Februar 2014

Für Stauner
  • Die Prelude von Shell ist mit einer Länge von 488 m die größte, jemals von Menschehand gefertigte schwimmende Anlage. Und soll nach ihrer Fertigstellung 25 Jahre lang ihren Dienst vor der australischen Küste tun.
  • Die jährliche Kapazität der FLNG beträgt 3,6 Mio. t verflüssigtes Erdgas, das Speichervolumen der Anlage 600.000 t - das entspricht 175 olympischen Schwimmbecken.
  • Die Idee für das Projekt geht bis in die neunziger Jahre zurück. Damals verhinderten aber die herrschende Rezession sowie technische Schwierigkeiten, dass das Unternehmen die Idee realisierte.

Grund genug, das Megaprojekt noch einmal unter die Lupe zu nehmen, bis die Anlage im Jahr 2015 fertiggestellt ist und Kurs in Richtung Australien nimmt. Dort soll das Prelude genannte Objekt dann in 200 km Entfernung zur Westküste des fünften Kontinents für etwa 25 Jahre seinen Dienst tun und dabei jährlich 3,6 Mio. t verflüssigtes Erdgas produzieren. Zur Einordnung: Das entspräche 117 % des Jahresbedarfs von Hongkong.

Mannschaftsleistung
Idee hinter dem Projekt ist es, künftig Gasressourcen aus solchen Gruppierungen kleinerer, weiter auseinander liegender Felder oder auch potenziell größere Gasfelder zu erschließen, bei denen dies vom Festland aus Gründen der Praxis nicht möglich wäre. Doch bevor eine solche Förderanlage spätere Vorhaben vereinfachen kann, wird es erst einmal kompliziert: „Eine FLNG-Anlage in die Realität umzusetzen, ist keine triviale Angelegenheit“, erklärt Matthias Bichsel, Projects & Technology Director bei Shell. „Ein Projekt dieser Komplexität – sowohl nach Größe als auch in Bezug auf technologisches Know-how – vereint die besten Leistungen in den Bereichen Maschinenbau und Technik, Design, Herstellung und Lieferketten auf der gesamten Welt. Dass wir dieses Konstruktionsstadium nunmehr erreicht haben, obwohl wir den ersten Stahl erst vor einem Jahr verarbeitet haben, haben wir dem Team von Fachleuten zu verdanken.“ Die Idee, eine schwimmende Anlage zur Gasverarbeitung zu bauen, hat dabei neben der damit einhergehenden Mobilität gleich mehrere Vorteile: Auf der ökologischen Seite wäre die Tatsache, dass die Prelude deutlich weniger Material als eine Anlage auf dem Festland benötigt und auch rund viermal weniger Fläche beansprucht. Dazu ist das Förderverfahren weniger invasiv, da die sonst nötige Pipelinestrecke zur Küste entfällt. Und das Wasser zum Kühlen der ablaufenden Prozesse ist auch zum Greifen nahe.

Auf zu neuen Ufern
Auf der ökonomischen Seite steht, dass die Anlage erst nach den als Förderdauer vor der australische Küste angesetzten 25 Jahren erstmalig wieder einen Dock zwecks Wartungsarbeiten anlaufen soll – um danach wieder in See zu stechen, um neue Projekte in Angriff zu nehmen. Mit einer gewöhnlichen Raffinerie wäre eine solche Standortverlagerung wohl nur in Ausnahmefällen wirtschaftlich. Die Idee, so revolutionär sie in ihrer Umsetzung auch sein mag, ist dabei nicht einmal neu: Bereits in den Neunzigern gab es – ebenfalls von Shell – schon einmal den Anlauf, ein solches Projekt zu realisieren. Damals fiel die Entscheidung der herrschenden Rezession zum Opfer, hinzu kamen noch – mittlerweile gelöste – technische Schwierigkeiten. Zu Beginn des neuen Jahrtausends gab es dann erneut Überlegungen zu einer schwimmenden LNG-Anlage, doch erst die Entdeckung des Prelude-Gasfeldes im Jahr 2007 führte vier Jahre später zur endgültigen Entscheidung für das Projekt, das mit dem Stapellauf vom 5. Dezember des vergangenen Jahres seinen vorläufigen Höhepunkt erreichte.

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