Geschäftsbericht 2018

Wacker: „2019 wird kein einfaches Jahr“

20.03.2019 Der Chemiekonzern Wacker hat im Jahr 2018 seinen Umsatz leicht gesteigert, beim Ebitda aber die eigene Prognose nicht erreicht. Für das kommende Geschäftsjahr sieht sich das Unternehmen vor großen Herausforderungen.

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Wie der Münchner Chemiekonzern bei der Vorlage seines Geschäftsberichts bekannt gab, wuchs der Konzernumsatz mit 4,98 Mrd. Euro gegenüber dem Vorjahr um 1 %. Ausschlaggebend für dieses leichte Plus waren höhere Absatzmengen und Preise im Chemiegeschäft, insbesondere bei Siliconen. Negative Währungseffekte aus dem gegenüber dem US-Dollar stärkeren Euro und niedrigere Preise für Polysilicium konnte Wacker dadurch mehr als ausgleichen. Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) summierte sich auf 930,0 Mio. Euro, 8 % weniger als vor einem Jahr. Der wesentliche Grund für diesen Rückgang sind die Kosten der Betriebsunterbrechung in Folge einer Wasserstoff-Explosion am US-Standort Charleston und die noch nicht erhaltenen Versicherungsleistungen aus dem Schadensfall. Höhere Rohstoff- und Energiekosten haben die Ergebnisentwicklung ebenfalls deutlich gebremst. Der Konzern bestätigte in seinem Jahresbericht im Wesentlichen die zu Jahresanfang veröffentlichten vorläufigen Geschäftszahlen.

2019: 10 bis 20 % niedrigeres Ergebnis

Im Geschäftsjahr 2019 rechnet Wacker trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen mit weiterem Wachstum. Das Unternehmen will seinen Gesamtumsatz um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigern und rechnet mit Umsatzwachstum in allen drei Chemiebereichen des Konzerns. Das Ebitda wird im Vergleich zu 2018 voraussichtlich um 10 bis 20 % zurückgehen. Als Ursachen dafür gibt das Unternehmen niedrigere Durchschnittspreise für Polysilicium, Preisrückgänge bei Standardprodukten und steigende Energiekosten an. Der Jahresüberschuss wird voraussichtlich deutlich unter dem Wert des Vorjahres liegen.

„2019 wird aus heutiger Sicht kein einfaches Jahr werden“, sagte Konzernchef Rudolf Staudigl. „In den Chemiebereichen sind wir zuversichtlich, dass wir mit unseren hervorragenden Produkten unseren Wachstumskurs weiter fortsetzen. Andererseits dämpfen Überkapazitäten für Solarsilicium in China trotz unserer führenden Markt- und Qualitätsposition die Ergebnisentwicklung in unserem Polysiliciumgeschäft und damit im Konzern. Eine besondere Herausforderung sind für Wacker als energieintensives Unternehmen die stark steigenden Strompreise in Deutschland. Wir unternehmen vor diesem Hintergrund große Anstrengungen, um unsere Kosten weiter zu senken. Gleichzeitig stärken wir unser Chemiegeschäft weiter mit gezielten Investitionen und begleiten so das Marktwachstum.“

Die Erwartungen für ein mindestens herausforderndes Geschäftsjahr 2019 decken sich mit den Prognosen anderer Chemieunternehmen sowie den Zahlen des Branchenverbandes VCI. Dieser geht nach einem schwachen vierten Quartal 2018 für das kommende Jahr von einem Rückgang der Chemieproduktion um 3,5 % sowie sinkenden Umsätzen aus. (ak)

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