Yokogawa8

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| von Ansgar Kretschmer, Redaktion

Die Umfrage „Global End-user Survey on the Outlook for Industrial Autonomy“ geschah im Auftrag des Automatisierungs-Spezialisten Yokogawa. Sie gibt einen detaillierten Überblick über zukünftige Trends in der Automatisierung und Autonomie, über Geschäftsprioritäten und Technologien, die in wichtigen Prozessindustrien zum Einsatz kommen. Außerdem beschäftigt die Umfrage sich mit dem Einfluss der Covid-19-Pandemie auf den Fortschritt der Entwicklung. Vertretene Branchen waren Upstream und Midstream Öl- und Gasindustrie, Chemie und Petrochemie, Raffinerien, konventionelle und erneuerbare Energiegewinnung sowie Life Sciences, aufgeschlüsselt nach den Regionen Nordamerika, Lateinamerika, Westeuropa, Osteuropa, Mittlerer Osten und Asien-Pazifik.

Autonomer Betrieb bis 2030

Zu den wichtigsten Ergebnissen gehört, dass 64 % der Befragten damit rechnen, bis 2030 autonome Abläufe – die fünfte und höchste Stufe der Autonomie – in ihren wichtigsten Betrieben zu erreichen. 89 % gaben an, dass ihre Unternehmen derzeit Pläne haben, den Grad der Autonomie in ihren Betrieben zu erhöhen. Was ihren derzeitigen Status betrifft, so gaben 64 % an, dass sie bereits teilautonome oder autonome Betriebsprozesse durchführen oder in der Pilotphase sind, während 67 % bis 2023 eine erhebliche Automatisierung erwarten. Nur 7 % der Unternehmen planen derzeit überhaupt nicht mit autonomen oder semi-autonomen Prozessen.

Neben autonomem Betrieb wollen die Unternehmen auch in Technologien investieren, welche Entscheidungsfindungen unterstützen. In diesem Zusammenhang wichtige Elemente sind Cybersecurity, Cloud, Analysen und Big Data sowie Künstliche Intelligenz. In diesen drei Schlüsselbereichen planen die Unternehmen in den nächsten drei Jahren erhebliche Investitionen. Diese Initiativen werden Unternehmen in die Lage versetzen, schnellere Entscheidungen in einem größeren Bereich zu treffen.

Als Anlass zum Umstieg auf vermehrt automatisierte Prozesse nannten 48 % der Befragten erwartete Produktivitätsverbesserungen. 40 % gaben der Betriebseffizienz die oberste Priorität bei der digitalen Transformation. Qualitätsmanagement, Energiemanagement und Arbeitssicherheit nahmen ebenfalls einen hohen Stellenwert ein.

Der Covid-19-Pandemie widmet die Umfrage einen eigenen Abschnitt. Den Ergebnissen zufolge sehen die Vertreter der Prozessindustrie zwar deutlich gebremstes Wirtschaftswachstum. Mittel- und langfristig sehen sie jedoch auch die Möglichkeit, dass die Pandemie für Weiterentwicklungen auf dem Weg zur autonomen Produktion als Katalysator wirken könnte.

Covid-19 als Katalysator

Eine Produktion, die ohne Personal vor Ort auskommt, gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die Mehrheit der Teilnehmer erwartet daher eine Steigerung ihrer Investitionen in autonome Betriebsprozesse als unmittelbare Folge der Pandemie. Die Teilnehmer wurden nach den wichtigsten Anwendungen gefragt, in die sie infolge der Covid-19-Pandemie investierten. Als zwei der wichtigsten Anwendungsfelder mit steigender Priorität traten dabei Fernbetrieb und Fernwartung auf, die 36 % bzw. 30 % nannten. Grund sind die Sicherheits- und Kostenvorteile durch mögliche Arbeiten, ohne dass sich die Arbeitnehmer in einer gefährlichen Umgebung aufhalten müssen.

Bei den Investitions-Prioritäten für die Zeit nach Covid-19 traten deutliche Unterschiede zwischen den Branchen auf. So hat beispielsweise die Sicherheit der Arbeitnehmer in der konventionellen Energieerzeugung und der Chemie und Petrochemie einen höheren Stellenwert, verglichen mit anderen Branchen.

Asien ebnet den Weg

Die Umfrage zeigte auch regionale Unterschiede bei den Investitionen in neue Technologien und bei dem Tempo für die Umsetzung der industriellen Autonomie. Im Vergleich zu anderen Regionen ist der asiatisch-pazifische Raum am stärksten vom Übergang zur industriellen Autonomie betroffen. Die Umfrage ergab, dass der Anteil der Unternehmen im asiatisch-pazifischen Raum, die Investitionen in autonome Systeme für den Betrieb priorisieren, um 18 % höher liegt als in der zweitplatzierten Region. 71 % Prozent der Befragten im asiatisch-pazifischen Raum waren der Meinung, dass sie in zehn Jahren vollständig autonome Betriebsabläufe erreichen würden, verglichen mit nur 58 % in Nordamerika und 56 % in Westeuropa.

„Aufgrund dieser Forschungsstudie wurde unser Eindruck bestätigt, dass der Wandel von industrieller Automatisierung hin zur industriellen Autonomie, den wir IA2IA nennen, über das nächste Jahrzehnt hinweg an Dynamik gewinnen wird. Covid-19 wird diesen Trend beschleunigen, und Unternehmen werden entsprechend in verwandte Technologien investieren“, sagte Tsuyoshi Abe, Senior Vice President und Leiter der Marketing-Zentrale von Yokogawa.

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