Mai 2015
| von Aline Leicht, Application Engineer bei Microdyn Nadir
  • Flachmembranlaminate und getauchte MBR-Module eignen sich nicht nur für kommunale Abwasseranlagen. Aufgrund ihrer chemischen Beständigkeit lassen sich die Flachmembranen auch im harten Industrieabwasser-Umfeld nutzen
  • Schwer abbaubare Stoffe, vor allem öl- und fetthaltige Abwässer, stellen eine Herausforderung für die Anlage dar. Die Vorteile der Membran-Module - neben der Beständigkeit auch die Größe sowie die Reinigungs- und Selbstheilungsfähigkeiten zusammen mit einer vorausschauenden Anlagenplanung - schaffen Abhilfe.

Seit 2011 nutzt der Betreiber einer mit mineralischen Rohstoffen arbeitenden Latexproduktion in Rio de Janeiro, Brasilien, zehn BC-400-Module in seiner Abwasseranlage. Unter anderem reduzieren ein Lamellenabscheider und eine Zentrifuge die großen Partikel im Zulauf. Eine Gesamtmembranfläche von 4.000 m², welche im Belebungsbecken installiert ist, behandelt das tägliche Abwasseraufkommen von rund 1.400 m³. Die Anlage wird bei durchschnittlich 15 °C und 15 LMH (Liter pro Membranfläche und Stunde) Permeatleistung betrieben. Das Permeat kann der Betreiber nach einer UV-Einheit in einen künstlichen See und einen Fischereikanal ablassen.

Aggressives Sickerwasser behandeln

Auch die Aufbereitung von Sickerwasser ist ein Beispiel: Diese umfasst sowohl Regenwasser als auch Sickerwasser von Mülldeponien. Die Herausforderung bei dieser Anwendung liegt in der Kombination eines hohen chemischen Sauerstoffbedarfs (CSB) bei gleichzeitigem Vorkommen einer Reihe gelöster und suspendierter Feststoffe, auch Schwermetalle, und bei meist geringem pH-Wert. Die Inhaltsstoffe reagieren häufig aggressiv. Daher ist die Anlage Lisbane Landfill in Nordirland, welche seit November 2011 Sickerwasser behandelt, mit speziellen, chemisch beständigen Belüftern ausgestattet. Das tägliche Aufkommen im Zulauf von 1.000 m³ wird von 600 m² Membranfläche (sechs Bio-Cel-BC-100-Module) gereinigt. Aufgrund der Membrane fällt der CSB von 5.000 mg/l auf 200 mg/l. Der Ammonium-Anteil reduziert sich von 2.000 mg/l auf 0.

Zur Technik

Neues von den Flachmembranen

Mittlerweile produziert der Hersteller die Membranen und Module automatisiert. Die Technik zur Herstellung der Flachmembran bleibt jedoch die gleiche: Die Membran wird von beiden Seiten flächig auf ein Abstandsgewirke geklebt und rundherum zu einer Membrantasche verschweißt. Anschließend kommt in die Mitte der Membrantasche ein Loch für den Permeatabzug. Ein besonderes Merkmal besteht darin, dass die Membrantaschen nicht auf festen Trägerplatten, sondern mit Hilfe von Befestigungsringen in einen Kassettenrahmen montiert werden. Diese Ringe, ermöglichen nicht nur ein gleichmäßigeres Anbringen der 2 mm dicken Membrantaschen, sondern bieten auch Platz für eine zusätzliche Membran­tasche pro Kassette. Vor allem bei industriellen Anwendungen ist ein Zugewinn an Fläche hilfreich. Außerdem bringen die Aufhängungsringe eine höhere mechanische Stabilität mit sich. Künftig sollen die Befestigungsringe für alle Kassetten aus den Linien C10, C25, C104 und CXL verwendet werden. Vorreiter ist die Kassette C104, welche das Modul BC-400 zu einem Bio-Cel-BC-416-Modul mit einer Membranfläche von 416 m² erweitert.

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