Geschäftsbericht 2017

Vor Praxair-Fusion: Linde erreicht Wachstumsziele

08.03.2018 Der Industriegaskonzern Linde hat im Geschäftsjahr 2017 seinen Umsatz und das operative Ergebnis währungsbereinigt gesteigert. Damit stehen die Zeichen auch für die geplante Fusion mit Praxair gut.

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„Ein sehr ordentliches Jahr liegt hinter uns“, zeigte sich Linde-Vorstandschef Prof. Dr. Aldo Belloni zufrieden. (Bild: Linde)

„Ein sehr ordentliches Jahr liegt hinter uns. Wir haben unsere Ziele voll erreicht und währungsbereinigt bei Umsatz und Ergebnis zugelegt. Beim geplanten Zusammenschluss mit Praxair liegen wir zeitlich weiterhin im Plan“, sagte Prof. Dr. Aldo Belloni, Vorsitzender des Linde-Vorstands.

US-Steuerreform steigert Ergebnis

Im Geschäftsjahr 2017 betrug der Konzernumsatz aus fortgeführten Aktivitäten 17,113 Mrd. Euro (Vorjahr: 16,948 Mrd. Euro). Das operative Konzernergebnis aus fortgeführten Aktivitäten verbeserte sich auf 4,213 Mrd. Euro gegenüber 4,098 Mrd. Euro im Vorjahr. Bereinigt um Währungseffekte lag der Konzernumsatz 2,1 % über dem Vorjahr. Das operative Konzernergebnis erhöhte sich währungsbereinigt um 4,1 %.

Das Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten stieg von 1,327 Mrd. Euro auf 1,536 Mrd. Euro. Dies ist auch auf die US-Steuerreform zurückzuführen. Der reduzierte Körperschaftsteuersatz in den USA für Unternehmen ab dem 1. Januar 2018 von 35 % auf 21 % erforderte eine Neubewertung latenter Steuern. Hieraus hat sich ein positiver Effekt in Höhe von 250 Mio. Euro ergeben, der die Ertragsteuern entsprechend gemindert hat. Das Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Aktivitäten erhöhte sich von 6,50 Euro auf 7,56 Euro. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital aus fortgeführten Aktivitäten (ROCE) lag im Berichtsjahr bei 10,2 % (Vorjahr: 9,4 %). Der operative Cash Flow aus fortgeführten Aktivitäten befindet sich mit 3,478 Mrd. Euro (Vorjahr: 3,400 Mrd. Euro) weiterhin auf einem hohen Niveau.

7 Euro Dividende je Aktie

Vorstand und Aufsichtsrat wollen der Hauptversammlung vorschlagen, eine Dividende in Höhe von 7,00 Euro je Stückaktie auszuschütten. Die vorgeschlagene Dividende setzt sich wirtschaftlich aus einer Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2017 in Höhe von 3,90 Euro (Vorjahr: 3,70 Euro) pro Linde Aktie und zusätzlich aus einer anteiligen Ausschüttung für drei Quartale der für das Geschäftsjahr 2018 erwarteten Dividende in Höhe von 3,10 Euro pro Linde Aktie zusammen. Diese Möglichkeit ist im Business Combination Agreement zwischen Linde und Praxair vereinbart worden, um für das Jahr 2018 einen Ausgleich zwischen den unterschiedlichen Auszahlungszeitpunkten der Dividenden beider Unternehmen herzustellen. Linde zahlt jährlich eine Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr, während Praxair quartalsweise Dividenden für das laufende Geschäftsjahr ausschüttet. Der Dividendenvorschlag gilt sowohl für die zum Umtausch eingereichte als auch für die nicht eingereichte Aktiengattung.

Im laufenden Geschäftsjahr soll der Umsatz in vergleichbarer Höhe liegen und bis zu 4 % steigen. Für das Konzernergebnis erwartet der Gaslieferant ein Wachstum um bis zu 5 %. Für das Jahr 2018 erwartet Linde außerdem weitere Aufwendungen im Zusammenhang mit der angestrebten Fusion mit Praxair in Höhe von insgesamt rund 150 Mio. Euro. Die Fusion unterliegt noch kartellbehördlichen Genehmigungen. Der Konzern rechnet daher auch damit, noch im laufenden Jahr Vermögenswerte zu verkaufen. Der Zusammenschluss der beiden Gasunernehmen soll im zweiten Halbjahr 2018 abgeschlossen sein.

Ausführliche Geschäftszahlen aus den einzelnen Segmenten finden Sie in der Mitteilung des Konzerns. (ak)

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