Unterkühltes Mietverhältnis

Tiefkältecontainer überbrücken temporären Kältebedarf

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10.10.2012 Bei Schadensfällen oder bei Umrüst- und Umbauarbeiten im Prozess muss die kontinuierliche Kälteversorgung gewährleistet werden. Mobile Hochleistungs-Kältezentralen können auch über einen Zeitraum von beispielsweise einem Jahr auch für temperaturkritische Produktionsprozesse die temporäre Kälteversorgung zuverlässig übernehmen.

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Entscheider-Facts Für Betreiber

  • Auch bei Umbau- und Umrüstarbeiten, ebenso wie bei Schadensfällen, muss die Kälteversorgung im Betriebsablauf gewährleistet werden.
  • Hochleistungs-Kältezentralen ermöglichen den kurzfristigen Ersatz der anlageneigenen Kälteversorgung durch Flexibilität und schnelle Verfügbarkeit.
  • Sonderlösungen lassen sich für Mietkälte-Kunden aus allen Branchen im Großkälte-Bereich realisieren.
  • Auch lange Standzeiten von mehreren Wochen lassen sich durch die Mietlösungen überbrücken.

Während der Umbauarbeiten in einem großen Chemie- und Pharmaunternehmen musste die Produktion ohne Unterbrechung und Qualitätseinbußen von statten gehen. Um den Betriebsablauf zu sichern war ein ganzes Jahr lang konstante Prozesskälteversorgung von -24 °C nötig. Zwei gemietete Hochleistungs-Kältezentralen haben die Kälteversorgung während dieser Zeit ermöglicht.
Während komplexer Umrüst- oder Umbauphasen der hauseigenen Kälteversorgung sind insbesondere Chemie- oder Pharma-Produzenten auf eine verlässliche Prozesskälteversorgung angewiesen. Doch die dafür benötigten Flüssigkeitskühler, Wärmeübertrager und Pumpen müssen genau unter Berücksichtigung der jeweiligen Anforderungen in die existierende Umgebung integriert werden. Solche maßgeschneiderten Lösungen fordern die Lieferanten von Mietkälte heraus. Vor allem dann, wenn es sich um neuralgische Bereiche handelt, für die sie gleichbleibend hohe Kälteleistung garantieren müssen.
Für derartige Fälle – wie bei einer umfangreichen Revision der Kälte-Sonderanlage am Produktionsstandort – ist deshalb auf Lieferantenseite ein hohes Maß an Flexibilität sowie die schnelle Verfügbarkeit der Mietgeräte entscheidend. „Lange Lieferzeiten wie bei einer Neumaschinen-Anschaffung wären für den Kunden hier absolut inakzeptabel“, berichtet Bruno Trost, Geschäftsführer der ACR Chiller Rent. Bei der technischen Beratung und Betreuung müssen keine Abstriche gemacht werden: Wartung und Service der angemieteten Kältemaschinen im höchsten Industriestandard sorgen während der gesamten Mietdauer für einen problemlosen Betrieb. „Es muss nicht immer ein Schadensfall sein, der temporäre Kälteversorgung durch Mietgeräte erforderlich macht“, erklärt Trost. Das mittelständische Münchner Unternehmen hat langjährige Erfahrungen mit Mietkälte-Kunden aus allen Branchen und hat diverse Sonderlösungen im Großkälte-Bereich realisiert. Dabei birgt jede Installation ihre eigenen Herausforderungen. Auch aus ökonomischer Sicht lohnt sich die Option der Mietlösung häufig. „Das Mieten von Kältemaschinen ist nicht nur bei Standard-Kaltwassersätzen, sondern auch bei hochspezialisierten Branchenanwendungen eine wirtschaftliche Alternative zur Neuinvestition“, erläutert der Kälte-Berater.

Verlässlicher Einsatz auch bei kritischen Prozessen möglich
Ein europaweit führendes Chemie- und Pharmaunternehmen benötigte während der Umbauarbeiten der Kälteversorgung einen temporären Ersatz der Tiefkälteversorgung. Die Münchner Firma stellte dafür zwei Tiefkältecontainer mit einer Kälteleistung von 325 kW je Einheit bei einer Soletemperatur von -24 °C als Mietlösung bereit. Der Kunde legte höchsten Wert auf die Betriebssicherheit und eine kontinuierliche Verfügbarkeit der Kaltsole durch die Miet-Tiefkältezentrale. Denn die Aggregatszustände von Substanzen und ihrer molekularen Verbindungen ändern sich je nach Temperaturbereich – daher ist bei allen Prozessen im Produktionsablauf eine exakte Kühlung und Temperaturregulierung erforderlich. Als besonders temperaturkritisch gilt die Kristallisation, eine weit verbreitete Trenntechnik.
Da jede Mietkälte-Installation nur so gut ist wie die verbauten Geräte und Komponenten bzw. deren Integration in das bestehende System, hat der Vermieter die stirnseitig am Container herausgeführten Kälteträger- und Kühlwasseranschlüsse an das kundenseitige Kaltwassernetz angeschlossen. Eine Motorklappe auf der Kälteträgerseite wurde mitgeliefert und angesteuert, um im Stillstand eine Mischtemperatur zu vermeiden. Die Mietkältezentralen sind jeweils mit zwei Einrotor-Schraubenverdichtern ausgestattet. Die Verdichter haben werkseitig ein Steuerungssystem, das eine stufenlose Regelung der Kühlleistung ermöglicht. Jeder der eingesetzten Miet-Container besitzt eine eigene Kälteträgerpumpe mit 41 m Förderhöhe und 82 m3/h Fördervolumen zum Transport der Kaltsole durch den Verdampfer. Die Pumpenansteuerung erfolgt über die Kältemaschine mit Vor-und Nachlaufzeiten. Auch an die Geräuschemissionen wurde gedacht: Der mittlere Standard-Schalldruckpegel hätte im Freifeld ca. 81 dB(A) in 5 m Abstand betragen. Durch eine spezielle Auskleidung der Container mit schallabsorbierendem Material ließ sich der Schalldruckpegel um ca. 12 dB(A) auf 69 dB(A) im Abstand von 5 m reduzieren. Über einen Zeitraum von 52 Wochen stand somit eine optimale Kälteversorgung in der Chemie- und Pharma-Produktion des Kunden zur Verfügung.n

Heftausgabe: Oktober 2012
Benjamin Trost, ACR Chiller Rent

Über den Autor

Benjamin Trost, ACR Chiller Rent

Benjamin Trost, Marketing & Vertrieb, ACR Chiller Rent

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