Ohr am Markt

Trends bei Industriearmaturen – Verband rechnet mit weiterem Umsatzwachstum

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14.06.2012 Mit 293 Ausstellern werden die Anbieter von Industriearmaturen auf der Achema stark vertreten sein. Neben der Fähigkeit zu technischen Innovationen hat sich in den vergangenen Jahren ein zunehmend wichtigerer Wettbewerbsfaktor in den Vordergrund geschoben: die Nähe zum Kunden. Und so heißt es immer öfter  „Engineered in Germany“, doch produziert vor Ort im Absatzmarkt.

Die Armaturenbranche strotzt vor Kraft: Glänzende Umsatzzahlen, wachsende Märkte und eine steigende Nachfrage nach technisch anspruchsvollen Produkten und Lösungen prägen die derzeitige Situation. Doch dieses Umfeld ist nicht nur für die deutschen Anbieter von Armaturen lukrativ. „Unternehmen sind heute einem immer intensiver werdenden internationalen Wettbewerb ausgesetzt. Schon lange konkurrieren deutsche Industriearmaturenhersteller mit Herstellern aus Asien und Amerika um Aufträge. Wer erfolgreich am Markt agieren will, muss sich von der Konkurrenz abheben und die eigene Wettbewerbsfähigkeit stärken“, ist Dr. Achim Trasser, Vorstand der Sempell AG, Korschenbroich, Mitglied des Vorstands des Fachverbandes Armaturen im VDMA, überzeugt.
Dazu gehört eben auch die Nähe zum Kunden und die daraus resultierenden Sonderlösungen. „Das Beratungs- und Erfahrungs-Know-how deutscher Armaturenhersteller ist hier gefragt. Losgröße 1 ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel“, bringt Trasser die Anforderung auf den Punkt. Zu den aktuellen Entwicklungsschwerpunkten der Armaturenhersteller gehören
die Erhöhung der Leistungs- und Lebensfähigkeit von Elastomerdichtungen zur Reduzierung von umwelt- und prozessgefährdenden Spindelleckagen,
elektronische Typenschilder für Industriearmaturen oder
Forschungsvorhaben zum Innenschalldruckpegel von Armaturen auf Basis von stationären Strömungsberechnungen.[AS]

Zahlen & Fakten:
Industriearmaturen haben Konjunktur
Die Umsätze der im VDMA organisierten Hersteller von Industriearmaturen stiegen im Jahr 2011 um nominal 6 % gegenüber dem Vorjahr.
In Summe entwickelte sich 2011 der Umsatz im Inland auf ähnlichem Niveau wie im Ausland. Im Inland stieg er um nominal 7 %, der Auslandsumsatz lag um 6 % höher als im Vorjahr. Während das erste Halbjahr 2011 von einer starken Wachstumsdynamik geprägt war (+ 12 %) hat sich das weltwirtschaftliche Expansionstempo im zweiten Halbjahr verlangsamt. Insgesamt konnten die Industriearmaturenhersteller 2011 ein Auftragsplus von 2 % im Vergleich zum Vorjahresniveau verbuchen.
Bei den Absperrarmaturen stiegen die Umsätze um 2 %, die Hersteller von Regelarmaturen verzeichneten ein Plus von 7 % und die Sicherheits- und Überwachungsarmaturen 2011 ein Umsatzwachstum von 13 %.
Die deutschen Industriearmaturenhersteller erzielten im letzten Jahr ein Exportvolumen von 3 Mrd. Euro. China, USA und Russland behaupteten ihre Position als „Top drei Absatzmärkte“ für Industriearmaturen aus Deutschland. Mit Armaturenlieferungen im Wert von 402 Mio. Euro (das entspricht einem Plus von 18 % im Vergleich zu 2010) bleibt China das wichtigste Abnehmerland.
Für 2012 erwartet der Fachverband Armaturen einen Anstieg des Gesamtumsatzes mit Industriearmaturen um nominal 5 %. Dabei wird sich der Umsatz nach Schätzungen des VDMA in der Produktgruppe der Absperrarmaturen vermutlich mit plus 6 %, bei den Regelarmaturen mit plus 5 % und in der Produktgruppe der Sicherheits- und Überwachungsarmaturen mit plus 3 % entwickeln. Positive Impulse erwarten die Hersteller vor allem aus der Öl- und Gasgewinnung sowie der Petrochemie.

Industriearmaturen sind auf der Achema in Halle 8.0 und 9.0 zu finden

Heftausgabe: Juni 2012

Über den Autor

Armin Scheuermann
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