Geschäftsbericht 2017

Wacker rechnet nach starkem Jahr mit weiterem Wachstum

13.03.2018 Der Chemiekonzern Wacker hat das Geschäftsjahr 2017 mit einem Umsatz von fast 5 Mrd. Euro abgeschlossen. Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen trotz schwieriger Ausgangslage weiteres Wachstum.

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Wacker Dispersionsfabrik Burghausen Erweiterung

Wacker ist im Geschäftsjahr 2017 weiter kräftig gewachsen. Dazu gehörten auch Investitionen in erweiterte Kapazitäten am Standort Burghausen. (Bild: Wacker)

Der Jahresumsatz des Konzerns wuchs mit 4,92 Mrd. Euro gegenüber dem Vorjahr um 6 %. Ausschlaggebend für dieses Plus waren Wacker zufolge höhere Absatz-mengen sowohl bei Chemieprodukten als auch bei Polysilicium. Negative Währungseffekte aus dem gegenüber dem US-Dollar stärkeren Euro und in Summe etwas niedrigere Preise konnte das Unternehmen dadurch mehr als ausgleichen. Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) summierte sich im Geschäftsjahr 2017 auf 1.014,1 Mio. Euro. Das sind 6 % mehr als vor einem Jahr und entspricht einer EBITDA-Marge von 20,6 %. Maßgeblich verantwortlich für diesen Zuwachs sind der Umsatzanstieg, eine sehr gute operative Leistung sowie das Ergebnis aus der Beteiligung an Siltronic in Höhe von 40,0 Mio. Euro. Dagegen haben die im Vergleich zum Vorjahr höheren Rohstoffkosten die Ergebnisentwicklung gebremst.

2018: Wachstum trotz Gegenwind

Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ist im vergangenen Geschäftsjahr ebenfalls gewachsen: Es stieg um 26 % auf 423,7 Mio. Euro. Das entspricht einer EBIT-Marge von 8,6 %. Geringere Abschreibungen als im Vorjahr haben das EBIT positiv beeinflusst. Diese beliefen sich 2017 auf 590,4 Mio. Euro. Das Konzernergebnis aus fortgeführten Aktivitäten stieg im Geschäftsjahr 2017 um 40 % auf 250,1 Mio. Euro. Das Jahresergebnis des Konzerns beläuft sich auf 884,8 Mio. Euro. Darin enthalten ist das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten von 634,7 Mio. € aus dem 1. Quartal 2017. Es umfasst den Gewinn aus dem Abgang von Siltronic als Segment des Wacker-Konzerns sowie den Periodengewinn der Siltronic AG des 1. Quartals 2017.

Wacker will 2018 trotz des kräftigen Gegenwinds aus der Währung an seine gute Geschäftsentwicklung aus dem Vorjahr anknüpfen. Währungseffekte und Änderungen an den Rechnungslegungsvorschriften werden den Umsatz voraussichtlich um einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag schmälern. Dennoch will das Unternehmen seinen Umsatz im Gesamtjahr um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz steigern. Das EBITDA des Konzerns soll im Vergleich zu 2017 um einen mittleren einstelligen Prozentsatz wachsen. Bei Jahresüberschuss aus fortgeführten Aktivitäten rechnet Wacker mit einem deutlichen Anstieg.

„Perspektiven unverändert gut“

In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres hat sich das Chemiegeschäft von Wacker positiv entwickelt. Der Zwei-Monats-Umsatz der Chemiebereiche liegt in der Summe klar über Vorjahr. Dagegen ist der Zwei-Monats-Umsatz im Polysiliciumgeschäft spürbar niedriger als vor einem Jahr, weil durch den Produktionsstillstand am Standort Charleston weniger Material für den Verkauf zur Verfügung steht. Insgesamt rechnet Wacker im 1. Quartal 2018 mit einem Konzernumsatz auf Vorjahresniveau (Q1 2017: 1,22 Mrd. Euro). Das EBITDA des Konzerns wird im 1. Quartal 2018 voraussichtlich deutlich höher ausfallen als im Vorjahr, weil bessere Preise für Siliconprodukte, die hohe Anlagenauslastung und der Anstieg des Ergebnisses aus der Beteiligung an der Siltronic AG die Ertragsentwicklung fördern.

„Die Perspektiven für Wacker sind unverändert gut“, sagte Konzernchef Rudolf Staudigl. „In allen unseren Geschäftsbereichen ist die Kundennachfrage sehr hoch. Unser Chemiegeschäft wird in diesem Jahr weiter zulegen. Im Polysiliciumgeschäft fehlen uns derzeit noch die Mengen aus Charleston. Aller Voraussicht nach können wir dort aber schon in einigen Wochen damit beginnen, die Anlagen wieder hochzufahren. Insgesamt wird der Konzernumsatz in diesem Jahr zwar nicht mit der gleichen Dynamik wachsen wie 2017, auf der Ergebnisseite rechnen wir aber mit einem deutlichen Plus.“

Ausbau in drei Chemiebereichen

Im Wacker-Werk in Ulsan werden VAE-Dispersionen hergestellt, die als Bindemittel in der Bau-, Beschichtungs- und Klebstoff-Industrie Verwendung finden. (Bild: Wacker)

Im Wacker-Werk in Ulsan werden VAE-Dispersionen hergestellt, die als Bindemittel in der Bau-, Beschichtungs- und Klebstoff-Industrie Verwendung finden. (Bild: Wacker)

Die Investitionen des Konzerns beliefen sich im Geschäftsjahr 2017 auf 326,8 Mio. Euro. Das sind 3 % weniger als vor einem Jahr. Ein Schwerpunkt der Investitionstätigkeit war im vergangenen Jahr der Ausbau der Kapazitäten in den drei Chemiebereichen. Am südkoreanischen Standort Jincheon wurden neue Anlagen zur Herstellung von Silicondichtstoffen und Spezialsiliconen errichtet. Die Produkte gehen in die Bau-, Elektronik- und Automobilindustrie. In Burghausen hat Wacker seine Polymerproduktion um einen neuen Dispersionsreaktor erweitert. Die Anlage ging im 4. Quartal in Betrieb und hat eine Kapazität von 60.000 t/a.

Mit weiteren Investitionsprojekten hat Wacker im Jahr 2017 begonnen. Dazu zählen neue Anlagen für Dispersionen und Dispersionspulver am Standort Ulsan (Südkorea), der Bau einer neuen Produktionsanlage für pyrogene Kieselsäuren in Charleston (USA) und die Erweiterung der Kapazitäten für die Herstellung von Siliciummetall in Holla (Norwegen). In León (Spanien) modernisiert Wacker eine 2016 erworbene Großfermentationsanlage. Dort soll künftig biotechnologisch erzeugtes Cystin für die Nahrungsmittel- und Pharmaindustrie hergestellt werden.

Detaillierte Geschäftszahlen finden Sie in der Mitteilung des Konzerns. (ak)

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