Februar 2013
. class="caption-text">.

So kurz nach dem Weltuntergang  (Sie erinnern sich noch? Mayas? 21. Dezember 2012?) gleich die nächste Hiobsbotschaft: Der Verein Deutscher Ingenieure hat im Januar in Düsseldorf die vierte industrielle Revolution gestartet. Doch ohne Cloud wird es keine Industrie 4.0 geben, menetekeln die Experten. Es ist deshalb höchste Zeit, dass wir uns dem Begriff „Cloud“ nähern.
Physikalisch gesehen ist die Cloud eine Ansammlung sehr feiner Wassertröpfchen, die entsteht, wenn die relative Feuchtigkeit der Luft 100 % geringfügig übersteigt. Dies kann entweder durch Abkühlung der Luft beim Aufsteigen oder beim Mischen zweier Luftmengen geschehen (wir erinnern uns: Mollier, h,x-Diagramm…). Herausragendes Merkmal der Cloud: Sie ist nass.
Aus Sicht der Informatiker dagegen ist die Cloud ein metaphysischer Raum der Sehnsucht. Die Wolke 7 der Bitverbieger soll künftig auch zum Wolkenkuckucksheim der Produktionsdaten verfahrenstechnischer Anlagen werden.  Kombiniert man physikalische und informationstechnische Definition, dann bleibt als Schnittmenge, dass die Cloud eine ziemlich nebulöse Angelegenheit ist. Auf jeden Fall wird sie aber zu dem Ort, an dem die Informatiker uns Ingenieure nass machen.

„Wolke 7 der Bitverbieger soll künftig auch zum Wolkenkuckucksheim der Produktionsdaten verfahrenstechnischer Anlagen werden“

Ob den Protagonisten von Düsseldorf diese Konsequenzen klar sind? Die schleichende Entmachtung ist doch schon längst im Gang. Was werden wir in Zukunft tun, wenn das System hängt? Den Warmstart mit Strg-Alt-Entf hat uns Microsoft ja bereits mit Win XP ge­cloud, Soft-Schalter nahmen uns auch noch die Herrschaft über den Strom (Notebook-Tipp: Akku raus) und in der Cloud werden künftig ausschließlich Informatiker über einen System-Neustart wachen.

Weh uns! Was passiert, wenn reale und virtuelle Welt aufein­andertreffen, beschreibt eine kleine Anekdote:

Ein Ingenieur, ein Chemiker und ein Informatiker fahren in einem Auto durch die Wüste. Plötzlich bleibt das Auto stehen, und die drei beginnen über die Ausfallursache zu streiten. Der Chemiker: Sicher ein nicht determinierter Entropiezuwachs im Motorraum! Der Ingenieur: Blödsinn, es ist einfach der Keilriemen gerissen, oder der Zündverteiler hat sich verabschiedet oder, oder, oder… Schließlich der Informatiker: Ist doch egal, wir schließen einfach alle Fenster, steigen aus und wieder ein, dann wird‘s schon wieder laufen.

Kostenlose Registrierung

Bleiben Sie stets zu allen wichtigen Themen und Trends informiert.
Das Passwort muss mindestens acht Zeichen lang sein.
*

Ich habe die AGB, die Hinweise zum Widerrufsrecht und zum Datenschutz gelesen und akzeptiere diese.

*) Pflichtfeld

Sie sind bereits registriert?

Unternehmen

Hüthig GmbH

Im Weiher 10
69121 Heidelberg
Germany