Übernahmevolumen in Chemiebranche steigt durch Mega-Deals

10.11.2011 In der weltweiten Chemieindustrie ist der Gesamtwert von Fusionen, Übernahmen und Beteiligungen im 3. Quartal 2011 wieder gestiegen. Das geht aus der aktuellen Branchenstudie „Chemical Compounds“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hervor.

Übernahmevolumen in Chemiebranche steigt durch Mega-Deals

Das Übernahmevolumen in der Chemiebranche steigt vor allem durch Mega-Deals derzeit stark an (Bild: Franz Pfluegl – Fotolia.com)

Gegenüber dem 2. Quartal kletterte das Mergers & Acquisitions-Volumen (M&A) um 6,4 % auf 16,7 Mrd. US-Dollar. Dabei ist der Anstieg vor allem auf den höheren Beitrag der so genannten Mega-Deals zurückzuführen: Entfielen im 2. Quartal insgesamt 10,5 Mrd. US-Dollar auf Transaktionen mit einem Volumen von mehr als 1 Mrd. US-Dollar, so waren es im abgeschlossenen 3. Quartal 11,7 Mrd. US-Dollar.

Die absolute Zahl der Deals (ab einem Volumen von 50 Mio. US-Dollar) fiel von 31 zwischen April und Juni auf 22 zwischen Juli und September. Dabei schwächten sich die M&A-Aktivitäten insbesondere in China ab. Gegenüber dem Vorquartal sanken hier sowohl die Zahl der Transaktionen als auch das damit verbundene Transaktionsvolumen um über 55 %.

„Das nachlassende Wirtschaftswachstum in China sorgt für Zurückhaltung. Im 3. Quartal gab es in der Chemiebranche nur vier Deals mit einem Volumen von mehr als 50 Mio. US-Dollar. Ausländische Investoren bzw. Unternehmen waren an keiner dieser Transaktionen beteiligt. Mittelfristig erwarten wir allerdings wieder verstärkte Zukäufe chinesischer Chemieunternehmen sowohl bei der Marktkonsolidierung im Inland als auch bei der Umsetzung ihrer Wachstumsstrategien im Ausland“, kommentiert Volker Fitzner, Experte für die Chemiebranche bei PwC.

Maßgeblichen Einfluss auf die M&A-Bilanz des 3. Quartals hatten Transaktionen unter Beteiligung amerikanischer Unternehmen. Die nordamerikanische Chemieindustrie hat sich damit im laufenden Jahr zum Schrittmacher der Branchenkonsolidierung entwickelt. Seit Jahresbeginn gab es 20 größere Transaktionen (Volumen über 50 Mio. US-Dollar) mit einem Käufer aus den USA bzw. Kanada, das Transaktionsvolumen liegt bei insgesamt 33,4 Mrd. US-Dollar. Auf dem zweiten Rang folgt Europa mit 27 Deals und 25,2 Mrd. US-Dollar, gefolgt von der Region Asien-Pazifik mit 32 Deals und gut 8,5 Mrd. US-Dollar. Auch als Zielregion für ausländische Unternehmen ist Nordamerika mit Transaktionen im Volumen von bislang 6,7 Mrd. US-Dollar führend (Europa: 2,3 Mrd. US-Dollar, Asien-Pazifik: 3,5 Mrd. US-Dollar).

Das Engagement von Private-Equity-Fonds und anderen Finanzinvestoren hat im 3. Quartal gegen den Trend deutlich nachgelassen. Auf Finanzinvestments entfielen lediglich 200 Mio. US-Dollar oder rund 1,25 % des gesamten Transaktionsvolumens. Dies ist der niedrigste Wert seit 2006. „Die aktuell vergleichsweise hohen Unternehmensbewertungen in der Chemiebranche machen Beteiligungskäufe für Private-Equity-Fonds wenig attraktiv. Zudem müssen sie sich im Wettbewerb gegen strategische Investoren durchsetzen, die häufig über hohe Liquiditätsreserven verfügen und Synergien realisieren können. Unter diesen Voraussetzungen halten wir es für wahrscheinlich, dass sich Finanzinvestoren verstärkt von ihren Chemiebeteiligungen durch Verkauf trennen werden, statt neue Engagements einzugehen“, so Fitzner.

Die komplette Mitteilung von PwC lesen Sie hier.

 

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