Digitales Energiemanagement

ABB realisiert ersten CO2-neutralen Fertigungs-Standort in Deutschland

08.05.2019 Nach zweijähriger Planungs- und Bauphase stellt ABB im Rahmen ihrer „Mission to Zero“ ihren ersten CO2-neutralen Fertigungs-Standort in Deutschland vor und nimmt bei ihrem Tochterunternehmen Busch-Jaeger in Lüdenscheid ein Solarkraftwerk in Betrieb.

Am Standort Lüdenscheid nimmt ABB eine CO2-neutrale und energieautarke Fabrik in Betrieb. (Bild: ABB)

Am Standort Lüdenscheid nimmt ABB eine CO2-neutrale und energieautarke Fabrik in Betrieb. (Bild: ABB)

„Die Photovoltaikanlage ist Teil einer ganzheitlichen Lösung, die alle Aspekte der Energieerzeugung und -verteilung abdeckt und es ermöglicht, hier künftig an Sonnentagen bis zu 100 Prozent des Strombedarfs zu decken“, sagt Hans-Georg Krabbe, Vorstandsvorsitzender von ABB Deutschland. „Mit diesem Vorzeigeprojekt zeigen wir, welche Vorteile entstehen, wenn man ein System schafft, in dem alle Komponenten digital miteinander vernetzt und im Sinne von Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung steuerbar sind.“ Das Werk des Automatisierungsanbieters ist die weltweit erste CO2-neutrale und energieautarke Fabrik des ABB-Konzerns.

Die 3.500 m2 große, über den Parkplätzen des Firmengeländes installierte Photovoltaikanlage wird pro Jahr rund 1100 MWh an klimaneutralem Sonnenstrom – also etwa den Jahresbedarf von 3.360 Privathaushalten – liefern und damit etwa 630 t CO2 einsparen. In Kombination mit einem Blockheizkraftwerk, das mit der doppelten Energieeffizienz eines Kohlekraftwerks arbeitet, kann dabei rund 14 % mehr Energie erzeugt werden, als am Standort benötigt wird. Die überschüssige Produktion wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist und trägt damit zur Versorgung der Region mit nachhaltig produzierter Energie bei. Zur Abdeckung von Bedarfsspitzen wird zusätzliche grüne Energie von der MVV Energie AG bezogen, was eine 100-prozentige CO2-neutrale Produktion gewährleistet.

Nachhaltige Verbesserung der Energieeffizienz

MVV und ABB haben im April ihre Zusammenarbeit ausgeweitet und offiziell eine Partnerschaftsvereinbarung unterzeichnet. Dabei stehen gemeinsame Lösungen zur nachhaltigen Verbesserung der Energieeffizienz von Industrie, Mittelstand und Kommunen auf dem Weg zur Smart City im Vordergrund. Bei der Kooperation der beiden Unternehmen geht es auf der einen Seite um die Vermeidung von CO2-Emissionen und die wirtschaftliche Vermarktung von verfügbaren Flexibilitäten im Energiebereich, auf der anderen Seite um die Gestaltung der Städte der Zukunft durch innovative Technologien, etwa um Speicherlösungen und die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Erst vor wenigen Wochen hat ABB vom Verkehrsunternehmen Hamburger Hochbahn AG den Auftrag für die Lieferung von 44 Ladesystemen für Elektrobusse für Deutschlands bisher größtes Ladedepot für Elektrobusse erhalten.

Technologisches Herzstück des Gesamtsystems in Lüdenscheid ist das skalierbare Energiemanagementsystem Oprimax aus der ABB Ability Energy Management Suite (EMS). Die digitale Lösung stellt die laufende Überwachung und optimale Steuerung der Energieerzeugung, des Verbrauchs und der Speicherung sicher und arbeitet weitgehend autonom. Das lernende System berechnet dabei auf Basis von Vorhersagedaten den optimalen Energiefluss und gleicht Abweichungen in Echtzeit aus. Neben dem Energiemanagementsystem und der Photovoltaikanlage mit Wechselrichtern vereint das Gesamtsystem weitere Technologien von ABB, die digital miteinander vernetzt sind. Für die Energiespeicherung zeichnet beispielsweise ein Batteriespeicher BESS (Battery Engine Storage System) mit einer Leistung von 200 kW und einer Kapazität von 275 kWh verantwortlich. Darüber hinaus sorgen Ladestationen von ABB, an denen Mitarbeiter und Besucher ihre Elektrofahrzeuge kostenfrei aufladen können, für eine zusätzliche Verbesserung der regionalen Ökobilanz. Intelligente Schaltanlagen für die Energieverteilung runden das Energiemanagement aus einer Hand ab.

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