase kommen vor allem in Laboren und in der Medizintechnik zum Einsatz.

Sicherheitsschränke sind flexibel einsetzbar

Sicherheitsschränke sind darüber hinaus flexibler als zentrale Lager: Werden Arbeitsbereiche umstrukturiert, ein Anbau hinzugefügt oder steht ein Umzug in neue Räumlichkeiten an, können die Sicherheitsschränke einfach mitgenommen werden. Auch die Inneneinrichtung lässt sich flexibel gestalten: Schrankbreite und Sonderausstattungen sind frei wählbar. So ist beispielsweise eine hängende Lagerung von Spezial-Druckgasflaschen mit medizinischem Sauerstoff problemlos möglich.

Zusätzlich entfallen die Schutzbereiche um die Flaschen: Ein Schrank kann so direkt neben einem Laborabzug oder einer Werkbank Platz finden. Demgegenüber sind in Lagerräumen Schutzbereiche erforderlich, wenn nicht auszuschließen ist, dass etwa beim Wechsel von Anschlussleitungen geringe Mengen von Gasen frei werden. Der Gesetzgeber fordert hierbei in jede Richtung 2 m. Nur bei Gasen, die schwerer als Luft sind, kann nach oben auf 1 m verkürzt werden. Bei weniger als 20 m² Grundfläche ist der gesamte Raum als Schutzbereich vorzusehen.

Einfache Entlüftung

Sowohl Lagerräume als auch Schutzschränke müssen eine ausreichende Be- und Entlüftung aufweisen. Für Lagerräume sind dafür meist kostspielige Lüftungsöffnungen unmittelbar ins Freie nötig. Ein Anschluss an eine technische Abluftanlage kommt nur in Frage, wenn diese noch ausreichende Kapazitäten bereitstellen kann. Sicherheitsschränke, die nach DIN EN 14470-2 geprüft sind, hingegen sind standardmäßig mit Entlüftungsöffnungen ausgestattet. Der Anschluss an ein vorhandenes Entlüftungssystem oder ins Freie ist schnell und einfach möglich. Alternativ erlauben Umluft-Filteraufsätze die unkomplizierte Entlüftung an jedem Aufstellort.

Eine neu entwickelte Schrankoberfläche von Asecos bietet zudem eine durchgängige Bohrfläche, durch die in jeder Position Gas- oder Elektroleitungen geführt werden können. Der zulässige Bereich ist sowohl außen als auch im Schrankinnern an der Decke eingezeichnet. Das erleichtert die Montage, und die Schrankinnentiefe und -breite lässt sich optimal nutzen. Außerdem können so Rohrleitungen direkt und sehr eng an der Schrankrückwand durchgeführt werden. Das spart Arbeitsaufwand und Material. Eine zusätzliche Isolierung der Rohrdurchführungen in Sicherheitsschränken ist grundsätzlich nicht notwendig.

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Heftausgabe: Juli/2018
Sven Sievers ist  Bereichsleiter Produktmanagement bei Asecos

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Sven Sievers ist Bereichsleiter Produktmanagement bei Asecos
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