Sinkende Nachfrage und Produktion

VCI: Chemiekonjunktur verliert weiter an Fahrt

07.11.2018 Die Chemieproduktion ist nach den Zahlen des VCI im dritten Quartal 2018 ohne Pharma geschrumpft. Der Verband führt diese Entwicklung auf die insgesamt schwächer werdende Industriekonjunktur in Europa und die sinkende Nachfrage aus wichtigen Kundenbranchen zurück. Die Umsätze der Chemieunternehmen sind dennoch gestiegen.

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Erstmals seit Anfang 2017 ist die Chemieproduktion in 3/2018 wieder gefallen. (Bild: VCI)

Erstmals seit Anfang 2017 ist die Chemieproduktion in 3/2018 wieder gefallen. (Bild: VCI)

Im Vergleich zum Vorquartal wuchsen die Erlöse um 1,7 % und gegenüber dem Vorjahr um 3,4 %. Das Auslandsgeschäft legte dabei stärker zu als die Verkäufe im Inland. Die Umsatzsteigerung ist vor allem auf die Erzeugerpreise zurückzuführen, die im Vergleich zum Vorquartal um 1,1 % und gegenüber dem Vorjahr sogar um 2,6 % gestiegen sind. Sie sorgt nach Ansicht des VCI außerdem dafür, dass die Unternehmen in der Branche mit ihrer aktuellen Geschäftslage noch überwiegend zufrieden sind. Positiv ist die Lage auch auf dem Pharmamarkt. Dieser boomt und ist dafür verantwortlich, dass die chemisch-pharmazeutische Industrie zusammengerechnet zwischen Juli und September 2018 ein leichtes Produktionsplus von 0,3 % zum Vorquartal verzeichnen konnte. Im Vorjahresvergleich betrug das Wachstum 2,4 %. Auch die Zahl der Arbeitsplätze in der Chemie ist im dritten Quartal 2018 gestiegen. Die Branche beschäftigt derzeit 459.700 Mitarbeiter. Im Vergleich zum Vorjahr legte die Beschäftigung damit um 1,5 % zu.

Unsichere internationale Lage – Prognose trotzdem unverändert

„In der deutschen und europäischen Wirtschaft werden immer stärkere Bremsspuren sichtbar“, kommentierte der neue VCI-Präsident Hans Van Bylen die ersten Quartalszahlen seiner noch jungen Amtszeit. „Die Nachfrage unserer Kunden nach Chemieprodukten wird schwächer. Die zunehmenden Risiken, wie die Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China sowie der Brexit, sorgen für steigende Verunsicherung.“ Trotzdem hat der VCI seine Jahresprognose nicht verändert . Der Verband rechnet  für 2018 weiterhin mit einem Zuwachs der deutschen Chemieproduktion von 3,5 %, einer Steigerung der Chemikalienpreise um 1,5 % und einem Branchenumsatz von 204 Mrd. Euro (plus 4,5 %).

Der vollständige Quartalsbericht 3/2018 ist auf der Website des VCI abrufbar.

(jg)

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