VCI: Chemiebranche investiert 2011 fast 10 Mrd. Euro in Forschung

09.08.2011 Die chemische Industrie Deutschlands hat die Folgen der Weltwirtschaftskrise gut überstanden und schon im vergangen Jahr rund 9,4 Mrd. Euro in Forschung und Entwicklung (FuE) investiert, ein Plus von 8 Prozent im Vergleich zum Jahr 2009. Nun sollen diese Investitionen laut einer Studie des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) noch einmal steigen, und zwar auf fast 10 Mrd. Euro.

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VCI: Chemiebranche investiert 2011 fast 10 Mrd. Euro in Forschung

Dr. Andreas Kreimeyer, Vorsitzender des Ausschusses Forschung, Wissenschaft und Bildung im VCI und Vorstandsmitglied der BASF (Bild: VCI)

Dr. Andreas Kreimeyer, Vorsitzender des Ausschusses Forschung, Wissenschaft und Bildung im VCI, berichtet: „Dass wir aus der Krise so gut herausgekommen sind, hat viel mit der Innovationskraft der Branche zu tun.“ Jedes fünfte Patent in Deutschland, das branchenübergreifende Impulse aussendet, kommt aus der Chemie. Damit schlägt sie sogar den Maschinenbau als wichtigsten Motor für neue Technologien. Kreimeyer betont: „Die chemische Industrie ist wichtigster Lieferant von neuen Materialien und Vorprodukten sowie von Ideen und Anwendungs-Know-how für viele andere Industriezweige.“ Die Chemie leistet 60 Prozent aller Forschung und Entwicklung bei Werkstoffen und Vorprodukten und hat damit den, nach der Automobilbranche, höchsten FuE-Etat des Landes.

In Zukunft wird die Branche ihre Anstrengungen am Standort Deutschland beibehalten: 90 Prozent der vom VCI befragten Unternehmen wollen in den kommenden fünf Jahren ihre Kapazitäten in der Forschung steigern. Aber auch das Ausland spielt für Branchengrößen eine wachsende Rolle: 46 Prozent der Unternehmen planen einen Ausbau ihres Forschungsengagements in Schwellenländern, vor allem in Asien. Ein Drittel der VCI-Mitglieder gibt sogar an, die Investitionen innerhalb dieser Länder stärker als in Deutschland auszubauen. Kreimeyer erklärt: „Ihre Motive sind dabei ähnlich wie beim Aufbau von Produktionskapazitäten. Sie nutzen die Nähe zu wichtigen Absatzmärkten, greifen auf wissenschaftliches Know-how und den Talentpool vor Ort zurück.“

Schwerpunkt zukünftiger Forschung ist die Energiewende. Laut VCI ist die chemische Industrie ausschlaggebend für den Erfolg der regenerativen Energien. Verbundmaterialien mit Kohlenstoff-Nanoröhren machen es in Zukunft möglich, Windradblätter mit einer Länge von 90 m herzustellen. Natrium-Schwefel- und Redox-flow-Batterien sollen den durch erneuerbare Energien erzeugten Strom besser speichern können. Um dies zu erreichen, sei eine Intensivierung und Bündelung der Werkstoffforschung nötig, appelliert der VCI in Richtung Bundesforschungsministerium.

 

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