Markt

Verband Chemiehandel mit Umsatzentwicklung nur bedingt zufrieden

12.05.2005

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Der Chemiehandel hat sich im Jahr 2004 mit einer Umsatzsteigerung von 8,8 % auf gut 9 Mrd. Euro in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld gut behauptet. Allerdings fiel die Umsatzsteigerung in den einzelnen Bereichen sehr unterschiedlich aus: 2,8 % für den lagerhaltenden Platzhandel, 6,0 % für den Außen- und Spezialitätenhandel im deutschen Markt und 20,7 % für den deutschen Chemiehandel im Ausland.


Der Mengenabsatz des lagerhaltenden Chemikaliengroßhandel blieb in 2004 mit etwa 5,73 Mio. t nahezu unverändert (+0,5 %). Von der abgesetzten Menge entfielen 3,67 Mio. t (+0,3 %) auf Säuren und Laugen, 0,822 Mio. t (-3,4 %) auf Lösemittel und 0,85 Mio. t (-0,8 %) auf Feststoffe. Allein die vom lagerhaltenden Platzhandel abgesetzten Spezialitäten verzeichneten mit 0,369 Mio. t (+17,0 %) ein deutliches Wachstum. Die im Vergleich zum Mengenabsatz um 2 % höhere Umsatzsteigerung auf gut 3 Mrd. Euro (+2,6 %) war im Wesentlichen preisbedingt. Dabei konnte der Handel die Ölpreiserhöhungen vielfach gar nicht oder zumindest nicht so schnell weiterreichen, wie er sie von seinen Lieferanten akzeptieren musste.


Der Außen- und Spezialitätenhandel erreichte im Jahr 2004 erstmals die Umsatzgrenze von 6 Mrd. Euro. Dabei stieg der Umsatz im Inland auf rund 3,3 Mrd. Euro (+6 %), während die Tochterunternehmen im Ausland um 20,7 % auf 2,7 Mrd. Euro zulegten. Den deutlichen Umsatzsteigerungen steht ein Mengenwachstum von nur 3 % gegenüber. Das bedeutet, dass auch in dieser Sparte die höheren Umsätze zum wesentlichen Teil auf rohölbedingte Preiseffekte zurückzuführen sind. Dennoch wurde die Ertragssituation stabilisiert oder sogar leicht verbessert.


Für das Jahr 2005 erwartet der Chemiehandel nur dort positive Impulse, wo die Entwicklung maßgeblich durch den internationalen Handel bestimmt wird. In den auf eine gute Binnennachfrage angewiesenen Sparten der Branche bieten die Ergebnisse des ersten Quartals keinen Anlass für Optimismus.

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