Die von der Namur eingeführte Namur Open Architecture ermöglicht es, die vorhandene Automatisierungsstruktur um schnelllebige IT-Komponenten zu ergänzen. Bild: CHEMIE TECHNIK

Die von der Namur eingeführte Namur Open Architecture ermöglicht es, die vorhandene Automatisierungsstruktur um schnelllebige IT-Komponenten zu ergänzen. Bild: CHEMIE TECHNIK

| von Armin Scheuermann

In der Namur Open Architecture wird die klassische Automatisierungspyramide nicht aufgelöst, sondern so erweitert, dass schnelllebige IT-Komponenten von der Feldebene bis zur Unternehmensführung einfach integriert werden können, ohne die Verfügbarkeit und Sicherheit der Anlage zu gefährden. Gemeint sind unter anderem der Einsatz neuer, kostengünstiger Sensoren und Kommunikationstechnologien, beispielsweise drahtlos kommunizierender, batteriebetriebener Temperatur- oder Vibrationssensoren, die für Monitoring- und Optimierungsaufgaben eingesetzt werden.

NOA unterscheidet zwischen der Kern-Automatisierung und einer offenen Systemwelt für Monitoring- und Optimierungsaufgaben. Die Daten der bisherigen Kern-Automatisierung werden durch offene Schnittstellen wie beispielsweise OPC-UA in die Systemwelt für Monitoring und Optimierungsaufgaben exportiert. Wo erforderlich, werden zusätzliche Sensorsignale durch einen zweiten Kommunikationskanal direkt an den bestehenden Feldgeräten abgeholt. So können zusätzliche Sensoren (M+O-Sensoren) im Bereich Monitoring und Optimierung durch NOA einfach in die offene Systemwelt integriert werden. Neue Monitoring- und Optimierungsfunktionen müssen künftig nicht mehr an den strengen Kriterien der Kernautomation gemessen werden – für solche Aufgaben kann dann Automatisierungstechnik eingesetzt werden, an die deutlich niedrigere Anforderungen an die Verfügbarkeit bestehen.

Dezember 2016

NOA unterscheidet zwischen der Kern-Automatisierung und einer offenen Systemwelt für Monitoring- und Optimierungsaufgaben. „Die Daten der bisherigen Kern-Automatisierungg werden durch offene Schnittstellen wie beispielsweise OPC-UA in die Systemwelt für Monitoring und Optimierungsaufgaben exportiert“, beschreibt der Automatisierungsspezialist Christian Klettner, BASF, für den Namur-Arbeitskreis 2.8 die Aufgabenteilung.

Geeignete Methoden und entsprechende Security-Maßnahmen sollen künftig sicherstellen, dass die Funktionen aus dem Monitoring- und Optimierungsbereich die Kern-Automatisierung nicht beeinträchtigen. Wollen diese die Kern-Automatisierung z. B. durch eine Befehlsanforderung beeinflussen, muss diese Anforderung durch eine neue Funktion „Verification of Request“ geprüft und freigegeben werden. Diese Prüfung kann durch erlaubte Wertebereiche, Plausibilitätschecks oder auch durch einen Dialog mit dem Operator erfolgen.

CHEMIE TECHNIK-Beitrag zum Vergleich Namur Open Architecture und Open Process Automation

CT-Artikel: Namur stellt künftige Automatisierungsstruktur vor – Eine Arche für die Pyramide

CT-Spotlight: OPA vs. OPA – Kommt-jetzt-die-revolution?

 

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