Kampf dem Staub

Ärger beim Fördern und Verpacken vermeiden

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18.09.2014 Wo gearbeitet wird, da staubt es – gerade beim Fördern und Verpacken von Produkten wie Kunststoffen.  Staubhaltiges Material führt zu Produktionsunterbrechungen, mangelhafter Ware sowie dadurch bedingt höherem Ausschuss und lässt dementsprechend die Kosten steigen.

Entscheider-Facts Für Betreiber

  • Setzt sich Staub während der Herstellung oder beim Transport auf dem Produkt ab, kann dies in folgenden Verarbeitungsschritten die Qualität mindern, Ausschuss nach sich ziehen und die Kosten erhöhen.
  • Ein Entstauber entfernt auch elektrostatisch aufgeladene Feinstpartikel mithilfe einer Induktionsspule sowie anschließendem Durchspülen mit Luft.
  • Die Geräte sind in mehreren Baureihen erhältlich und sind damit für viele Einsatzbereiche geeignet.

Auch Nahrungsmittel und pharmazeutische Schüttgüter müssen allein aus hygienischen Gründen frei von Staubpartikeln sein, und auch für den Arbeits- und Umweltschutz ist ein sicheres Entstauben wichtig.

Des Staubes Grund
Schon während der Produktion, beispielsweise von Kunststoffgranulaten, verursachen lange pneumatische Förderwege sowie dem Produkt nicht angepasste Fördergeschwindigkeiten eine Bildung von Staub und Engelshaar. Das Umlenken des Förderstromes durch Standard-Rohrbögen ist hierbei einer der hauptverantwortlichen Faktoren. Durch Reiben des Kunststoffgranulats in den Förderleitungen entstehen große Mengen solcher störender Partikel.
Die Produkte gelangen über pneumatische Förderwege von Zwischensilos in Lagersilos. Dort verladen die Mitarbeiter sie in Silotankwagen und transportieren sie zu weiteren Silofarmen. Die Transportverantwortlichen be- und entladen Schüttgüter also meist mehrmals, bevor diese in Verpackungsanlagen oder beim Verarbeiter ankommen.
Aus diesen Prozessen resultieren nicht nur Staub und Engelshaar, sondern auch Schäden am Produkt, die im weiteren Verarbeitungsprozess zu Produktionsausfällen und erhöhtem Ausschuss führen.

Die Hilfeleistung
Abhilfe schaffen in solchen Fällen entsprechende Entstaubungsgeräte, welche neben Staub auch Engelshaar vom Produkt abscheiden können. Ein Beispiel hierfür ist der Deduster, der mithilfe einer Induktionsspule sowie besonders gestalteten Reinigungsebenen und einem einstellbaren, zusätzlichen Reinigungskanal den Staub vom Granulat entfernt.
Das Wirkprinzip der Induktionsspule beruht auf dem Grundsatz der Lorenzen-Kräfte. Die Kräfte lösen Feinststäube, die – bedingt durch elektrostatische Aufladung – am Produkt haften. Ein intensives Durchspülen mit Luft von allen Seiten über zwei Reinigungsebenen, die Waschdecks, löst den Staub und scheidet ihn vom Granulat ab. Diese Kombination ermöglicht hohe Reinigungswerte und einen geringen Reststaubgehalt im gereinigten Produkt. Durch dieses Prinzip können Reststaubgehalte von weniger als 10 µg erreicht werden (Grundlage der angewandten Messmethode gemäß ASTM D 7468-08, 1,6 bis 500 µg).

Die Entstauber im Profil
Die Geräte kommen in unterschiedlichen Systemen – offen oder geschlossen – zum Einsatz und eignen sich für alle Arten von trockenen Schüttgütern. Ein Lösen des Staubes mit Staubabscheidung mittels Zyklone und nachgeschaltetem Inlinefilter sowie mit Filtersystemen mit automatischer Abreinigung ist möglich. Der Anwender kann die Geräte je nach Einsatzbereich und geforderter Kapazität konfigurieren.
Alle Entstaubungsgeräte lassen sich problemlos bedienen und zeigen den Anwendern einen Blick ins Innere: Durch die serienmäßig eingebaute große Klarsichtscheibe der XP-Baureihe hat der Betreiber jederzeit die Arbeitsweise und somit die Staub- und Engelshaarauslese im Blick.  Dies ermöglicht es ihm, sich im Vorbeigehen über die Qualität und den Fortschritt des Entstaubens zu informieren und im Zweifelsfall einzugreifen.
Den Entstaubern öffnet sich ein großer Einsatzbereich, beispielsweise in Spritzgießanlagen von Leistungen bis 20 kg/h bis hin zu Leistungen von 150 t/h beim Verpacken und Verladen von Containern oder auch  Bahnwaggons.
Für den Spritzgießbereich eignen sich die kleinen Anlagen des Typs C-20 mit einem Gerätegewicht von 9 kg, einer Bauhöhe von 240 mm und einfachem Handling sowie guter Integration in die Anlage.
Bei Anwendungen im Extrusions-, Food- oder Recyclingbereich können Betreiber je nach Anforderung auf die Baureihe XP mit Leistungsbereichen von 500 kg/h bis zu 150 t/h zurückgreifen.
Für Hersteller von Kunststoffprodukten oder Betreiber von Silofarmen mit hohen Stundenleistungen und Flexibilität für das Verpacken und Verladen eignen sich fahrbare oder festinstallierte Anlagen unter Silos, beispielsweise auf Verpackungsmaschinen.
Für verschiedene Absackanlagen von beispielsweise 25-kg-Säcken und für Big-bags sind weltweit bereits mehrere Anlagen installiert. Bei Anwendungen für das lose Verladen von Produkten in Tankwagen konnte der Hersteller durch eine vorgeschaltete Produktentstaubung eine verbesserte Produktqualität und somit schließlich weniger Reklamationen beim Verpacker oder Verlader erreichen.
Die Geräte zeichnen sich durch ihre kompakte Bauweise aus. Die Durchsatzleistung ist trotz geringen Platzbedarfs hoch. Betreiber können die Entstauber in vielen Bereichen auch noch nachträglich in bereits bestehende Anlagen einbauen.
Entscheidend ist die Wirkungsweise und Konzeption der Geräte. Die Wirkung beruht auf der speziellen Ausführung der Luftwaschebenen und dem daraus resultierenden Fluidisierungseffekt, sowie auf der verstellbaren Venturizone. Anlagen bestehen in der Standardausführung aus Entstaubungsgerät, Ventilator, Zyklon mit Staubsammelbehälter und Inline-Filter für die Anwendung im geschlossenen System. Die Ausführungen passt der Hersteller entsprechend an. So sind auch Auslegungen als offenes System, beispielsweise bei Farb- oder Produktwechseln, sowie mit sich automatisch reinigenden Filtern möglich. Das System eignet sich für zahlreiche Gebiete bis hin zur Reinraumanwendung.l
 

Powtech 2014 Halle 4A – 406

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Heftausgabe: August 2014
Peter Siebentritt,  Managing Director, Pelletron Europe

Über den Autor

Peter Siebentritt, Managing Director, Pelletron Europe

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