Investitionsschwerpunkt Lausitz

BASF-Standort Schwarzheide hofft auf Batteriefabrik

15.03.2019 Der Chemiekonzern BASF baut seinen Standort Schwarzheide aus: 2018 hat das Unternehmen 148 Mio. Euro am Standort in der Lausitz investiert. Inzwischen macht sich der Chemiepark auch Hoffnungen auf ein neues Leuchtturmprojekt: den Bau einer Batteriefabrik.

Außenansicht Heizöltanks

Die BASF baut ihren Standort Schwarzheide weiter aus. Bild: BASF

Spekuliert wird über den Bau einer Batteriefabrik der BASF schon länger – der Konzern hat sich unter anderen für das mit 1 Mrd. Euro dotierte Förderprogramm zum Aufbau einer deutschen Batteriezellenfabrik beworben, das vom Bundeswirtschaftsministerium im Herbst ausgelobt wurde. In einem Pressegespräch am Mittwoch hatte Standortchef Jürgen Fuchs bestätigt, dass das Unternehmen den Chemiepark in Schwarzheide für den Bau einer Produktionsanlage für Batteriematerialien prüft. Das Werk in der Lausitz war auch im Zusammenhang mit der Diskussion zum Kohleausstieg von Politikern der Strukturkommission für eine Deutsche Batteriefabrik ins Gespräch gebracht worden.

Derzeit erneuert die BASF in Schwarzheide ihre Rückstandsverbrennungsanlage und investiert dafür 33 Mio. Euro. „Wir werden mit neuen Verfahren verstärkt auf eine Kreislaufwirtschaft setzen“, kündigte Fuchs an. Im zurückliegenden Jahr wurden dazu Verträge mit zwei neuen Ansiedlern unterzeichnet. „Wir haben neben einer bereits bestehenden Zusammenarbeit zwei weitere starke Partner für den Standort gewonnen, die es uns ermöglichen, Abfallströme zu teilen und diese weiter zu verwerten“, so Fuchs.

Gut gefüllte Investitions-Pipeline

Basf Schwarzheide Standortchef Jürgen Fuchs

„Wir wollen erneuerbare Energien in die bestehende Energieversorgung des Standortes einbinden. Das ermöglicht uns kostengünstiger und nachhaltiger zu produzieren“, sagt Jürgen Fuchs, Standortchef der BASF Schwarzheide – Bild: BASF

„Wir wollen erneuerbare Energien in die bestehende Energieversorgung des Standortes einbinden. Das ermöglicht uns kostengünstiger und nachhaltiger zu produzieren“, sagte Fuchs. Die Politik ist gefordert, die Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Bezug von erneuerbarem Strom zu wettbewerbsfähigen Preisen ermöglichen. Weitere Projekte, wie die Modernisierung des GuD-Kraftwerkes, sind in Planung. Insgesamt 148 Millionen Euro hat die BASF 2018 am Standort in die Instandhaltung und Erweiterung von Produktionsanlagen und die Modernisierung von Infrastruktureinrichtungen investiert. „Unsere Investitionspipeline für die kommenden zwei Jahre ist gut gefüllt“, sagte Fuchs. „Sollte sich der Standort Schwarzheide im globalen BASF-Standortwettbewerb um Investitionen durchsetzen, dann sind bis zu fünf Spatenstiche zu erwarten.“

Im vergangenen Jahr waren insgesamt 1.973 Mitarbeiter bei der BASF Schwarzheide beschäftigt. Zusammen mit Kontraktoren, den Beschäftigten weiterer BASF-Gruppengesellschaften, Ansiedlern und Dienstleistern sind am Standort Schwarzheide insgesamt rund 3.521 Menschen tätig. „Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung am Standort, der Digitalen Transformation und möglichen zukünftigen Investitionen haben wir in größerem Umfang Stellen zu besetzen“, sagte Arbeitsdirektor Dr. Colin von Ettingshausen. Gesucht werden Ingenieure genauso wie Chemikanten und Industriemeister sowie Experten für die Digitalisierung. (as)

 

Heftausgabe: April/2019
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