VDMA stellt Studie zum Risikomanagement im Großanlagenbau vor

29.10.2012 Die Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau im VDMA hat gemeinsam mit der Beratungsgesellschaft Management Engineers eine Studie zum Thema „Risikomanagement“ vorgestellt. Demnach eröffnet ein gezieltes Projekt-Risikomanagement Ergebnispotenziale von bis zu 20 Prozent.

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Aus Sicht der 39 Befragungsteilnehmer (160 wurden angeschrieben) stellt die pünktliche Einhaltung von Terminen das größte Risiko im Projektgeschäft dar. Eng hiermit verbunden sind Ausführungsrisiken und kalkulatorische Risiken, die ebenfalls besonders hoch eingeschätzt werden. Vor dem Hintergrund enger werdender Terminpläne und Kundenerwartungen nach schlüsselfertiger Festpreislieferung überrascht dies nicht. Andere Unwägbarkeiten, etwa technischer Art oder bei der Projektplanung, haben die deutschen Anbieter offenbar ebenso im Griff wie finanzielle Projektrisiken, die sich durch Absicherungen sinnvoll reduzieren lassen.

Auf mittlere Sicht wird erwartet, dass Risiken, die sich aus dem Projektumfeld ergeben (zum Beispiel Länderrisiken), an Bedeutung gewinnen – eine Einschätzung, die sich aus der Globalisierung deutscher Anlagenbauer erklärt. In diesem Prozess rücken oftmals Länder und Kunden in schwierigem politischem und gesellschaftlichem Umfeld in den Blickpunkt, verbunden mit einer Zunahme möglicher Unwägbarkeiten.

„Der deutsche Großanlagenbau betreibt schon heute ein intensives Management seiner Projektrisiken. Für die Risikoidentifikation ist dabei die Sicherstellung maximaler Transparenz das entscheidende Kriterium“, erläuterte Marc Artmeyer, Management Engineers, auf der heutigen Pressekonferenz. Die gängigsten Instrumente hierfür sind die sogenannte Mitlaufende Kalkulation sowie Lieferantenfortschrittsmessung, interne Reviews, Frühwarnsysteme sowie die Nutzung von Kennzahlen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Abfrage der aktuellen Wettbewerbssituation. Während die Hitrate – also das Verhältnis von erhaltenen Aufträgen zu abgegebenen Angeboten – von 33 Prozent im Jahr 2009 auf erwartete 27 Prozent im Jahr 2017 sinken wird, nehmen die durchschnittlichen Angebotskosten – gemessen als Anteil am Auftragswert – im gleichen Zeitraum um ein Drittel zu. Hierfür verantwortlich ist nicht nur die wachsende internationale Konkurrenz, sondern auch der Umstand, dass die Zahl der Projekte heute weltweit rund ein Viertel niedriger ist als noch in den Boomjahren 2007 und 2008.

„Der deutsche Großanlagenbau muss auf diese Herausforderung umfassend reagieren. Maßnahmen, die an den klassischen Projektelementen Preis, Qualität und Zeit ansetzen, gehören ebenso dazu wie Anstrengungen zur Verbesserung der Managementkompetenzen“, so die Einschätzung von Helmut Knauthe, Sprecher der AGAB und Mitglied der Geschäftsführung der ThyssenKrupp Uhde GmbH.

Die Studie wird am 21. November im Rahmen des 2. Engineering Summit in Mannheim vorgestellt und diskutiert werden. Nähere Infos: www.engineering-summit.de

 

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