VDMA: China auf dem Weg zur „Innovationsmaschine“

12.07.2012 Der Verband Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) hat in Frankfurt die Studie „Implications of the 12th Five-Year-Plan for German Machinery Manufactures“ der Impuls-Stiftung des VDMA vorgestellt. Die Studie selbst hat die Droege Group China durchgeführt; sie zeigt die voraussichtlichen Auswirkungen auf, aber auch Reaktionsmöglichkeiten für die deutschen Maschinenbauer.

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Als der VDMA vor fünf Jahren eine Studie über Chinas Innovationsstrategien vorgestellt hatte, stand das Land noch auf Platz vier der Rangliste der weltgrößten Maschinenbauländer. „Inzwischen ist China mit einem Umsatz von 563 Milliarden Euro im Jahr 2011 mit Abstand der weltweit größte Maschinenproduzent“, sagt der VDMA Präsident Dr. Thomas Lindner. „China will seine Abhängigkeit von ausländischen Technologien weiter reduzieren und in einigen Bereichen Innovationsführer werden“, erklärt Lindner weiter.

Jörg Nürnberg von der Droege-Group-China führt weiter aus: „In den Jahren 2006 bis 2010 steigerte China das BIP um 115 Prozent. Treiber dieses Wachstums waren maßgeblich staatliche Infrastrukturmaßnahmen, nicht private Investitionen, nicht Innovationen und nicht Konsum. Dieses Verhalten hat weltweit zu spürbaren Überkapazitäten in Industrien, wie zum Beispiel Stahl und Zement geführt.“ Ziel Chinas sei es, bis 2015 Maschinen nicht mehr nur im unteren Preissegment anzubieten, sondern auch „State of the art“-Technologie zu liefern. Das würde auch den deutschen Maschinenbau treffen. „Auf dem Weg zu diesem neuen Niveau wird China, wie in der Vergangenheit, Überkapazitäten und landesinternen Wettbewerb schaffen, welcher auf den Weltmärkten für starke Verzerrungen sorgen wird“, betont Nürnberg. „So ist China mittlerweile der größte Hersteller von Werkzeugmaschinen und hat deshalb seine Exportziele auf vier Milliarden US-Dollar für 2015 fixiert. Das ist acht Mal so viel wie im Jahr 2010.“

Auf diese veränderten Bedingungen in China und auf dem Weltmarkt müssten sich die deutschen Maschinenbauer einstellen und die eigenen Strategien überprüfen und neu ausrichten. „Das kann sowohl verstärkte Produktion und Entwicklung in China heißen, Nachdenken über neue Kooperationen oder gesteigerte Innovationen, um den chinesischen Wettbewerb auf Distanz zu halten“, sagt Lindner. Die Studie gebe den deutschen Maschinenbauern konkrete Hinweise, welche Geschäftsmöglichkeiten sich erschließen, aber auch in welchen Bereichen ausländische Unternehmen oder Importeure in China vor verschlossenen Türen stehen werden.

(dw)

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