Januar/Februar 2016
| von Philip Bittermann, Redaktion
Bild: samkar und adrenalinapura – Fotolia

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Die Helden von einstmals sind mehr und mehr gezwungen, den Speer in die Ecke zu stellen, wo er langsam Spinnenweben ansetzt, und die Teigwalze hervor zu holen: Ab jetzt werden kleinere Brötchen gebacken, so das Fazit auf dem 4. Engineering Summit. Was das wohl aus den armen, ehemals stolzen Kriegern macht, wenn sie plötzlich nur noch Aufträge entgegennehmen dürfen, die eine Zehnerpotenz kleiner ausfallen als bisher? Auch wenn „uns das auch hilft“, wie ein Teilnehmer der Diskussionsrunde abgeklärt kommentierte? Die Zeit der Träumer scheint vorbei, jetzt ist Schwarzbrot angesagt.

Ist Bescheidenheit denn wirklich eine Zier?

Auch wenn der Ende des vergangenen Jahres verstorbene Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt einmal die Weisheit prägte „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen“, ist die Aussicht dennoch schade, dass die Wild-West-Zeiten des Anlagenbaus vorbei sein sollen, in denen alles möglich war, und künftig geplante Anlagen jetzt immer seltener ein vorangestelltes „World Scale“ zieren soll  – finden zumindest wir Fachjournalisten. Denn zugegeben: Wir sind in den vergangenen Jahren verwöhnt worden: Da baute Shell mit dem Flüssiggasdampfer „Prelude“ das größte schwimmende Bauwerk der Welt im geschätzten Gegenwert von 12 Mrd. US-Dollar, da taten sich Dow (jetzt Dowdupont) und Saudi Aramco zusammen, um in Saudi Arabien einen Chemiekomplex für 20 Mrd. US-Dollar aus dem Sandboden zu stampfen. Und jetzt plötzlich nur noch klein-klein? Wir können also nur hoffen, dass zumindest ein paar der Großwildjäger dem Veganismus eine Abfuhr erteilen und sich wieder raus in die Wildnis wagen, um Ausschau nach Kaventsmännern zu halten. Und wir Ihnen dann am abendlichen Lagerfeuer ihre Geschichten erzählen dürfen.

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