Abgesaugt, abgestaubt

Staubentwicklung bekämpfen beim Schüttgut-Handling

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26.02.2018 Wo Granulat und Pulver verarbeitet werden, lässt sich Staubentwicklung nicht vermeiden. Eine effektive Absaugung ist somit Pflicht. Das gilt für die Produktion von Kunststoffen ebenso wie für viele Verarbeitungsprozesse von Kunststoffgranulat und auch für den 3D-Druck von Metallen. Für diese Aufgaben gibt es unterschiedliche Lösungen.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Eine effiziente Staubabsaugung ist beim Handling von Granulaten und Pulvern aus Gründen des Arbeitsschutzes wie auch der Materialeffizienz unumgänglich:
  • Mobile Absauganlagen eignen sich für wechselnde Einsatzorte und Prozessbedingungen. Bei konstanter Betriebsweise empfiehlt sich dagegen die feste Installation der Anlage, die auch inline möglich ist.
  • Modular aufgebaut, lässt sich die Absaugung an spezifische Anwendungen anpassen.

Sauberkeit und Sicherheit sind die zentralen Triebfedern, wenn es um das Aufsaugen und Absaugen beim Schüttgut-Handling in der Kunststoff- und Metallverarbeitung geht. Beim Chemielogistik-Dienstleister Chemion in Krefeld-Uerdingen zum Beispiel ist die Arbeitssicherheit das Motiv für den Einsatz von zwei Saugern.

Neue Aufgabe für Spänesauger

Der Logistiker betreibt in Uerdingen ein Silo-Logistikzentrum mit rund 80 Silos unr Platz geben? d schlägt dort im Auftrag des Herstellers Covestro rund 250.000 t/a Polycarbonat-Granulat der Marke Makrolon um. Beim Handling dieser Mengen ist es nicht auszuschließen, dass Granulat auf den Boden gelangt. Da die Kugeln klein, hart und rund sind, können Mitarbeiter darauf ausrutschen. Deshalb muss das Granulat sofort aufgesaugt werden. Dabei kommen Industriesauger vom Typ SPS 35 und SPS 250 des Herstellers Ruwac zum Einsatz, die ursprünglich für einen ganz anderen Zweck entwickelt wurden – für das Ab- und Aufsaugen von Spänen in der metallverarbeitenden Industrie.

Typisch für diese Saugerbauart ist die „doppelte“ Absaugung: Die Späne werden vom Flüssiganteil – normalerweise von Kühlschmierstoffen – separiert und in einem Vorabscheider zurückgehalten. Diese Eigenschaft ist auch beim Aufsaugen des Makrolon-Granulates von Vorteil. Denn die Maschinen und Anlagen werden mit Wasser gespült, damit zwischen den einzelnen abzupackenden Partien keine Vereinigungen entstehen. Somit sammeln sich die Kunststoffkügelchen im Vorabscheider und das Wasser im Sauger selbst. Die Kugeln werden anschließend rezykliert und das Wasser über die werkseigene Kläranlage entsorgt.

Das Modell SPS 35 wurde für die Absaugung kleinerer Sauggutmengen entwickelt. Mit seiner kompakten Bauart eignet er sich sehr gut für den Einsatz auf beengtem Raum. Der größere SPS 250 saugt größere Mengen auf, und er kann auch als Dauerläufer direkt an Maschinen und Anlagen dienen. Bei Chemion werden die Granulatreste als „Kehrgranulat“ getrennt der Entsorgung zugeführt.

Hohe Materialausbeute

In einer anderen Halle des Chemielogistik-Dienstleisters im Chemiepark Uerdingen kommt ein Sauger vom Typ DS 2520 L-B1 mit Vorabscheider zum Einsatz. Er ist an einer Abfüllanlage installiert, die 900-kg-Säcke füllt. Sollte Granulat neben das Gebinde fallen, wird es in einer Auffangwanne unterhalb der Maschine gesammelt und aufgesaugt.
Das Granulat gelangt zunächst in einen vom Saugerhersteller spezifisch projektierten Vorabscheider. Von dort lässt es sich bei Bedarf über eine Zellenradschleuse in einen Big-bag abfüllen. Hier fließen die reinen Makrolon-Kugeln, die noch nicht den Boden berührt haben, also direkt wieder in die Transportkette zurück. So steigert dieser Sauger die Materialausbeute und damit die Effizienz und trägt gleichzeitig zur Arbeitssicherheit und Sauberkeit bei.

Inline-Absaugung als Alternative

Mit den bisher beschriebenen mobilen Sauganlagen bleiben Betreiber möglichst flexibel. Wenn die Absaugstelle immer identisch ist, empfiehlt sich dagegen eine stationäre Anlage. Für diese Lösung hat sich ein Hersteller von Pigmenten und Additiven für Kunststoffe entschieden. Da die Wirksamkeit dieser Stoffe auch von der Korngröße abhängig ist, sind entstehende Stäube im Prozess zu entfernen. Diese Aufgabe erfüllt der Hersteller mit einer Inline-Absaugung direkt an den Mahlanlagen. Die Absauganlage selbst befindet sich außerhalb der Halle. Die „aufgelöste“ Bauweise erleichtert unter anderem das Handling des Sauggutes. In diesem Falle wird es in einem Big-bag gesammelt und ist daher einfach zu entsorgen.

Wiederum einen Prozessschritt weiter, in der Kunststoffverarbeitung, kommen häufig mobile Sauger zum Einsatz, um die Maschinen und ihre Umgebung zu reinigen. Da Kunststoffstäube entzündlich sind, verwendet man hier Staub-Ex-Sauger, die von Grund auf für die Anforderungen des Staubexplosionsschutzes konstruiert wurden.

Fazit: Wie die Beispiele zeigen, leisten Anlagen zur Staubabsaugung in der Kunststoffindustrie je nach Einsatzfall einen Beitrag nicht nur zur Sauberkeit und Prozesssicherheit, sondern auch zum Schutz von Bedienern und Anlagen. Auch für „exotische“ Applikationen lässt sich mit dem modularen Programm für Absauganlagen eine bedarfsgerechte Lösung finden.

Heftausgabe: März/2018

Über den Autor

Eva-Maria Lohmann, Leiterin Marketing, Ruwac Industrie- sauger
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